Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

212 
Wörterbuch, scharrieren — Schote. 
die Fläche lauter gleichlaufende flache Rin 
nen erhält 251, 7. 
Scharte 291,35, schmale, zur Verteidigung 
durch Hinausschiessen, Werfen, Giessen dien 
liche Oeffnung. 
Schauer, Schuer 261, Anm. 272 = Regendach. 
Schauessen 3,16.17, Schaugericht, Tafelaufsatz. 
Scheidbogen, Scheidebogen = Arkadenbogen; 
ihre Reihe trennt das Nebenschitf vom Haupt 
schiffe. 
Schein = Heiligenschein, so 301, 13. 
Scheingewölbe, Decke in Gewölbeform, aber 
nicht gewölbt, sondern aus Holz hergestellt. 
— -rippen s. Rippen. — -schildbogen 
287, 22. Die Erklärung s. 339, 25. Diese 
Schildbogen (s. d.) dienen nur, um der 
Wand, welche sonst unmerklich zur 
Krümmung der Kappe übergehen würde, 
eine Art Abschluss zu geben, haben aber 
keinen Einfluss auf die Gewölbe und sind 
kein Teil derselben. Vgl. Kreuzgewölbe. 
Scheitel, höchster Punkt eines Bogens oder 
Gewölbes. 
Schemel des Altars s. Kniebank S 94. In 
vielen Kirchen finden sich auch Fuss- 
Schemel, doch nur zu Landkirchen deren 
beachtenswerte, 2, 85, 2. 
Schichtenwechsel S 69. Abwechslung wird im 
Ziegelbau am gewöhnlichsten erzielt, indem 
man Steine von zwei Farben verwendet, 
welche Schicht für Schicht abwechseln 21, 8; 
die Schichten können aus einer oder meh 
reren Lagen bestehen. 
Schiffe als Weihgeschenke S 107. 
Schiff einer Kirche: der für die Gemeinde be 
stimmte Teil westlich des Chorbogens. Ist 
er durch Stützen geteilt, so ist die Kirche 
mehrschiffig. Der Querbau einer Kreuz 
kirche heisst Quer-, Kreuzschiff; die Abseiten 
des Haupt-(Mittel-, in Basiliken Hoch-) schiffes 
heissen Neben-, Seitenschiffe. — -joch, die 
Joche (s. d.) des gewölbten Schiffes. 
Schild auf den Seiten eines Taufsteinfusses oder 
Capitäls, s. Capital. — An Gewölb-Schluss- 
steine sind öfters Sch. angehängt S 79. Plat 
ten mit Malerei oder Skulptur 523,4. 2,374, 
24; ähnlich an Leuchtern (s. d.) Abb. 893. 
264, 11 ist Schild s. v. a. Wappen. 
Schildbogen, der an einer Wand, wol auch 
z. T. auf ihr liegende Bogen der Kreuz- und 
Tonnengewölbe. In unserem Gebiete fehlen 
sie sehr häufig, wo, wie so oft, das Kreuz 
gewölbe, indem die Kappen von den Wän 
den ansteigen, dem Klostergewölbe ähnlich 
wird. Vgl. Scheinschildbogen. 
Schilder 276,27, Schilderer (271, 12): Kunst- 
Maler. Vgl. geschildet. — Schilderei 
3,29: Bild. — Schildern: bemalen 3,21. 
Schildrippe 2,47,4, der Schildbogen: wenn er 
ebenso profiliert ist wie die Rippen. — 
Schild wand die Wand unter dem Schild 
bogen. 
Schindeln aus Holz sind, wo man nicht Metall 
nahm, auf Türmen das natürlichste Deckungs 
mittel und haben sich vielfach so erhalten, 
werden auch noch so, obwohl nur ausnahms 
weise, angewandt. 
Schinderkelch 322,27, zinnerner Abendmahls 
kelch für den Schinder, mit dem man auch 
hierin keine Gemeinschaft haben wollte. In 
der Kirche zu Lütjenburg war neben dem 
Turmbogen eine Nische, in welcher der 
Schinder seinen abgesonderten Platz hatte. 
Schirrkammer 2, 132, 3, Aufbewahrungsort der 
Pferdegeschirre. 
Schlagglocke, Stundenglocke. 
Schlagleiste, die die Türfuge deckende Leiste 
an der Kante eines Türflügels 554,31. 
Schlagring s. Glocke. 
Schlange, kupferne S 159. 
Schlangenschuhe 428, 43 , Schuhe mit Spitzen 
von besonderer Länge und Biegsamkeit. 
Schliessen 2, 482, 11, die ein Buch am Schnitt 
fest zu schliessen bestimmten Klammern. 
Schlösser S 131—3. 
Schlossausstattung S 135. kapelle S 133. 
— -laube 567, Säulenstellung im Schloss 
hofe. — -platz S 131. 
Schlosserarbeiten S117L 
Schlot 473, 5, Wasserlauf, in dem bei gewöhn 
licher Flut das Wasser eine Hallig durch 
schneidet. 
Schlussstein (»Schluss« herabhangend Abb. 1246), 
der oberste Stein eines Bogens oder Ge 
wölbes. 
Schmelzarbeit S113, s. Emailarbeit; ein far 
biger Glasfluss ist in Metall ein- oder auf 
geschmolzen. 
Schmiedearbeit S 117 f. 
Schmiege == Schräge. — -profil, ein Profil, 
dessen Charakter auf der Abschrägung der 
Kanten beruht. 
Schmiegenkämpfer, -gesims: Kämpfer, Ge 
sims vom Profil einer geschrägten Platte S 76. 
— -sockel, angeschrägter (angeschmiegter) 
Sockel S 70. 
Schmuckarme eines Kronleuchters 98, 11, Arme, 
die keine Lichte tragen; Zierarme. 
schneiden, 2,578,1, s. v. a. überschneiden, 
durchschneiden, sich mit der Richtung eines 
andern Gegenstandes kreuzen. 
Schneidepunkt des Kreuzgewölbes 2, 7, 27, sein 
Scheitel. 
Schneideramt 2, 207, 42, Schneiderzunft. 
Schnitker, Snitker, Sniker, Schnitger: Schnitzer, 
Arbeiter mit dem Stichel und Messer. Oft 
s. v. a. Tischler. 
Schnitzaltar, gotischer Altaraufsatz mit Schnitze 
reien geziert S 90 f. 
Schnitzfeld, -tafel: Relieftafel. — -bild 
2,623,31, geschnitztes Bild. 
Schonwaldung 55, 34 s. gefriedet. 
Schöte 3, 10. 11. 12 Schoss, Steuer (die Schote 
strafen: für unrichtig erklären, anfechten).
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.