TL / CA A A
THEMA
geboten als mit den internationalen dungen identifizieren , bleibt bestehen . Aber : Auch internationale tungskultur findet eine wachsende zeptanz und ließe sich keineswegs nur auf eine Art programmfüllendes „ diges Übel " reduzieren . Im Gegenteil kosmopolitisieren sich besonders die dienbedürfnisse Jugendlicher vehement und lassen sich immer weniger hinter der nationalen Sprach - und Kulturbarriere befriedigen .
Als ein praktischer Schritt zur gung der nationalen Fernsehproduktion erwies sich schließlich auch das 1986 gründete reklamefinanzierte Dritte sehen ( Kolmos - TV ) , das sich im Besitz von YLE und MaTV sowie des nikkonzerns Nokia befindet . Das neue überregionale Fernsehen , das sich als ternative zum internationalen fernsehen versteht , bietet vornehmlich novative Unterhaltung an , die besonders neue Mittelschichten anspricht . Die TV - Institution , die nur über bescheidene terielle und personelle Ressourcen fügt , kauft ihre Programme ausschließlich ein . Berücksichtigt werden besonders kleine unabhängige Film - und produzenten des eigenen Landes , so daß auf diese Weise ein hoher nationaler grammanteil errungen wird .
Soziale Fragen
Mehr langzeitlich - evolutionär als eruptiv scheinen auch die sozialen Folgen des dienwandels zu sein . Das Überangebot an Bildern beeinflußt im Grunde nur schwach das gewohnte alltägliche Medienverhalten der Finnen . Der durchschnittliche konsum von täglich 111 Minuten ( 1987 ) ist im internationalen Vergleich logischer Staaten ziemlich bescheiden . In dem nordeuropäischen Land flimmert Fernsehen nicht viel länger in den zimmerstuben als in den siebziger Jahren : 1976 betrug der entsprechende wert 105 Minuten . Obwohl vier Fünftel der Finnen täglich auf den Knopf drückt , hält sich die Fernsehdauer selbst in Grenzen . Die Neuen Medien haben in dieser sicht wenig verändert . Favorisiert nach Zeitvolumen werden nach wie vor mit stand die nationalen Medien .
Wie aus Erhebungen von 1989 / 90 vorgeht , ziehen selbst in verkabelten
Haushalten die Konsumenten noch mer die nationalen TV - Kerninstitutionen vor : 43 Prozent der täglich den suellen Medien gewidmeten Zeit entfällt auf YLE , 35 Prozent auf MaTV und mos - TV , aber lediglich 13 Prozent auf Satelliten - und Kabelfernsehen und 9 Prozent auf Video . Videogeräte werden vor allem zum Mitschnitt von TV - haltungen gebraucht . Kauf und Ausleihe von bespielten Videokassetten spielen demgegenüber eine völlig untergeordnete Rolle .
Die expansiven Neuen Medien nährten in Finnland ferner zählebige gen über eine mögliche Schwächung der Schriftkultur durch die angebliche macht des Bildes . Sie erklären sich aus der immensen Bedeutung , die Presse und Nationalliteratur seit jeher bei der rung nationaler kultureller Identität zen . Tatsächlich hat die „ on " zu keinen erkennbaren Defiziten auf dem Buchmarkt und im Leseverhalten führt . So erscheinen im Land pro 10 . 000 Einwohner jährlich um die 18 Buchtitel , womit es neben der Schweiz und mark in Europa eine Spitzenposition nimmt . Auch der Leser scheint sich trotz wachsender Konkurrenz um Zeit und Aufmerksamkeit als Leser selbst treu zu bleiben . Zumindest läßt die bisher kennbare Entwicklung auch in dieser Hinsicht nicht auf dramatische rungen schließen . Die täglich schnittlich aufgewendete Lesezeit betrug 1979 wie 1987 49 Minuten . Davon len ein Drittel auf Buch - und zwei Drittel auf Zeitungslektüre . Drei Viertel aller über 15jährigen Finnen greifen stens einmal halbjährlich zum Buch . lerdings scheint das Leseinteresse von Kindern und vor allem Jugendlichen während der achtziger Jahre tatsächlich geringer geworden zu sein , während sich Erwachsene über 35 Jahre und Rentner wiederum mehr Zeit für Wortkultur men . Besonders Frauen aus den schichten sind in Finnland beständige serinnen . Die verstärkte Pflege der Schriftkultur und gleichermaßen vere Medienerziehung in Schulen und Gymnasien vor dem Hintergrund einer möglichen Lesemüdigkeit der „ Computer - und Mediengeneration " gehört zu ritäten staatlicher Kulturpolitik .
Auch die noch immer in traditionellen Mittelschichten verbreitete Befürchtung
über zunehmende soziale Isolierung und Verlust an Eigenkontrolle durch gen Fernsehkonsum hat sich alles in allem nicht bewahrheitet . Allgemein ist die tive Kompetenz bei der Programmauswahl gewachsen . Ohnedies hat sich die soziale Funktion des Fernsehens verändert : In den Anfangszeiten der sechziger Jahre konnte sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung einen Schwarz - Weiß - Apparat mit einem Kaufpreis von zwei bis drei Monatslöhnen eines Produktionsarbeiters leisten . Vor lem auf dem Lande , aber auch in der Stadt blieb die Tür zum TV - Wohnzimmer für die Nachbarn offen . Das Stubenkino führte die Menschen zunächst zusammen . Nachdem jedoch Fernsehen mit wachsender kraft zum Allgemeingut wurde , vertiefte es tatsächlich privatistische Verhaltensweisen . Verstärkt wurde die narkotisierende Rolle des Mediums durch die Folgen einer bensweltlich einschneidenden ten Migrationswelle in den siebziger ren . Entwurzelung und Heimatverlust führten auch im Vergleich zu den navischen Nachbarn zu einem geradezu dramatischen Ausmaß an Isolierung und Kontaktlosigkeit . Besonders in den neuen Schlafstädten kulminierte das Verlangen nach Fernsehunterhaltung als „ Droge " . In den achtziger Jahren wiederum tendiert der Umgang mit dem Unterhaltungsfernsehen zu neuer Gelassenheit ; zu lockeren , ja flüchtigen Sekundärkontakt . Das Medium fungiert in dieser Hinsicht als gewöhnlicher Gebrauchsartikel wie Kühlschrank und krowelle . Die Internationalisierung und Technokratisierung der Medienkultur gen Gefahren einer identitätsbedrohenden Nivellierung des nationalen Fernsehens , auch der Angleichung origineller wohnheiten in sich . Vor diesem grund scheint die Kooperativität der nalen Medieninstitutionen , ihre Resistenz gegen kommerzielle Konkurrenz der nen Kanäle und Programme , auch kleinen TV - Kulturen ein Chance zu bieten , relle Identität zu vertiefen , ohne sich vom medialen Modernisierungsprozeß schotten . ■
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