Full text: (Bd. 3)

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Nachtrag. Stadt Schleswig. 
1597 und jedesfalls noch 1599 Jürgen Olefsen; 
1605 und bis 1608 Jochim Rosenfeld; 
1608—1612 Andreas Salgen; 
1612—1617 Jürgen Gower. 
In ihrer Hand lag die Leitung sämtlicher Schnitkerarbeiten auf dem 
Schlosse. Schon daraus erhellt, was ohnedem durch zahlreiche bestimmte 
Hinweise belegt wird, dass Andreas Salgen und Jürgen Gower 
die Meister des Gottorfer Fürstenstuhls sind. 
Wir lassen einige nähere Angaben folgen: 
Jürgen Olefsen arbeitete 1597 mit einer Menge Gesellen und stellte 
das Gestühl der Hofkapelle her, aber auch Fensterpfosten aus schwar 
zem Holz und eine verzierte Bettstatt für den Herzog, zu der Wilhelm 
(Schmidt) Bildschneider 8 geschnittene Stücke, ein Schleswiger Drechsler 
24 gedrehte Knöpfe lieferte. Behufs Vollendung aber dieser Bettstatt, sowie 
des Gestühls der Herzogin in der Kirche berief man den in der Rechnung 
angeführten »Bildschneider aus Flensburg«, womit, da damals dort kein 
andrer war, Hinrich Ringeling gemeint sein muss. Diess stimmt mit 
dem Sachbefund. 
Im selben Jahre 1597 baute der Maurer Ambrosius das Lust haus 
im Garten (M. 120) und staffierte es von aussen mit Farben aus (ebenfalls 
M. 120). 5500 bunte Aistracksteine und bleigegossene Knöpfe zierten es. 
Im Innern befand sich eine Wendeltreppe. 
1606 ward der lange bedeckte Gang binnen Platzes, zwischen 
dem Torhaus und dem Schloss (vgl. Fig. 1240) gebaut. An ihm verdienten 
der Zimmermeister Thomas Goltbeck und seine Gesellen M. 580, Hans 
Brockmann lieferte dazu 22 gedrechselte Pfeiler, Schleswiger Schnitker 
die Fensterpfosten. Die Bildenschneider Johann Remke, Wilm Schmidt 
und Jürgen Gower zierten Balken, Pfeiler und Giebel, welch letztere 
schliesslich mit 8 spitzen Bleiknöpfen gekrönt und von dem Maler Chri- 
stoffer Reinke staffiert wurden. 
Um diese Zeit ist eine Reihe von Steinhauern für Gottorf thätig: 
Claus, Steinhauer von Husum, Franz von Soest, Nickel Steinhauer, 
Wilm Schmidt. Sie fertigen steinerne Fensterpfosten, wie sie u. a. die 
Liberei hatte, Wilm Schmidt auch 1607 einen steinernen Tisch für den 
Herzog, die Tür zu dessen neuem Gemach u. a. Von Flensburg holte man 
gotländischen Stein herbei. 
Die Holzausstattung der neuen fürstlichen Gemächer besorgte 
Jochim Rosenfeld mit seinen Gesellen; doch zog man vorübergehend 
die Schnitker der nahen Stadt zur Teilnahme zu. Der Contrafeier L о r e n z 
de Keister (nicht Keiste, wie Schmidt versehentlich las) staffierte 1607 
im Gemach der Herzogin die Bänke ockergelb, 1608 der Herzogin grossen 
Seier in Gold und Farben, auch 3 Gemächer und die Bücherschränke der 
Liberei, Kamin und Bilderrahmen im neuen Gemach des Herzogs. Neben 
dem Genannten erscheinen 1609 in gleicher Weise thätig der Contrafeier 
Abraham von der Dort und Herrn an Uhr.
	        
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