THEMA 
INTERNATIONALER VERGLEICH : 
Lehrer in Opposition ? 
Eine länderübergreifende Studie zeigt : Lehrer neigen zur Opposition . In welchem Maße und in welchem Rahmen zeigt eine Untersuchung , die Lehrer in Kanada , Schweden , Norwegen , den USA und Westdeutschland vergleicht . 
Hákon Leiulfsrud und Sverker Lindblad 
Der Beruf des Lehrers steht in nem engen Zusammenhang mit der Modernisierung von schaft . Die Entwicklung des Lehrerberufs kann als ein Beispiel für die lung einer Gesellschaft gelten . Solch eine Arbeitsteilung bedeutet implizit nicht nur Unterschiede hinsichtlich des sozialen Standorts und des Lebensstils , sondern auch der Perspektiven und gen innerhalb der Gesellschaft . Die rer sind eine spezifische Gruppe einer aufgeteilten Gesellschaft , unterrichten aber Individuen aus allen Teilen ben und spielen daher in der Sozialisation kommender Generationen eine le . Sie wirken daher instrumental sowohl auf die Homogenisierung von schaft als auch auf deren rung . Aus diesem Grund ist es wichtig , mehr über die spezifische Stellung der Lehrer innerhalb der Gesellschaftsstruk - tur sowie ihre Einstellungen zu erfahren . Stellen Lehrer eine freischwebende Schicht dar oder sind ihre Einstellungen und epi - stemischen Haltungen in spezifischen len der Gesellschaft verwurzelt ? In chem Außmaß ähneln sich Lehrer trotz unterschiedlicher sozialer und politischer 
Hâkon Leiulfsrud und Sverker Lind blad sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Insitut für Soziologie bzw . für Erziehungswissenschaften an der Universität Uppsala . 
Kontexte , und in welchem Umfang den Lehrer von ihrer regionalen sozio - po - litischen Matrix gefärbt ? 
Lehrer arbeiten an der Peripherie des dungssystems und nehmen dabei eine untergeordnete Position ein . Sie finden sich am Fuße der Hierarchie des Staatsdienstes . Allerdings wird ihre Arbeit in erster Linie nicht von Entscheidungen und Kontrollen auf höherer Ebene bestimmt . Mehr noch , Lehrer genießen ihren Schülern gegenüber eine überlegene Stellung und in ihrem kalen Kontext darüberhinaus oftmals auch eine höhere gesellschaftliche Position . Ihre soziale Stellung ist , ebenso wie ihre ben , widersprüchlich . 
Die Annahme , daß Lehrer eine eigene Gruppe innerhalb der Gesellschaft sind , die durch ihre Auswahl und on geprägt wird , ist sinnvoll . Es ist berhinaus plausibel , zu behaupten , daß sie ihre eigene Arbeit innerhalb der stehenden Grenzen in einem chen Umfang selbst bestimmen . Sie ten mit Schülern und Eltern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen sitionen und mit unterschiedlichen turellen Anlagen in kommunikative teraktion . Lehrer entwickeln ihre Berufskultur auf der Grundlage ihrer benserfahrung , ihrer Arbeitsbedingungen und Aufgaben . Sie werden sowohl von ihrer Arbeit , als auch von ihrer bung für und Sozialisation in diese beit gefärbt . Mittels ihrer eigenen spektiven und Strategien färben sie wiederum auf diese ab . 
Ein Modell gesellschaftlicher Klassen 
Um den Lehrer innerhalb der Gesell - schaftsstruktur zu orten und um seine Stellung und Ansichten in einen Kontext zu stellen , stellen wir die folgende gung an . Ausgangspunkt ist ein von Erik Olin Wright entwickeltes Modell der lyse gesellschaftlicher Klassen . Es ist die Absicht dieses Modells , herauszufinden , in welchem Umfang die rung von Macht und Kontrolle innerhalb kapitalistischer Produktionsweise ( n ) die Natur von gesellschaftlichen Strukturen verändert hat . Aus unserer Sicht noch teressanter ist , daß dieses Modell in die Aufteilung des Verhältnisses von Arbeit und Kapital eindringt , die oft als hung von Gruppen mit neuen funktionen beschrieben wird . Manager , Leiter und die Schichten , die gewöhnlich als die „ neuen Mittelklassen " eingestuft werden , werden nicht a priori als Klasse kategorisiert . In welchem Außmaß diese Gruppen der Arbeit oder dem Kapital näher oder ferner stehen , ändert sich mit der Zeit und von Land zu Land . 
Wrights Klassenmodell basiert auf drei Quellen von Macht und Kontrolle im beitsprozeß : 1 ) Besitz von Kapital , 2 ) trolle physischen Kapitals , also Kontrolle der physischen Arbeitsmittel , 3 ) Kontrolle der Arbeit , d . i . Kontrolle , Aufsicht und ziplinierung des Arbeitsprozeßes . Hiervon ausgehend , ist es möglich , drei soziale sen zu identifizieren . Der Arbeiterklasse fehlt es an allen drei Vermögen , während die Bourgeosie ( Kapitaleigner ) über trolle aller drei verfügen . Eine dritte Klasse ist das Kleinbürgertum , das zwar Kapital kontrolliert , nicht aber die Arbeit anderer ( mit geringen Ausnahmen ) . 
Arbeiterklasse , Bourgeosie und bürgertum werden allerdings von ten ergänzt , die über doppelte und sprüchliche Klassenpositionen verfügen : zwischen Arbeiterklasse und Bourgeosie finden wir Manager und Leiter , die über keine Kontrolle des Kapitals , dafür aber des Arbeitsprozeßes verfügen ; zwischen der Bourgeosie und dem Kleinbürgertum finden wir die kleinen Unternehmer , die zwar über einige Angestellte verfügen , trotzdem aber am Arbeitsprozeß selber teilnehmen ; und zwischen der klasse und dem Kleinbürgertum finden wir die semi - autonomen Angestellten , die über erhebliche Kontrolle ihrer eigenen 

nordeuropa 
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