KULTUR
Deutsch ist in !
Ulla Holmgren , während . Deiner keit als Studiendirektorin am stischen Institut der Universität holm hast Du das Auf und Ab der deutschen Sprache in Schweden intensiv miterlebt . Was sagt eine Insiderin zur Entwicklung der letzten zwei bis drei Jahre ?
Unerhört erfreulich - das ist das erste , was mir einfällt , und zugleich bin ich nicht wenig erstaunt über diese Entwicklung .
Du hast sie so nicht erwartet ?
Erhofft ja , aber nicht erwartet . Am essantesten ist für mich das Interesse für Deutsch schon in der schwedischen Grundschule . Deutsch dominiert als te Fremdsprache ( Wahlfach ) in Klasse 7 bis 9 mit über 50 Prozent ( Französisch 17 Prozent ) , eine Steigerung von ungefähr 10 Prozent im Vergleich zu 1989 .
Wo siehst Du Gründe ?
Große politische Ereignisse waren in den letzten hundert Jahren in Schweden rar . Die Möglichkeit , hier nun endlich mal einer radikalen politischen zung nahezukommen , ihrer teilhaftig zu werden , schafft ein enormes Interesse . Und die Möglichkeiten , dieses Interesse
Interview mit Ulla Holmgren , Germanistisches Institut der Universität Stockholm
zu befriedigen , liegen direkt vor der Tür , günstige Verkehrswege , halbwegs te , zumindest nicht abseitige Milieus , dienverbände , die mit spannenden Kursen neugierig auf Deutschland machen . . . se Neugier auf die deutsche Gesellschaft ist für viele der eigentliche Anstoß , Deutsch zu lernen .
Hat das auch mit dem hier allgemein zunehmenden Interesse an Sprachen zu tun ? Neulich fragten sich zwei hübsche junge Schwedinnen in der U - Bahn Chi - nesisch - Vokabeln ab , das hatte etwas Exotisches . Fremdsprachen - Lernen als Modewelle ?
Gewiß auch das - die Neugier auf nes , Fremdes , Andersartiges wächst nicht nur in Osteuropa . . Spanisch zum Beispiel ist heute in Schweden in , nicht so wie Deutsch , aber immerhin : auch den Spa - nisch - Lektoren hier an der Uni rennt man die Tür ein . Deutsch lernt man aber nicht nur aus Lust an der Freude . Die sigkeit in Schweden steigt , wie Du weißt ; mit Deutsch verspricht man sich mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt . Das prägte Zielbewußtsein der heutigen dentengeneration ist für mich etwas Neues , man strengt sich an , rackert sich regelrecht ab . Da ist nichts mehr mit kursen , bei denen man gemütlich Kaffee
trinkt , Ergebnisse sollen auf den Tisch , und das möglichst schnell . Und manch einer studiert ja auch während er auf eine Arbeit wartet , quasi um die Zeit zwischen Schule und Beruf effektiv zu nutzen .
Das Ganze hat nicht zuletzt zu einer Vi - talisierung der Lehrerschaft geführt , an die nun wieder Forderungen gestellt werden . Dieses schöne Gefühl war uns in den ziger und achtziger Jahren etwas den gekommen . Deutschkurse für men , Naturwissenschaftler und Juristen hier an der Universität sind ein sichtbares Zeichen für den frischen Wind , der weht .
Kannst Du etwas über die Deutsch - Vorkenntnisse der Studenten sagen , also praktisch über die Voraussetzungen , die sie von der Schule mitbringen ? In schen Zeitungen ist ja ab und an recht Vollmundiges und manchmal sträubendes über schwedische formen und damit verbundenen stungsabfall zu lesen . . .
Ich weiß . Aber man sollte schon sehen , daß die schwedische Schule ein etwas deres geartetes Ziel hat als z . B . die sche : sie wendet sich allen gleichermaßen zu . Übertrieben sind dabei die cirka 90 zent der Grundschüler , die dann aufs nasium gehen . Aber daß die schwedische Schule stärker auf Fertigkeiten setzt denn
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