beispielsweise war das unsere „ lang - kurz - lang " . Selbstverständlich war nicht sehen , daß man bei Gesprächen anderer Leute zuhörte , aber trotzdem machte es jedermann . Und so wußten immer alle scheid , was sich in der Landgemeinde so zutrug : ob jemand krank war , ob ein Kind erwartet oder ein Pferd vermißt wurde , ob am Wochenende irgendwo ein nügen sein sollte oder eine Geselligkeit , oder ob ein junger Bursche verdächtig oft auf einem Bauernhof anrief , wo ein ges , hübsches Mädchen wohnte !
Manchmal , wenn ein Gast auf den Hof gekommen war und wegen irgendwelcher Angelegenheiten warten mußte , konnte es sogar vorkommen , daß ihm angeboten wurde , derweil am Telefon zu hören , wenn niemand Zeit hatte , sich um ihn zu kümmern . Und wenn große Dinge standen , war es kein Problem , eine kleine Telefonkonferenz abzuhalten .
Das alte Landtelefon gibt es natürlich schon lange nicht mehr auf Island . Heute sind sowohl eine komplizierte technische Anlage als auch erhebliche Finanzmittel vonnöten , um derartige zen zu veranstalten .
Störung auf Kanal 237
Und wo stehen wir heute ? dien fungieren als Medium , als glied , sie sollen Wissen , Informationen , Nachrichten und Freude „ vermitteln " . Der unermeßliche Informationsstrom , dem wir Tag für Tag ausgesetzt sind , macht es möglich , daß wir uns ein seres , gründlicheres Bild von unserer näheren wie weiteren Mitwelt machen können . Daran besteht kein Zweifel . Wir glauben nicht mehr an die Existenz von Einhörnern oder Kentauren , denn kein Massenmedium getraut sich , uns diese interessanten Wesen vorzuzeigen . Wir stellen sogar in Frage , daß es den riesigen „ Schneemenschen " gibt , denn weder Rundfunkstationen noch gen haben jemals ein Interview von ihm bekommen , ganz zu schweigen davon , daß kein Fernsehsender ihn bislang in seinem Heim aufgesucht und Bilder von seinem Familienleben ausgestrahlt hat . Dermaßen groß ist die Wirkungskraft dieser Massenmedien . Umgekehrt halten wir es für vollkommen wahr , daß schen den Mond betreten haben und auf
der ganzen Welt nach wie vor Kriege führt werden , weil die Zeitungen , das Radio und das Fernsehen uns davon vermelden .
Nichts prägt die Anschauungen der Leute mehr als das , was sie in den senmedien lesen , hören und sehen . Unser Weltbild ist von den Massenmedien schaffen , unser Mitgefühl und unsere neigung , unser Interesse und unser system werden von ihnen bestimmt .
Aus diesem Grunde ist es so überaus wichtig , daß die Massenmedien den sachen entsprechend berichten , daß sie von jeglichen Weltanschauungen und litischen Auffassungen unabhängig ben , nur ihre eigenen Interessen verfolgen und sich einzig und allein davon leiten lassen , die Wahrheit zu verkünden , die sie jeweils für richtig erkannt haben .
Und ich , der Schreiber dieser Zeilen , bin felsenfest davon überzeugt , daß keine Stimme so falsch klingt und keine nungsäußerung so unnütz oder nig ist , daß man sie deshalb den medien vorenthalten sollte . Es ist natürlich ein selbstverständliches schenrecht , einen Politiker einfach knipsen zu dürfen , wenn er behauptet , eine bestimmte Partei sei unnütz und dersinnig , aber weitaus wichtiger ist , daß er seine Meinung im Radio , im Fernsehen und in den Zeitungen äußern kann - so sehr sie einem persönlich auch mißfallen mag . Nach meinem Dafürhalten besteht nämlich keine Gefahr , daß abartige und extremistische Ansichten Wurzeln fassen , wenn die Massenmedien gut sind , denn gute Massenmedien bereichern die dung der Menschen , und ein höheres Maß an Bildung - so ist zu hoffen - hilft uns , Wahres und Falsches voneinander zu scheiden .
Eine andere Geschichte ist allerdings , ob diejenigen , die rund um die Uhr schen 260 Fernsehstationen wählen nen , glücklicher sind als die , die vor zig Jahren einmal die Woche eine einstündige Kindersendung im Radio hören konnten . Oder ob ihr Kummer über einen ausgefallenen Satelliten , der eine Störung auf Kanal 237 verursacht , geringer ist als seinerzeit mein Kummer über einen Antennenmast , den die Kühe umgerissen hatten . ■
Übersetzt von Hartmut Mittelstädt
Jürgen Schwarze /
Eberhard Schmidt - Aßmann ( Hrsg . )
Das Ausmaß der gerichtlichen Kontrolle im Wirtschaftsver - waltungs - und Umweltrecht
Vergleichende Studien zur Rechtslage in Deutschland , Frankreich , land und in der Europäischen schaft
Für Ende 1992 ist die Vollendung des Binnenmarktes verabredet . Im deten Wirtschaftsraum erhielt sondere das recht eine neue Dimension . In den Interaktionsfeldern nationaler und ropäischer Rechtsregeln werden gliedstaatliche Rechtsregeln durch die entsprechenden europäischen guren ersetzt oder modifiziert werden . Rechtswissenschaft wird daher in kunft in einer europäischen Perspektive betrieben werden müssen . Dies setzt die Kenntnis der Rechtsordnungen derer Mitgliedstaaten voraus . Die dien wollen dabei über allgemeine denzen und prinzipielle Strukturen der gerichtlichen Kontrolle von wirt - schafts - und umweltrechtlichen scheidungen Auskunft geben . Die tersuchung ist vier Rechtsordnungen gewidmet , die in einem besonders strukturierten Beziehungsgefüge ander stehen : Frankreich , Deutschland , Griechenland und der rechtsordnung . Die Autoren sind gewiesene Kenner des deutschen und europäischen Verwaltungsrechts . Ihre vergleichende Studie zur Rechtslage in Deutschland , Frankreich , Griechenland und der Europäischen Gemeinschaft verbindet in geglückter Weise schen Nutzen und wissenschaftlichen Ertrag .
1992 , 281 S . , geb . , 89 , - DM , ISBN 3 - 7890 - 2668 - 9 ( Europäisches Recht , Politik und Wirtschaft , Bd . 155 )
Nomos Verlagsgesellschaft
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