Full text: (Bd. 3)

Nachtrag. Stadt Schleswig. 
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an die frühere Farbengebung, wol vielfarbig bunt, verneuert und ausgebessert. 
Hiefür erhielt er 100 Reichsthaler. 
Viel weniger erhielt er für die Menge von Pasteten und Gallerten, die 
er im Laufe des Jahres, zu Weihnachten und Ostern, auf Balzer von Schulen 
burg des Küchenmeisters Befehl mit Wachsfarben blau, gelb, braun, rot und 
grünspan zu färben hatte (für jedes Stück 15 Pfennige). Das Schauessen 
wurde auch mit Gold verziert. 
Die kunstgewerklichen Arbeiten des Jahres 1615 sind lediglich den 
Umfang nach bekannt. Jürgen Go wer hielt zahlreiche Gesellen. Her 
rn an Uhr hatte nur wenig für den Hof zu thun. 
Desto mehr 1616 gelegentlich der Leichbestätigung des Herzogs Johan 
Adolf. Da renoviert Herman Uhr König Friedrichs »Gedächtnis« 1 ) und 
streicht das »Gadderwerk«, von dem es umgeben ist, an (10 Thaler); eben 
so renovirt er »Herzog Friedrichs Gedächtnis 2 ) an dem Altäre« (2 Thaler). 
Da werden von ihm die Gemächer, in denen die fürstlichen Gäste herbergen, 
der Herzogin Kammer, Frl. Agnes ihr Saal ganz oder teilweise, Stühle, 
Bildrahmen und vieles Andere, 336 Lichter und 32 grosse Lichter, die vor 
dem Sarg her getragen werden sollen, schwarz angestrichen. November 
1616 aber errichtete Jürgen Gower zur Huldigungsfeier Friedrichs III. 
auf dem Rathaus zu Schleswig ein kunstreiches Zelt. 
Mit Johan Adolfs Tode erreicht die so überaus rege Thätigkeit zur 
Ausstattung des Schlosses einen vorläufigen Abschluss. Am 31. Jan. 1617 
ward Jürgen Gower seines Dienstes in Ehren entlassen und die Stelle eines 
fürstlichen Schnitkers auf dem Hause Gottorf aufgehoben. 
Aus späterer Zeit seien hier noch einige Einzelheiten zusammen gestellt: 
Bildhauerei: Ren.-Zeit: Der lange Tanzsaal ward 1626 mit 2500 
blauen, von Steinhauer Wilm Schmidt vor dem Legen dunkel zu ölenden 
Fliesen belegt. — Barock: 1648 machte Zach. Hubener ein grosses 
Wappen mit Postament (50 -f- 48 Rthlr.). Sommer 1652 wurden die Pfeiler 
unter der langen Brücke aufgeführt. — Heinr. Rölcke erhielt 1673 für ein 
Kamin in der Fürstin Gemach 360 M. — 1673 Tischler Hans Steffens 65 M. 
für die Gallerie in der F. Schlaf kammer, und für »Pyramiden« im Tanzsaal. 
Malerei: Nie. Umbhöfer bemalte 1626 ein Gemach (180 M.). Hof 
maler Hans Müller malte 1635 ^ as Gemach der Herzogin; ferner 1640 
am N. Werk; im selben Jahre hat Otto Jageteuffel daselbst das kl. 
Lusthaus ausgemalt (720 M.); am grossen arbeitete 1671/2 Christian 
Müller (965 M.). Contrafeiter Jak. v. d. Doordt fertigte 1626 ein in 
Wachs plissiertes und 3 gemalte Fürstl. Bilder (810 M.); Nie. Umbhöfer 
1633 die Bilder des Herzogs und der Herzogin (je 108 M.); Franz Strach- 
gen 1635 mehrfach fürstl. Min.-Bildnisse (durchschn. 61 M.). — 1646 er- 
') Also das Königsdenkmal im Dome. 
2) Bezieht sich entweder auf das Denkmal des Herzogs und Bischofs Friedrich, das ja nicht 
in der alten Form erhalten ist, und demnach früher »am Altäre« — d. i. wol am Chore, denn 
Altar bedeutet oft Chor, Altarhaus — gestanden hat; oder auf irgend einen anderen am da 
maligen Altäre angebrachten Schmuck zu Ehren des Herzogs Friedrich.
	        
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