Full text: Geschichte und Art der Baukunst im Herzogtum Schleswig (Bd. 5)

33,4-7 
Sage ber ftirdjen. Snfdjlüffe an fjeibmfdje Soweit 
123 
4 DB bie edjt gertnantfdjert Äultftätten etroa§ anbere§ roaren als §atne 
ober eingelegte ^lätje unter freiem Fimmel 1 ) roiffen mir leiber nrirflicfj nodj 
nidjt. ^reilidj gibt eS ßtefte unb ©puren ber „§öfe" ber ©öfter; aber fie gu 
feljen mufj man nadj QSlanb geljett. 
5 S)ie ^orm bortiger „Tempel" ift bie eines langen, burct) eine ©djetbe 
in groet ungleiche ßfäume getrennten 9tedjtede§ □ ss, gebaut auS SRafenftütfen a. 3.6 
®a feine SSerbinbung groifdjen beiben ift, ergibt fid) bei ber fdjetnbaren Sleljn» 
Itdjfeit mit einer iltrdje eine audfcpeffenbe SBerfd)iebenE)eit. Db ber $ppuS 
fotdjeS ©ötterfjofe§ überhaupt allgemein unb altgermanifdj ift, fteljt nidjt feft; 
eS ift möglich, bafj ein SBebürfniS nadj Tempeln unb ÄuItuSftätten erft nadj 
unb auS ber 93efanntfdjaft mit benen ber Stiften entftanben ift, roie fid) ja 
tatfädjlidj bie p^ere fjeibnifdje Ä'ultur erft feftgefteflt fjat, als man mit ber 
djriftlidjen Söelt befannt geroorben mar. Sßerbingd ift ber fEempel audj nidjt 
auS bem djriftlidjen ©otteSijauS entftanben. ®iefeS fann nidjt anberS als 
orientiert fein. S5er i§länbifdje §of liegt in roißfürlidjer Stiftung. 
6 ©ine anbere Slnnafjme miß unfer djriftlidjeS ©otteS^auS nidjt auS ben 
Öfen, fonbern auS ijeibnifdjen §olgtetnpeIn IjerleitenA .§ier aber ftebjt eS 36,4 
gerabegu feft, bafj ber §oIgtempel StorroegenS, ben mir ja aßein fennen, auS 
bem djriftlidjen Äirdjengebäube abgeleitet iftA. „@r ift entftanben burcfj bie 25,12 
ftetige frudjtbare S3erbinbung groifdjen ben §eimifc^gebliebenen, ben ©djroeifenben 
unb ben SßuSgeroanberten ber Normannen" a (®ietr. 2 , 22 ). 32,9 
7 DrtSnamen, mit ben Santen oon ©öttern gebilbet, raie baS fonft 
öfters oorfommenbe SljorSlunb (SljorS Söalb), finb äufjerft feiten; man fennt 2 ) 
bei uns nur etroaS Dnfilb (Dbinfdjrjlbe b. i. DbinS §öljen), EÜieSlunb (3iu§» 
§ain), $ifet 3 ) ($i§roitlj b. i. 3iu§«3Salb), SöonSbed (DbinSbef). SöoienS 
(SBobenfee?), SBielje unb in mandjen auf §of au§geljenben Ortsnamen fann 
an ben ^eiligen ißlaf} ber ©ötteroereljrung (3öi, §00) erinnert fein. 
fid) baju eigneten unb bie Umftänbe banad) mären. Sber bas einfadjfte unb 3roedmäf3igfte 
Verfahren mar bod), bafj man ben „Hof" abbrad), ober aud) abbrannte (Dietr. 2,52J. 
Sei ben Deutfdjen rnadjte Unmann allerbings ex lucis ecclesias, fo Ijeifjt es roörtlidj bei 
Sbam; aber bas tonnte nur gefdjeljen, inbem er bas J90I3 ber §aine für ben Sau feiner 
Sirdjen benutjte, fei es gefliffentlid), fei es roeil es itjm fo am bequemften mar. 
x ) S. Dietr. 2, 48 f. Sei S. SOTülIer, Sorb. Sltertumsfunbe, fudjen mir überhaupt 
oergeblidj nad) jeber Serfinnlidjung eines Dempels unb nach Sadjridjten barüber. Das Silb, 
bas [ich anbere 00m heibmfdjen Dempel madjen, ift jum Deile gcrabe erft (Erzeugnis bcs 
äBunfdjes, eines 3U haben, aus bem man bie Sorm ber djriftlidjen Äirdjen ableiten tönne. 
2 ) Ufad) D. S. §. 1, 203 f. unb ben (Ergänzungen oon SaSour. 3nSorroegen aller» 
bings hat eine Stenge ftirdjen Samen, bie auf §of ausgehen. 
3 ) Sa (£our 21: 3n einem Sriefterberidjte oon 1638 roirb auf ber ©rammer gelbmar! nam» 
haft gemacht: „ÜBiehoi, item Stenrögel, roorauf fid) ein grofjer breiter Stein befinbet, ctma 15 
(Ellen (8 m) im Umfang, auf bem, roie man meint, bie Slten geopfert haben.“ Sa (Eour 
hat in feiner ülbfjanblung „Sjeibnifdje Heiligtümer in Dänemart“ oerfudjt, überall aus ben 
Ortsnamen unb anberen Ülnbeutungen bie Stellen 3U ermitteln, an benen alte Sultusplätje 
unb Dingftätten geroefen fein mögen. (Er macht 53 §arben namhaft als foldje, roeldje ber» 
gleichen enthalten hätten. 211s Segel 'teilt er auf, bafe bie heiligen ißlähe an nieberen, 
naffen Stellen, als SWooren, SBaffern, Seen, ober [oldjen [ehr nahe liegen. 3 c be Harbe 
möge einen religiöfen Slittelpunft gehabt haben, ber jebodj nidjt mit ber Dtngftätte 3u[ammen 
3U fallen brauchte. 8rür uns unb unfere Unterfudjung ift bas nidjt unroidjtige ©rgebnis ber 
unter fo oiel oerheifjenbem Samen auflretenben Sbhanblung bas, bafj mir bemerten, mie 
roenig mir roirtlidj über bie heibnifd)en Sultuspläge roiffen; ba ift alles blofj Sermutung 
unb roefentlich aus ben Ortsnamen gefdjloffen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.