Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

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Rüstkammer S130; der Teil des Zeughauses 
oder sonst ein Raum, in dem die Rüstungen 
auf bewahrt sind. loch, die Löcher, in 
welchen die Enden der Streckhölzer der Ge 
rüste beim Bau lagen. Diese Löcher liess 
man auch hernach offen. 40, 9 sind R. die 
Löcher im Gewölbe, welche bei inneren Her 
stellungen für die Rüstbäume Platz bieten. 
Rüstungen S 136. 
Rute S 131 (Messrute), 14' hamb. 
saeellum, Heiligenhaus, Kapelle zum Gottes 
dienste oder auch nur für Aufstellung eines 
hl. Bildes Raum gewährend. 
Sächsische ländliche Bauart S 133. 
saera monumenta 480,4 ziemlich unverständ 
lich; es sind vielleicht Schnitzwerke gemeint 
(vgl. 453), etwa auch die Kanzel. 
Sacramentshaus S 105 (vgl. Monstranzhaus). — 
-schrank S 106, gänzlich abgesondertes, 
oder mit der Wand in Verbindung stehendes 
Gehäuse zur Bewahrung der Hostie. 
saerarium 524, 6, so viel als Chor. Noch heute 
nennen manche Halbgelehrte im Lande gern 
den Chor das Heilige, die Apsis das Aller 
heiligste, nach Vorbild des jüdischen Tempels. 
Sakristei S 64 (455,29 gewöhnlich Gerwe- 
kammer genannt, auch Hängekammer, 
auf Sylt Kalfaster. Oft mit Kaminen S 108. 
Salvator der Erlöser, in spätrornanischer und 
frühgotischer Zeit oft zwischen den stehen 
den Aposteln sitzend dargestellt, oder auch 
in der Mandorla. Abb. 55. 92. S. 138 ff., 
bes. 147. 150. 
Sammelbrett S 106. 
Sandstein S67. 121. 128. 
Sanduhr, Stundengläser S 107. Fast alle 
hier noch erhaltenen, deren Zahl sich leider 
täglich mindert, stammen aus dem 17. und 
18. Jahrh., schlechte auch aus dem 19. Sie 
sind an den Kanzeln angebracht und be 
stehen in 4 Gläsern für '/4, »/,, 3/ 4 , 1 
Stunde. Das stürzbare Gehäuse, meist 
aus Messingblech, ist oft hübsch, aber stets 
ziemlich einfach behandelt. Nirgends ist ein 
Anzeichen, dass eine Sanduhr noch mittel 
alterlich sei. Vielleicht ist die zu Barkau 
(um 1600) die älteste, s. auf Abb. 979. 
Bisweilen sind die Arme (Halter), an denen 
die S. befestigt ist, reich u. schön; so bei 
Abb. 979; öfters sind sie aus Schmiedeeisen, 
S 117. 
Sarg (vgl. Trog = Sarg), S 126 f. 
Sargwände, die Wände des Obergadems. 
Sarkophag: Prunksarg, gewöhnlich aus Stein. 
Satteldach: zweihängiges Dach, Abb. 1660. 
Sattelgedeckter Turm Abb. 1537. 
Säule S80. Sie besteht aus Sockel, Schaft 
und Knauf. Vgl. Schaftzier, Schwellung. 
Genannt wird sie gewöhnlich nach der Art des 
Capitäls (s. d.). Walzige Säulenschäfte sind 
in der Form nicht von Rundstäben (s. d.) 
verschieden; wie bei diesen unterscheidet 
man auch Halb-, Viertelsäulen neben den 
vollen (freistehenden) Säulen. Spätroma 
nische Zeit verwendet neben den runden 
auch gern achteckige Säulen. Die Säulchen 
der spätesten Gotik sind oft gewunden, 
und aus dem Vier- oder Sechseck gebildet, 
bisweilen mit etwas concaven Seiten. Abb. 
1576. Zu 2, 128. Zu 232. Zu 2, 170. 646. 
Mannigfach gewunden Abb. zu 2, 378. Diese 
Neigung verschwindet mit dem Durchbrechen 
der Ren., s. zuletzt Abb. 332. Der Barock 
stil, besonders der spätere, liebt gewundene 
Säulen von welliger Profilierung, also ohne 
Kanten, und begleitet (vgl. Abb. zu 2, 172) 
die Windungen gern mit Laubwerk Abb. 
1599. — Gewirtelte Säulen vgl. Wirtel. 
Schablonenmalerei 166, 45 (40, 9 „schablo- 
niert“), Malerei, welche mit Hilfe von Scha 
blonen gefertigt ist. 
Schächer zu den Seiten Christi nach dem apo- 
kryphischen Evangelium des Nicodemus: 
Dismas, der gute, Gestas oderGismas, 
der böse. 333 Dismas und Jismas. 
Schäferscene S 161. 
Schaft: 1) der gewöhnlich walzige, sich meist 
nach oben verjüngende Teil einer Säule, 
eines Leuchters u. dergl. 2) 167,7. 354, 34. 
522, 12: Pfeiler in einer Kirche. zier: 
Säulen der Ren., besonders oft der jüngern, 
bei denen die im Anfänge der Ren. beliebte 
starke Schwellung des Unterteils nicht mehr 
angewandt wird, werden oft so verziert, dass 
ein Ring den kürzeren cylindrischen Unter 
teil abteilt, und dieser mit Ornament besetzt 
wird. Abb. 351. 741. 
Schale, Becken, flaches Gefäss. — - eines 
Taufsteins 24, 22: seine Höhlung zur 
Aufnahme des Wassers. An Leuchtern die 
Lichtteller 474, 41; auch der Unterteil kann 
ähnliche breite P'orm haben 488, 27. Die 
Kuppen von Kelchen werden öfters am un 
teren Teile, in der Barockzeit bis fast ganz 
hinauf, von einer Schale umgeben. Abb. 381. 
— 526, 18. 559, l 7 '- Glocke ohne Klöppel. 
Schalldeckel = Kanzeldeckel. 
Schalung, Verschalung: Bekleidung einer Fläche 
mit Brettern. 
Schandpfahl , der Pfahl, an den gebunden 
Christus gemartert wird. 
Schanze S 130. 
Schoppe 69, 17, schape 2,93, scape 2,87 Ge 
fäss, Kasten, Kiste. Davon Hörnschapp. 
scharfgrafige Gewölbe 2,429,23, Gewölbe, 
die statt der Rippen Zuschärfungen (Grate) 
haben. 
Scharnier: Gelenkband, mit durch beide Band 
lappen geschobenem Dorne. — -knauf 
der über dem Sch. befindliche Knauf. 
scharrieren, mit dem Scharriereisen, einem sehr 
breitschneidigen Meissei, bearbeiten, wodurch 
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