POSTINDUSTRIELLE GESELLSCHAFT : 
Ausbildung - lebenslänglich 
Schweden , Prototyp der entwickelten schaft , steht vor großen bildungspolitischen Veränderungen . Wie muß man auf die sich verändernden Anforderungen reagieren ? 
Jürgen Hartmann 
Trotz einer Reihe von chen Ansätzen in der Diskussion der strukturellen Gegebenheiten der postindustriellen Gesellschaft findet sich bei den Theoretikern des gen Wandels in den fortgeschrittenen dustriegesellschaften ( Bell , Gorz , mas , Tofler ) ein Faktor , der von allen hervorgehoben wird : Die Bedeutung von Bildung und Informationsbeherrschung in den Steuerungs - und Machtprozessen der zukünftigen Gesellschaftsstrukturen . 
Nicht die Verfügung über Rohwaren oder Kapital bestimmt den Rang der flußnahme auf die Entscheidungsprozesse der Zukunft , sondern der Grad der Bildung und Informationsverarbeitung , der eine fassung globaler Entwicklungen licht . Ausbildung wird zum zentralen tor in den meisten politischen Szenarien und internationalen Vergleichen , die zukünftige wirtschaftliche und liche Entwicklungen prognostizieren . 
Zumeist finden sich in diesen Szenarien Gleichsetzungen zwischen Länge der mellen Ausbildung , ausgedrückt in dungsjahren oder sen , und dem erstrebten Bildungs - und Informationsniveau , das die Anpassung an die Gegebenheiten der neuen lichen Strukturen ermöglichen soll . 
Dr . Jürgen Hartmann ist licher Mitarbeiter am Universitätskolleg Falun / Borlänge , Schweden . 
Eine solche , vorausgesetzte Kongruenz kann jedoch aus mehreren Gründen gezweifelt werden . Einmal muß die lität der Ausbildung gewertet werden , zum anderen die strukturelle Möglichkeit aller formalisierten und bürokratisierten Ausbildungssysteme in Phasen schnellen gesellschaftlichen Wandels adäquate bildungsformen und - inhalte zu erstellen . 
Das Modell der schwedischen fahrtsgesellschaft fußt in hohem Grad auf der Annahme einer vermittelbaren nalität , deren Erkenntnis und dung zu einer Gesellschaft mit geringen Klassenunterschieden und mit gleichheit für alle Bevölkerungsgruppen führen sollte . Ausbildung und tion waren die Schlüsselbegriffe , die von Alva und Gunnar Myrdal in ihrem wurf der Wohlfahrtsgesellschaft 1934 wendet wurden . 
Die große Bedeutung von dungsvereinen , Volkshochschulen und ternativen Bildungsangeboten für die bis dahin von der traditionellen sellschaft Ausgeschlossenen , wurde deutig anerkannt , im Entwurf der Wohl - fahrtsgesellschaft jedoch durch ein zentralistisch geleitetes stem ersetzt . Man glaubte , nur durch ein solches einheitliches System gleichheit für alle Gruppen herbeiführen zu können . In der Folge wurde zwischen 1945 und 1977 durch fortlaufende men ein geschlossenes System der dung von der Grundschule bis zur schule geschaffen , dessen Formen und 
Lehrinhalte direkt der politischen trolle unterstellt sind . 
Fortlaufende Bedarfsrechnungen und Anpassungen sollen eine effektive nutzung der Mittel im reich garantieren und mit den investitionen den Anschluß an die hochtechnische Entwicklung in der kunft sichern . Dieses rationale Modell der Ausbildung dominiert auch heute in Schweden , wird aber mehr und mehr von verschiedenen Seiten in Frage stellt , da wirtschaftliche Entwicklung und eine ideologische Umorientierung kollektive Ausbildungsmuster als wenig geeignet erscheinen lassen , die schaftlichen Probleme des Landes in der Zukunft zu lösen . 
Ende der achtziger Jahre nach einem fast zehnjährigen Wirtschaftsboom waren von einer Bevölkerung von fast 8 , 5 lionen 53 Prozent auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt . Von den 16 bis 64 - jährigen waren bei den Männern 84 Prozent , bei den Frauen 82 Prozent Erwerbstätige . Die hohe Erwerbstätigkeit sowohl insgesamt als auch bei den Frauen ist eine Folge der veränderten Strukturen auf dem markt , dessen Ausrichtung auf eine vice - und Informationsgesellschaft in der Statistik deutlich wird . 
Die im internationalen Vergleich durchschnittliche Erwerbstätigkeit der Frauen ist , von spezifischen gen der schwedischen Sozial - und politik abgesehen , eine Folge des hohen Anteils an öffentlichen Dienstleistungen , die vor allem den Bereich von Kinder - und Altenpflege umfassen . Daneben schäftigt auch der wachsende private Dienstleistungsbereich in hohem Maß weibliche Arbeitskräfte . Ebenso zeigen die Kompetenzstrukturen der tätigen eine klare Tendenz in Richtung der Bildungs - und schaft , in der die Mehrzahl der kräfte eine Sekundärausbildung erhalten haben . 
Besonders unter den jüngeren tätigen zeigen sich die Effekte einer seit 1950 konsequent durchgeführten politik , die den Besuch der schulen als Regelschule für alle chen anstrebt . Ende der achtziger Jahre besuchten über 90 Prozent aller löjähri - gen die Gymnasialschule und der Eintritt ins Arbeitsleben hat sich auf die gruppe der 19 bis 20jährigen verschoben . 
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