Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

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Wörterbuch, stramm — Taufgrapen. 
sie aus der gerundeten in die gerade Profil 
linie strebt. 
Strebe, Strebepfeiler, vorspringende Mauer 
verstärkung an einer, starkem Seitendruck t 
ausgesetzten Stelle. Zwei an den Ecken 
eines Gebäudes zusammentreffende ergeben 
halb kreuzförmigen Grundriss (Kreuz 
streben Abb. 1255); an Winkeln über 
Eck stehende sind Diagonalstreben , wie 
Abb. 917. Springen sie ins Innere des Ge 
bäudes ein (wie es auf Fig. 795 der Fall 
ist), so sind sie »hereingezogen«; in 
Abb. 1187 sind zwischen ihnen Kapellen.— 
Auch an Werken der Innenarchitektur finden 
sich, als Dekoration gebraucht, Streben, so 
überall an Altären, und auch an Kelchstielen 
107,38. — -bogen, frei schwebender Bo 
gen , der an gotischen Kirchen von dem 
oberen Teile der Mittelschiffmauer den Seiten 
druck aufnimmt 124, 43. 355, 5. Für den 
Backsteinbau (355, 5) sind sie unzweckmässig 
vgl. 2,46,23 und »Gotik«. 
Stromschicht: deutsches Band S71. 
strudurarius, 356 = Baumeister, s. Kirchge- 
schworne. 
Stuck (S 68 f.) , Stuccatur, Stuckzier. Die 
Anwendung von Stuck, d. h. eines zum For 
men geeigneten Stoffes, als Ersatz für natür 
lichen Stein, oft von reinem Gips, aber auch 
in anderer Zusammensetzung oder Mischung 
(s. Kalkstuck) ist häufig. Höchst merk 
würdig ist die ausgedehnte Verwendung des 
St. aus reinem Segeberger Gips in den Vi 
zelinskirchen (s. d.), über die man das Ge 
nauere in unserm so betitelten Buche findet, 
auf das hier verwiesen werden muss. Nach 
her findet er sich hie und da noch als Putz, 
Stuckbelag; zur Herstellung von Sockeln 
und Kapitellen dient er in Nordelbingen fast 
ausschliesslich, und zwar gewöhnlich so, dass 
er in Blöcken gegossen und als Haustein 
behandelt ward. 
Stücke 2,355,35, Geschütze. 
Stufenjahre des menschlichen Lebens (S 160) 
werden von 10 zu 10, oder von 7 zu 7 ge 
rechnet, s. Abb. zu 2, 620. 
Stuhl, oft s. v. a. Gestühl. 
Stuhlkopf, der Oberteil einer -wange, des 
stehenden Seitenbrettes, in welches das Sitz 
brett eingelassen ist. Abb. 435. 596. 1461. 
Stuhlpult 396,24, der an einem Gestühle, be 
sonders dem des Küsters, befindliche, mit 
der Brüstung in Verbindung stehende Pult, 
im Inneren gewöhnlich ein Kasten. 
Stuhlzier 433,40, Verzierung eines Gestühles, 
gewöhnlich bestehend in Schmiedeisenarbeit 
der Art wie Abb. 1588. 
Stumpf endende Nebenschiffe: rechteckig en 
dend, wie in Abb. 522. — stumpf ge 
deckter Turm Abb. 451. 
Stundengläser: Sanduhr. 
Stundenglocke = Schlagglocke, so 235, 8. 
Sturmglocke (Wetterglocke), Glocke bei Un 
wetter oder zum Sturmläuten zu brauchen 
559,4. Das Glockenseil ist so angebracht, 
dass es jederzeit zugänglich ist. 
Sturz, die obere, gewöhnlich gradlinige, Be 
deckung einer Oeffnung in Einem Stücke. 
Stützen (S 100) und Träger aus Eisen S 118. — 
St. der Gewölbe S 79. 
Stutzenwechsel in romanischen Kirchen, beson 
ders des gebundenen romanischen Grund 
risses, die Abwechselung von Pfeilern und 
Säulen 2, 373, 7. 
sulfdridde 2, 250. 269, selbdritt. 
Sülze 2, 336, 18, Salzwerk. 
SUndenfall S 105. 159. 
Symbole (Sinnbilder) der Evangelisten S 151, s. 
Evangelistenzeichen. 
Symbolisches = Sinnbildliches S 159—161. 
symbolisierend: symbolische Anspielungen ent 
haltend . 
Symmetrisch, gleichmässig, von einem Mittel 
punkt oder einer Linie aus; Symmetrie: 
derartige Gleichmässigkeit. 
Synagoge 3, 48: 1) Judenschule. 2) s. v. a. 
Judentum, als Person dargestellt. 
Synode 446, 41 , Versammlung zur Beratung 
kirchlicher und geistlicher Angelegenheiten 
und Fragen. 
Syssel, im Dänischen ein Gau, mehrere Har 
den umfassend. 
Tabernakel S 105 f., von Stützen getragener 
Ueberbau, wie in Abb. zu 2, 12 und 2, 256. 
Dann auch Monstranzhaus. 
Tabula am Crucifix, das Täfelchen mit den 
Buchstaben J. N. R. J. — Tabula auch s. 
v. a. Altartafel, so 2, 166 f. 
Tafel = Tafelbild 265, 40. 
Tafelgüter eines Bischofs 2,624,9, die ihm zur 
Bestreitung seines Hauswesens verliehenen 
Güter. 
Täfelung, Panneei s. Füllung S 98 f. sbil- 
der S 123 f. 
taffelin 2,88, Täfelchen, kleines Bild auf 
Holz; vergl. tabula. 
Tannenholz S 121. — -koppel mit Tannen 
bepflanzte Koppel 2, 525, 39. 
Tapete, Tapezereien N. 17, vgl. Gobelin. 
Taufe Jesu S 139. 
Taufe S 102 f. Plattdeutsch dop s. d. Taufe 
(Erztaufe, Bronzetaufe) nennen wir zunächst 
die metallenen taufsteinähnlichen Werke und 
unterscheiden davon die hölzernen als Holz 
taufen (S 103 f.), die steinernen als Taufsteine 
(S 100/2). deckel s. Deckel. — -engel 
S 104. Abb.222.575.1403. fass = Taufe. 
Abb. 194. — -fuss (steinerner), der Fuss 
(einer Taufe Abb. 843) oder eines Tauf 
steines (192, 18), auch das Gestell, welches 
das Becken , die Kuppe, die Schüssel trägt 
(Taufständer). — -gefäss 179 = Taufe. 
— -gi tter S 104, das Gitter, das eine Taufe, 
einen Taufstein umgibt. grapen, -kes-
	        

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