Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Kreise Herzogtum Lauenburg (4,1)

Ejerftelíung ber Kirche im polabenlatibe. Das neue Bistum Haneburg. 5 
Sijelin alg SBifdjof tüieber auf. Sig ju feinem Dobe 1154 toaren toenigfteng 18 Kirchen 
fertig, unb bag ßanb toar mit Slugnaljme einiger Striae am Sleerc beutfcf) ge= 
mai^t unb hatte feine firá)Ii<íje Einteilung unb Drbnung erhalten (f.Sij.=$. 130). 
9Iei)nti(i) toie bei ben Söagern ift ber Sorgang auch in $ßo laben getoefen; 
nur finb toir barüber nidjt fo gut unterrichtet. Da í)ter ein perfönlidjer 5)tittel= 
punft, eine jufammenfaffcnbe unb antreibenbe fíraft toie bte Sijeling fehlte, 
bauerte eg mit ber öffentlichen (Einführung be§ 6 hriftcntum§, ber SBieberljerftel* 
Iitng beg Sigtumg, cttoag länger. Sud) hier 3 0 Ö en toäffrenb biefer 3eit beutfchc 
Snfiebler non Steftcn in Stenge ein. Sur Deutfcije bezahlten bic 3 e ^ n t en ; 
Stenben hatten anbere Abgaben ju leiften. Daraug, bafj fofort bei Srrichtung 
beg Sigtumg Stitte 1154 bie Zehnten ini (toöfjten SLeite beg Sigtumg aufgelegt 
toerben ionnten, ift auf bie ©tärie ber gintoanberung unb ber bamit üerbum 
benen Umtoanblung ju fchlicjjen. Sur in ber ©abclbanbe, bie ja jcnfcitg ber 
©achfengrenje lag, hatte man bie Zehnten fcpon bon alterg h ei - unb biefe befajj, 
toahrenb bag Sigtum Saijeburg ruhte, ber ©achfenherjog; litchlich toirb ber 
ßanbftrich bon Serben aug (f. ©. 2 ) geleitet toorben fein, beffen Sprengel ja 
bas füblidjc glbufcr umfaßte. Stenn baljcr auch cttoaige Snfprücfje Serbeng bon 
758 unjtoeifelhaft erlofdjen toaren, feit man bag erfte Sigtum Clbenburg errichtet 
hatte, toaren fo neue ertoachfen. gür biefe toarb Serben, alg cg ben ßanbftricf) 
toiebet an bag neue Sigtum Satfeburg abgeben muffte, mit einer gntfcijäbigung 
abgefunben (£einri<h§ b. ß. 11t!. 1158 *). gin ©tücfchen ßanbeg, bie Sierlanbc 
mit Sergeborf, trat auch bag §amburgif<he Kapitel ab, ober bielmehr gab eg 
toiebcr hevaug. Denn bag Sigtum toarb „genau in ben ©renjen, bie eg 
ein ft gehabt", h^geftettt. 
Sßähtenb biefer Ucbergänge auf firchlichetn ©ebiete hatte fich ber ftaatlidje 
llmfchtoung unter getoaltfamen grfcljeinungen boKjogen. Sach 1131 hatten 
bic Stenbcnfürften f|3ribiglato unb Sillo t ben Deutfcf)en mit atten Kräften 
Droh geboten unb fich an bie ©pitje beg SHberftanbcg in biefen ßanben geftcEt, 
eg jcboch nicht bermoci)t, bem bom mächtigen SHEcn Äaifer ßctparg geförberten 
Sorbringcn beg gfjriftentumg einen Damm entgegenjufetjen. 3Löie nun ßotijat 
1137 ftarb, fam bag ßaifertum an bic ©taufen; bag fperjogtum ©achfen, bon 
jenem getrennt, entgieng bem Steifen, Heinrich bem ©toljen, ßotharg ©d)toieger= 
föhne, unb gelangte an Wibrecht ben Sären. Slbredjt bcabfichtigte, über Sorb= 
elbingen, too Sbolf bon ©chaumburg feither ©raf toar, famt SBagrien unb $o= 
laben ben ihm ergebenen Heinrich bon Sabetoibe ju fehen, unb biefer 
nahm bic ßanbe 1139 ein. Da aber Wibrecht gegen bie Sßelfen, nach Heinrich» 
*) ®<^tf)ett biefer Utfunbe ift befiritten (f. EJlectlenb. Urt. 33. unb litt. u. 31 eg.), aber 
feutelttegl mit jhnngenben ©tituben. Urtjete 3lu§einanbetfefcungen Würben, gefegt fie feien unecht, 
nut in äöcnigem Ginfäjtäntungen 5 U erfahren braunen unb in aEen ^auptfadjen unberührt bleiben 
bii auf bie: baf¡ bal SBiltum 1154 genau in ben alten ©renjen IjergefteEt fei, Wellte SSeljauDtung 
f'*h in biefer beftimmten gorm nut auf jene Utiunbe flitzt.
	        

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