sich vor allem die Sozialkategorien tionsarbeiter , Landbevölkerung und ner nach wie vor fest mit den nationalen TV - Unterhaltungsangeboten identifizieren und diese gegenüber angloamerikanischer Massenkultur bevorzugen , verlangen gegenüber Jugendliche , auch eine neue turelle Mittelschicht , nach alternativer ternationaler Unterhaltung , die die zen von Hoch - und Popularkultur sprengt .
Kabel und Video
Der Durchbruch des Kabel - und tenfernsehens sowie des Videos in den achtziger Jahren und die damit ne Konkurrenz um Konsument und schaltquote stellte das Mediensystem vor folgenschwere Herausforderungen . Es drohte ein Szenario , das beispielsweise nach in Italien sichtbar gewordener dienentwicklung in Richtung eines mächtigen Kommerzialismus führt , dem sich schließlich auch öffentliches fernsehen anpassen müßte . In der spektive eines solchen rungsprozesses würde das nationale TV - Programm von unterhaltenden Serien , einseitig nach Massenwirksamkeit wählter Fiktion sowie mehr und mehr von angloamerikanischer Massenkultur vereinnahmt . Diese Tendenz würde in der Tat kulturelle Identitäten beschädigen . Aus heutiger Sicht hat sich solcherart sonders anfangs der achtziger Jahre herrschende Skepsis nicht bewahrheitet . Moralpanische Stimmungen haben in der tatsächlichen Medienentwicklung des Landes kaum Deckung gefunden , auch wenn in technologischer Hinsicht die Verbreitung Neuer Medien in Finnland nordeuropäischem Niveau entspricht .
Mittlerweile ist etwa jeder dritte halt verkabelt . In den achtziger Jahren dominierten vor allem Sky Channel und Super Channel - bei allerdings dender Resonanz - die ten Medienangebote . Diese Kanäle ten in besonderem Maße das gewöhnliche Bild von der kommerziellen TV - Invasion mit ihrem Übergewicht an miger US - amerikanischer Massenkultur . Nunmehr wird das hypermoderne Music - Television ( MTV ) , dessen entgrenzende Videoästhetik an Medienerfahrungen gendlicher anknüpft , unter den chen Satellitenprogrammen favorisiert .
Auch die kommerziellen nationalen Ka - belgesellschaften unterwerfen sich in ihrer eigenen Sendepraxis der Tendenz hin zu einförmiger Unterhaltung , die in Reklame eingebunden ist . So gleicht etwa das dienangebot des ältesten und mächtigsten werbefinanzierten Kabel - TV - Unterneh - mens in Finnland , Helsinki Televisio ( HTV ) , einem Warenhauskatalog an terhaltung , die zu vier Fünftel angloameri - kanischen Ursprungs ist . Mehrere unternehmen bauen inzwischen einen eigenen landesweiten Fernsehkanal ( Pai - kallis - TV , PTV ) aus , der im nationalen Rahmen harte Konkurrenz besonders mit Mainos - TV befürchten läßt . Auch der deo - Verleih ist in Finnland völlig zialisiert und fungiert als Antipode zum Kulturfernsehen . Während beispielsweise nationale Spielfilme im Kassettenangebot der Videotheken fast völlig fehlen , stimmt angloamerikanische Unterhaltung in Genres wie Western , Horror , Thriller , Agenten - und Kriegsfilm etwa die Hälfte des Gesamtangebots .
Selbst das nicht minder sierte Kino weist in dieser Beziehung vergleichsweise eine größere ge Vielfalt auf , in der etwa auch der alkritische und psychologisch - sche Film seinen Platz unabhängig von Publikumsmengen behauptet . Vor allem der nationale Spielfilm besitzt im Kino Distributionschancen , die auch politischen Kriterien folgen . Beim sehen signalisierten westeuropäische fahrungen die kulturfeindliche Tendenz harter Vermarktung besonders in den „ Prime - time " - Zeiten , den besten stunden . Gerade dort deuteten sich zeichen jener selbstzerstörerischen denz des Vergnügens zum Tode an , die Neil Postman beschwor und die der nische Bildhauer und Kulturpublizist Carl - Gustaf Lilius als Symptom einer „ Entleerung des Lebenszusammenhangs " charakterisiert .
Inzwischen haben die finnischen Me - dienwissenschaftler Heikki Hellmann und Tuomo Sauri in einer Studie über die Programmprofile des finnischen hens in den besten Sendezeiten che Gegentendenzen zum audio - visuellen Kulturkommerzialismus nachgewiesen . Danach hat sich vor allem der tisch fruchtbare Status quo zwischen fentlichem und privatem nationalen sehen behauptet . Der Anteil der
Sachprogramme hat sich dabei sogar gesamt von 1970 bis 1986 von 40 auf 45 Prozent erhöht . YLE hat in diesem raum seine sachbezogene Orientierung verstärkt und entsprechend die tungskomponente reduziert . Mehr noch als in den siebziger Jahren tragen die YLE - Abendsendungen bis 22 Uhr in den achtziger Jahren Informationscharakter . Andererseits hat auch das hen sein Unterhaltungsprofil in diesem Zeitraum weiter vertieft : vier Fünftel der besten Sendezeit läßt sich unter die gorie Unterhaltung subsumieren .
Neue Programmstrukturen
Während demnach keine generelle vellierung des finnischen gramms in Richtung „ Zerstreuung " kennbar ist , deutet sich jedoch in anderer Hinsicht - schwächer bei YLE , stärker bei MaTV ausgeprägt - ein gewisser Verlust an „ diversity " an : Marginelle teile , so Kinder - , Bildungs - und TV - tersendungen , die in der Regel nur geringe Einschaltquoten aufweisen , sind von weils knapp einem Fünftel „ Prime - time " - Sendeanteil zu Beginn der siebziger Jahre auf 7 ( YLE ) bzw . 1 , 4 ( MaTV ) Prozent Mitte der achtziger Jahre „ abgestürzt " .
Besonders das sozialkritische TV - Thea - ter - in den endsechziger und siebziger Jahren geradezu eine rung beider Institutionen - ist zugunsten strategischer Programmtypen fast völlig verdrängt worden . Die kulturelle tität des finnischen Fernsehens setzt ner auch ein Minimum an nationaler genproduktion voraus , auch wenn Identität letztlich qualitativ bestimmt werden muß . Generell bewegte sich der nationale Anteil des finnischen hens zu Beginn der achtziger Jahre schen 60 und 65 Prozent , verringerte sich allerdings 1985 / 86 auf etwa die Hälfte der Gesamtsendezeit . Ihre weiterungen haben sowohl YLE als auch MaTV mit im Vergleich zu tionen viel billigeren Medienimporten angloamerikanischer Herkunft ausgefüllt . Dennoch liegen allerdings gerade in den einschaltstärksten Sendezeiten die heimischen Medienanteile über dem Durchschnitt des Gesamtprogramms . Der Pakt mit jenen Zuschauerkategorien , die sich mehr mit den nationalen
N0RDEUR0PA
forum
23

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.