Full text: Geschichte und Art der Baukunst im Herzogtum Schleswig (Bd. 5)

2 a, 1—4 (¡crfter Seit: OTittel unb Kräfte bet SBaufunft. Der Stoff !> 
(Erfter Xcit ber 2ibf>anbtung: 
unb Kräfte ber Baufunft 
2 a Bau- unb XDerffioffe 
Mgeraeines 
1 2)er 93erfud), bie ©ntroicfelung eines SSoIfeS oon ben 2lnfängen bis gu 
ber if)m eigentümlichen ^röhe au£ ber natürlichen 93efd^affentjeit feiner §eimat 
geroiffermafjen abguleiten, ift eine oerfüijrerifdfe Söefdjäftigung. Solche Ableitung 
roirb fortroäljrenb mit mehr ober roeniger ©efdjicf oerfudjt, unb ber 2krfud) ift 
oft genug oon bem für ben Söetreiber angenehmen ©efiiljle beS leisten ©elingenS 
begleitet, roeil er allemal, roie bie 2lrbeit eines glücflidhen f^htjfiognoraiften, 
nach be£ „roheren 2ßanbrer£'' unoerblümtem Urteile : ), oon oben herein gefehlt. 
2öer an begleichen greube hot, greife gu bem neuen hübfehen 93ud)e beS gemiit» 
ooHen 9t. SÖtielcfe: ®ie 3)orffird)e. .geber erinnert fid), roie bie Äonftruftion 
ber heHenifchen ©efchidjte burd) ein folc^eS Verfahren unterftütjt roirb. ©ntflöffe 
biefer SöetradjtungSroeife greifbare SSahrheit, fo möchte man bitten, bie nod) 
gang unbetannten Gntroicfelungen unb ©efchtdjten auS betannten geographifdjen 
Sefdhaffenheiten ohne gehl gu fonftruieren; bafür empfiehlt fidh gum Seifpiel 
bie ©efdjichte oon ©elebeS. 
2 2Str glauben an berartigeS nicht im ©eringften, benn fdhon ber einzelne 
SOtenfch ift iein SlaturergeugniS. 2öir geben nicht einmal gu, baff bie 3)eid)e 
Söirtungen ber Sefcfjaffenheit biefeS SanbeS finb, gefdjroeige ber Parthenon unb 
bie SliropoliS ©rgeugniffe beS Stttifchen. 2öa£ gefchiel)t, ift allemal entftanben 
au§ ber Querroirfung ber Äräfte, — ben Slnftof? gibt ber StöiHe, ben ©rfolg 
bie Kraft, mit ber er fich bei unb an ben ©rfd)einungen ber Sichtbarfeit unb 
llnfid)tbarfeit mit ben oorgefunbenen ober befdjafften iäJtitteln betätigt a. 
3 immerhin fmb für bie Kunft in ber Statur beS SanbeS geroiffe ©runb= 
bebtngungen gegeben, unb namentlich bie SBaufunft tann nidjt anberS als fich 
an unb au§ ben gur Verfügung ftehenben Stoffen entroicfeln. SBir miiffen alfo 
biefe genau gu fennen ftreben. Sie ©rfenniniS ber baburch bebingten ©r= 
fcheinungett, Unterfchiebe unb ©igentiimlichfeiten ift auf einem weiten Seob* 
ad)tung£felbe möglich. 2lber auS ben Stoffen bie ©ntroicfelung ber Kunft eriennen 
unb ihre Vorgänge erflären gu rooEen, roäre aud) bet SBaufunft gegenüber oer- 
gebüdh- @S finb nicht bie Steine unb ber 3Jtörtet, bie ftd) gufammenfügen; fie 
roerben geftaltet unb georbnet oom Söillen, unb er muh fie aud) roohl felber 
befchaffen, ja fchaffen, roa£ freilich nicht auS bem 9tid)tS möglich ift. 
4 2öie aber geiftige Seiftungen unb Vorgänge oon unS immer nur an 
finnlichen ©rfdjeinungen unb in ihnen erfannt roerben, fo fteht unS auch f ür 
B, 11 
') S. spiftjfiognom. Steifen oon SOtufäus, unb ©ötbes Epigramm baju.
	        

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