BERICHTE & 
Aufrechterhaltung und das Gedeihen der anderen Teile zu bezahlen , und umgekehrt für einen größeren Willen , stisch' zu denken . Denn ein neues wußtsein , das von den Eliten ausgeht , nimmt alte Regionalmythen und che Eigenheiten in Anspruch , und lich enteignet der nationalstaatliche rat sich selbst . 
Der Regionalismus kündigt nicht das kümmern des Nationalstaats an , sondern vielmehr seine klarere und eindeutigere Funktionalisierung für die Interessen der neuen ( oder alten ) starken Regionen . Im äußersten Fall sind Regionen - und zwar die mit dem Wunsch nach politischer ration - neue Nationalstaaten in spe . Der Regionalismus stellt unter allen Umständen sozial , aber auch mentalitätshistorisch , Gleichheits - und Sozialprinzipien in Frage , die ein verwurzelter Teil in der politischen Kultur der modernen europäischen schichte sind . 
Das europäische „ Wir " : Die inszenierte Identität 
Das letzte Glied in der europäischen Identitätskette gehört zur übernationalen Ebene . Interessant ist , daß diese Ebene des europäischen Integrationsprozesses das tionale und das Regionale in den punkt rückt , indem sie ersteres in Frage stellt und letzterem die Möglichkeit gibt , gestärkt zu werden . Dieses Glied ist gleich das schwächste in der Kette , wenn man es als Mentalität und Identität für die europäischen Bürger betrachtet . 
Meinungsumfragen , die von METER ( für die EG - Kommission ) und ren Instituten über eine Reihe von Jahren hinweg vorgenommen werden , scheinen zu bestätigen , daß dort , wo die Mehrzahl der EG - Bürger den politischen und schaftlichen Integrationsprozeß unterstützt , es an Menschen fehlt , die im Besitz einer „ EG - Mentalität " zu sein meinen . Darüber hinaus ist die Anzahl , die positiv auf solche Art Fragen antwortet , nicht signifikant gend von Jahr zu jähr , trotz beharrlicher Bestrebungen von Kommission und ment , den symbolischen und kulturellen Rahmen für eine „ europäische Identität " zu inszenieren : EG - Flagge , EG - Hymne ( die Freudenhymne aus Beethovens neunter Sinfonie ) , EG - Paß , EG - Olympiateilnahme und so weiter . Auf diesem Gebiet ist das 
EG - Europa nicht als 'empfundene mengehörigkeit' gegenwärtig , sondern stenfalls ein Anhängsel des wußtseins als politischer Identität und des Regionalbewußtseins als praktisch - schaftlichem Lokalpatriotismus . 
Auch meine eigenen Untersuchungen von Identitätsverhältnissen in Dänemark , Großbritannien und Deutschland weisen darauf hin , daß die territorialen hungen zwischen den europäischen tionen tiefe Spuren in den Mentalitäten hinterlassen . „ The democratic deficit " ist nicht nur eine Frage der mangelnden schlußmöglichkeiten des ments und seiner Beziehung zu den kern , sondern auch deren noch ungeheuer unvollständige „ europäische Identität " . 
Diese „ Identität " sieht , soweit man es beurteilen kann , danach aus , als sei sie eher eine Frage rhetorischer Strategien und offizieller Meinungsäußerungen als Ausdruck eines empfundenen kulturellen Zusammengehörigkeitsbewußtseins . nahmen sind Teile der europäischen lektuellen , Teile der jüngeren nen und eng situationsbestimmte Verhältnisse : sich zum Beispiel als ropäer im Ausland zu fühlen oder die muslimische Integration abzulehnen . Aber selbst hier kann nicht die Rede von sein , daß dieses Gefühl der ten „ EG - Identität " entspricht , sondern vielmehr einer viel breiteren und vageren pan - europäischen Identifikation . 
Europäische EG - Identität ist eine rung von oben und entspricht nicht oder nur halbherzig und sehr bedingt der Art und Weise , wie die Bürger 'auf dem Boden' ihrer Gefühle , Interessen und Wünsche zu einer Lebensorientierung im europäischen kessel kommen . Kulturelle Zusammenarbeit , freundliche Bilder von den anderen , sche Identität - ja ! Aber wirkliche sammengehörigkeit , Aufgabe stereotyper Vorstellungen , gemeinsame Lebensformen - nein ( noch , jedenfalls ) ! 
Mit einer gewissen scherzhaften treibung kann man sagen , daß es sich mit der europäischen Identität so verhält , wie ein Kopenhagener Sportjournalist kürzlich Dänemarks zweitgrößte Stadt sierte : 'Nur halb so groß wie Vestre Kirke - gaard [ in Kopenhagen ] und doppelt so tot ! ' Das Beispiel zeigt indessen , daß der in - tra - nationale Lokalpatriotismus dig ist - auch im kleinen Dänemark . 
Die ( un ) mögliche Konvergenz der Identitäten 
Das Bild , das sich auf dem inneren ropäischen Mentalitätsmarkt abzeichnet , weist nicht in die Richtung von Integration und Einheit , sondern eher auf on , Verschiedenheit und Dissoziierung - auf ein Europa , das aus einer Vielfalt von Identitäten und Mentalitäten besteht . Die Internationalisierung Europas führt mit sich , daß der Nationalstaat als beinahe versaler Entfaltungsraum für politische , ziale , wirtschaftliche und kulturelle Aktivität in steigendem Maß Konkurrenz von ren Sphären , anderen Räumen bekommt . Feindbilder von anderen Europäern sind nicht so gern gesehen , Nationalgefühl zeptiert man nur in seinen 'freundlichen' Arten , kulturelle und wirtschaftliche vität geht genauso innerhalb der Grenzen vor sich wie auch über sie hinaus . Damit werden die Identität und Souveränität nicht auf höhere Ebenen gehoben , sondern bekommen andere Funktionen . Sie werden relativiert und teilen sich auf . Europa wird eher das der Mentalitäten als das der talität , genauso wie die Mentalitäten pa verschieden ansehen . Europa ist ein Identitätsraum in Bewegung , wo der Kern immer noch das nationale sein zu sein scheint , aber wo dieser sich auch bewegt . 
Untersuchungen wie die , die BAROMETER vornimmt , sind gut und unentbehrlich . Was ihnen fehlt , sind die tieferen , 'qualitativen' Fragen , die chungen darüber erlauben , was hinter den statistischen Durchschnittszahlen in Form von Gefühlen , Vorstellungen und dungen bei den befragten Personen liegt . Ich arbeite zur Zeit an einer solchen suchung von Haltungen zur eigenen nalität , zu den 'anderen' und zur EG in nemark , Großbritannien und Deutschland . Hoffentlich können die Resultate zeigen helfen , auf welchem Weg sich Europas Mentalitäten befinden . 
Ulf Hedetoft ist Professor des „ European 
Research Unit " der Universität Aal borg . 
Übersetzt von Friederike Jaene . 
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