Full text: (Bd. 3)

Nachtrag. Stadt Schleswig. 
J 5 
Inzwischen war Andreas Salgen Hoftischler geworden und ihm und 
seinen Gesellen war auf dem Schloss Wohnung und Werkstatt angewiesen. 
Am 4. Nov. 1610 kaufte Andreas Salgen »zu Ihro Fürstl. Gnaden 
Gestühlte« in Flensburg Firnes und Maserholz. Stralsunder Wagenschott, 
Brasil- und andres Zierholz hatte er schon früher, jenes in Lübeck, diess in 
Hamburg sich besorgt. Die föhrenen Balken für die Kirche hobelte 
Asmus Olefsen. Jürgen Bock drehte 1610 11 Pfeiler, 1611 5 Säulen für 
die Kirche und u. a. 4 Rundteile »in eine Decke baven den Altar«. 
Unter Andreas Salgens Gesellen (im Jahre 1611 beschäftigte er deren 7) 
sind jedenfalls Adam Wegen er 1609, und 1611 Fried rieh Joh ansen, 
vielleicht auch Keye Möller, Bildschneider. Die Brüstung des Fürsten 
stuhls trägt in der Krone die Jahreszahl 1612. Inmitten dieses Jahres ist 
Andreas Salgen verstorben. 
In seine Stelle trat am 1. August 1612 der Schnitker und Bildenschneider 
Jürgen Gower. Ohne Unterbrechung nahm er die Arbeit am herzog 
lichen Betstuhl auf und führte, dem ursprünglichen Plan sich anschliessend, 
nur etwa durch eine noch reichere Ausgestaltung der schmückenden Einlege 
arbeit von seinem Vorgänger sich unterscheidend, das Werk hinaus. Die 
Zahlen 1613 an der Tür, und 1614 markieren was bestimmt von ihm her 
rührt. 1613 entnahm er aus der Schleswiger Apotheke an Farben V $ 
Spangrün, rotes Brasilholz und andre Dinge, die man im Innern des Fürsten 
stuhls verwendet sieht. Der Drechsler Heinrich lieferte ihm eine Menge 
kleine, die Schnitkerarbeit ergänzende und in sie aufgenommene Einzelheiten, 
speziell zur »Tür in der Kirche« 2 Kapitale, 1 Rose von weissem 
Holz, 2 Fussgesimse, 4 gelbe, 10 schwarze Puckel u. a. mehr. Von Jürgen 
Gowers Gesellen treten 1613 Peter Lange, Jürgen Ho wer, Key 
Möller zumeist hervor. Im folgenden Jahre beschäftigt der Meister Wil 
helm (Schmidt) Bildenschneider 18 Tage lang in seiner Werkstatt. 
Der Verbrauch an fremden Hölzern ist auch 1614 noch verhältnismässig gross. 
Unterdessen hatte man Herman Uhr mit der Ausmalung des 
Innern der Hofkapelle betraut. Zwar ob er 1612 oder ein andrer 
(Klaus Barch 1611? Abraham Maler 1614?) die Gemäldefolge an der 
Emporenbrüstung malte, erhellt nicht. Aber 1613 hat er mit seinen Ge 
sellen und Jungen die Panneele und Pfeilerbekleidung, die Junker- und 
Jungfernsitze ausser mit Braunrot und Bleiweiss in Mennigfarbe, Berggrün, 
Wasserblau, Rostgelb, Zinnober, Safran, Gold- und Silberglede, und 1614 
die Säulen und Stühle unten in der Kirche (nach Abrede mit der Herzogin 
für 160 Thaler) staffiert. Fürstl. Gnaden »Stube in der Kirche« fir 
nisste er in diesem Jahr. 
Ein andres Beispiel seiner Arbeit bietet der Saal der Herzogin, den er 
ebenfalls 1614 neu anstrich. Zunächst wurden Wände und Boden weiss, 
sodann die Balken blau gemacht, die Schertosen mit Gold und Silber ge 
schmückt. Auch die 3 Türen und die Fensterrahmen wurden blau, die 
Fensterpfosten dagegen grau, das Gesims, daran die Tapeten befestigt, blau 
und weiss gestrichen; der Unterschlag aber, und der Kamin im Anschluss
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.