BERICHTE &
ISLAND :
Umweltfreundliche Energien
Eine intensivere Nutzung der lich vorhandenen Wasserkraft und Erdwärme soll entscheidend zur versifizierung der Wirtschaft gen .
Till Behrend
sland ist ein reiches Land . Die Isländer nießen einen der höchsten dards der Welt . Die Grundlage für diesen Wohlstand nach Jahrhunderten der Armut wurde vor allem durch die rung des expandierenden Fischereisektors seit dem Ende des neunzehnten derts geschaffen . Auch heute noch basiert der isländische Reichtum überwiegend auf der Nutzung des Meeres und seiner chen Fischgründe . Die etwa elf Prozent der Arbeitnehmer , die in der Fischindustrie tätig sind , erwirtschaften rund drei Viertel des gesamten Exporterlöses des an stoffen sonst armen Landes - eine für ein hochentwickeltes Land ungewöhnliche , einseitige Abhängigkeit von einem einzigen Rohstoff . Bei den Bemühungen , diese hängigkeit - und damit Verletzbarkeit - durch eine verstärkte Diversifizierung der Wirtschaft zu vermindern , rückt seit einigen Jahren der Energiesektor verstärkt in den Brennpunkt des Interesses , verfügt Island doch mit seinem Reichtum an Wasserkraft und Erdwärme über ein gigantisches tential an umweltfreundlichen , ren Energien . Nur ein Bruchteil wird bisher genutzt .
Energie im Überfluß
Seinen Energiereichtum verdankt Island geographischen und geologischen derheiten . Genau betrachtet ist die Insel vulkanischen Ursprungs nichts anderes als ein überseeischer Teil des schen Rückens , der hier auf etwa 63° licher Breite aus dem Meer auftaucht , um cirka 350km weiter nördlich wieder unter dessen Oberfläche zu versinken . Hier , an der Nahtstelle der Kontinente , wo die rikanische und die eurasische Platte ebenso
NORDEUROPA
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langsam wie unaufhaltsam einanderdriften , entsteht seit 16 Millionen Jahren Island . Durch das Zentrum der lich betrachtet sehr jungen Insel zieht sich , einem Korridor gleich , in Nord - Süd - Richtung eine aktive neovulkanische Zone . Dort finden wir die insgesamt 19 hochtempe - raturigen geothermischen te . Von heißem Magma über den Siedepunkt hinaus erhitztes ser - in einer Tiefe von 1 . 000m werden Temperaturen von 250 - 300°C erreicht - steigt hier an die Oberfläche . Zahlreiche niedertem - peraturige Bereiche verteilen sich über die ganze Insel .
Geothermische Energie wird auf Island zu verschiedenen Zwecken genutzt : zur zeugung , in bestimmten en ( etwa zur Seetangtrocknung ) , in erster Linie jedoch zur zung . Über 80 Prozent aller Isländer heizen ihre Häuser heute mit von Erdwärme tem Wasser . Die Reykjaviker halten auf diese Weise im Winter sogar einige Bürgersteige eisfrei ! Das Wasser wird gewöhnlich aus einer Tiefe von 100 - 200 Metern hochgepumpt , wo es eine Temperatur von 60 - 130°C weist , und , um das Angebot der den Nachfrage anpassen zu können , se in großen Tanks gespeichert . Eine wichtige Rolle spielt die Erdwärme auch in der Landwirtschaft : mit Warmwasser te Gewächshäuser versorgen das karge Land mit Gemüse , machen es ein Stück giger von Importen .
In der Erzeugung elektrischer Energie spielt die Erdwärme im Vergleich zur serkraft allerdings eine untergeordnete le . Wasserkraftwerke produzieren heute 95 Prozent der elektrischen Energie . Die lichen Voraussetzungen sind extrem günstig : dem weitgehend vegetationslosen neren , einem durchschnittlich 400 - 800m hem Hochplateau , dessen Gipfel zum Teil über 2 . 000m erreichen , entspringen che wasserreiche Flüsse . Sie speisen sich teils aus Frischwasserquellen , teils aus dem erheblichen Gletscherabfluß , vor allem aber aus den durch das ozeanische Klima bedingten überaus reichen gen . Das typische isländische werk liegt am Rande dieses Plateaus , dort , wo die Wassermassen mit Urgewalt in Täler und Schluchten stürzen . Das Wasser hat
Heißwasserquelle auf Island
hier nicht nur eine hohe Geschwindigkeit , es kann auch leicht gestaut werden . Den für technisch möglich und zugleich schaftlich sinnvoll gehaltenen 50 . 000 GWh jährlich stand 1989 eine tatsächliche duktion von 4 . 370 GWh gegenüber . Die 14 großen Dämme sowie eine Reihe rer Projekte produzierten damit weniger als ein Zehntel des für möglich gehaltenen .
Die Nutzung erneuerbarer Wasserkraft gilt zu Recht als umweltschonend . Doch tet sie natürlich immer auch Eingriffe in den Naturhaushalt , bringt vor allem Landverluste mit sich . Dies gilt auch für Island . Allerdings scheinen hier einige Projekte durchaus ve Effekte auf den Wasserhaushalt und die Begrünung des kargen und unbewohnten Hochlandes zu zeitigen . Und , ein weiterer positiver Effekt , fossile Brennstoffe ( Öl ) den heute praktisch nur noch in der Fischerei und im Transportwesen benötigt .
Weltmeister im Stromverbrauch
16 . 785 kWh verbrauchte jeder Isländer 1987 . Damit sind die Isländer nach den Norwegern die zweitgrößten braucher der Welt . Wenn es nach dem Willen der Regierung und der dustrie geht , werden sie die Norweger wohl schon bald überholen . Über die te des erzeugten Stroms wird dabei schon heute von den energieintensiven Industri -

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