Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Kreise Herzogtum Lauenburg (4,1)

Dr. Schule über bie Bezöge oon Hicberfachfett im JTtittelalter. 
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bie alle bie ftircije ö erb eifern InoHten. Unb toa§ toirflid) errafft toarb, gebiet 
bem roeitlic^en 5lrme niefjt. $a§ 8 M§tum, ohtool f>t§ jum SLobe geängftigt, 
entfiilüpfte ben .fperjogert Bi§ auf etliche getjen, bie fie in ^änben bedielten. 
9i e i n b e (i unb Sein fei b nannten ber ^er^og ju ©ottorf unb ber bänifc^e 
ßönig faft gan§ tneg. 2 )a blieb aufjet bem armfeligen $ubbetoörbe nur 
Marien tuof)Ib — too fie freitief) eigentlid) nichts ju fagen Ratten, toeil e§ 
tion ben Sübecfern in ifjrern üßfartbbefifje gegrünbet unb begütert toar. Um ben 
Sefit; biefe§ guten ßlofterä, ba§ 1534 im Inbfifjen Kriege üerbrannte, füfjrte 
nad) SlagnuS feit 1543 gratis I. unter ben tniberlid^ften gättferaen, 9tofj= 
feiten unb ©etoalttijaten einen erbitterten Streit mit ben armen bormaligen 
gnfaffen unb ber Stabt Sübect. äBäfjtenb bie ÜRectlenburger für fid) 1554 
ba§ SSistum in ben Sotljafcn brauten, ^atte ber §erjog bon Sachen, @ngern 
unb SBeftfalen ben lebten §eUer ausgegeben, um feine ßuranfprücfje gu betreiben, 
unb ftatt bafj er au§ ber Deformation mit anfgebefferten Umftänben Ijerborfam, 
fjatte er beinah nur noef) Sdjulben. 9lid)t nur S3ergeborf, ber Sadjfentoalb unb 
Stölln toaren fort, and) Sa|eburg unb Deuijauö, Saucnburg unb bie ©rafen* 
börfer toaren toer^fänbet; faum bafj ber ©infiij in ben eigenen Sanben getoaljtt 
blieb. 2 )abei toar be§ .&erjog§ gamilie jafjireici) unb tooHte berforgt fein. 
SBerfen mir mit bem ^crjoglid^en ßanjler 2)r. Sdjulse (Schreiben an 
Sperjog granj II. 1583) einen Sütfblidt auf bie ©efd)ici)te ber $erjoge ju Sieber= 
fadjfen, fo bietet fid) biefj ©rgebniS: 
„Unb ftnb ber Berrfcbaft riet angenehmer gemefen, fo Hatfdjläge 3 U geben gemußt, mie 
man bet Ejofe oiet Beifige, nie! h°d?trabenbe föftlidje fdjöne pferbe halte unb burd? Hedjt 
ober Krumm 31 t foldicr Unterhaltung entmeber oon ben armen Unterthanen ihr Schmeiß unb 
Blut ausfaugen, ober mit Verfeßung, Veräußerung ber £anbe unb £eute bie Hotburft aus« 
richten unb 3 U IVege bringen möchte. lüie man aber £attb unb £eute oermebren, recht unb 
geredjt jebermänniglich mitteilen, Kirdjen unb Schulen beftellen foll 1 ), beshalb h a * man ftcb 
roenig betümmert, mie bann aud; um foldje £eute, fo h' e 3 u Bat 3“ geben gemußt haben. 
Uber mie ifts hinausgegangen mit benfelben (Euer jmrftl. (Snaben Vorfahren? (Ein (Teil, fo 
ben Hamen an ftd? genommen, baß fie Bitter heißen mollen, haben folang geritten, baß fie am 
(Enbe aus £anben unb £euten geritten ftnb; ein Ceil, fo fidj oon feinen anberen, benn Bitters« 
fnedjten, raten laffen mollen, haben fid) unb ihre Hadjfominen um bie (Ehur gebracht. Die 
folgettben pergoge haben ftattlidje Schlöffet, Bäufer, Ketnter oerfaufet, oerfeßt, oerpfänbet, baß 
(Euer <5. unb mol alle bereit Hachfommett mit Sd?tner 3 en 3 U emigen gelten foldjc cou 
außen anfehauett müffen. Hlfo gehet es, menn man , nicht reblicfjer, aufrichtiger £eute Bat* 
fdjläge anhören unb folgen mitl. — IVeiß mol, baß betten uon h°her ®eburt mehe unb ocr« 
brießen thut, menn fie ftd) oon geringes Berfommcns perfonen reformieren unb regieren laffen 
follen. 31ber (Sott gibt nicht ftets 3 ug(eich, bettebft ber hohen CSeburt, hohe IVeisheit unb 
’) SÜefer Sroecf ber ©efularifationen, ben man in anberen Seilen ©eutfdjtanbij bod) nie 
ganj au? ben 'llugen ocrior, unb ben man, wenn aud) hie unb ba nur au? ©djamgefül)!, immer 
toieber ein unb ba? anbere 211 at herumgeigte, hat hier bie .(pergoge gang unb gar nicht berührt. 
SlUerbing? hatten fie 3 . SB. im .gjolfteinifctjen barin feine Söorbitber, bie e? Keffer gemacht 
hätten. Slehnlid) im ffiirftentum Diaßeburg; hier gab e? fogar feit uralter Seit bie gelehrte 
$om?chuIe; biefj SBermächtniS be? „finfteren HJtittelalter?" hat bie Dteuseit Oernichtet (1845), au? ©eig. 
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