Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch. Polster—Querfüllung. 
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Polster 397, 13 nach seiner Form so benanntes 
Glied, an Sockeln (Pfühl) und Knäufen 
(Echinus) Abb. 598. 1139. 1140. 
Polygon, Vieleck. Das P. einer Kanzel: ihr 
vieleckig gebildeter Teil (vgl. reicher Grund 
riss). — - chor S61 (vgl. Chorschluss) ein 
Chor, dessen Abschluss im Grundriss aus 
dem Vieleck gebildet ist. Seine Ecken P.- 
Ecken 355,34; die Fenster in den P.-Seiten 
P.-Fenster 93, 22. 
Porphyr S 67. 
Portal S 73—75. Romanisch Abb. 230, in Vor 
lage 476. 1191. Uebergangsstil, in Vorlagen 
733; Uebergangsstil und frühgotisch 873. 922. 
986. 1493; gotisch 782; spätbarock 1599.— 
-löwen Abb. 1181. — -vorbau 68, 20 
Vorbau an einem Portale. — Mit sehr sel 
tenen Ausnahmen liegen die Portale der 
mittelalterlichen Kirchen (wenn diese nicht 
mehr als ein Schiff haben) auf der Nord- 
und Südseite in der Nähe des Westendes. 
Diese sehr vernünftige Rücksicht auf das Klima 
ist nur ein paarmal in der Uebergangszeit ver 
letzt worden (so Abb. 861), doch vielleicht 
stets nur, wenn westlich ein Turm war. Nach 
dem Mittelalter finden sich häufigere Ab 
weichungen, und der Witz des 19. Jahrh. hat 
die Weisheit der alten Zeit über Bord ge 
worfen. Ebenso war es, ausser wo westlich 
ein Turm vorgebaut ist, wol allgemeine 
Sitte, die Orgel nicht an der Westseite, 
sondern wo möglich an der am meisten ge 
sicherten nördlichen anzubringen. Heute wird 
die Anbringung der Orgel an der Westseite 
wie eine allgemeine Regel ängstlich verlangt 
und oft nicht bloss zum Schaden des Werkes 
selbst, sondern sogar unter Verunstaltung der 
Gebäude durchgeführt. 
Porticus, Säulenhalle, Kreuzgang vgl. Patt. 
Porträte S 161 fT. 
Posaunenengel: Engel mit dicken Backen, damit 
sie desto besser in ihre Posaunen blasen können 
53f > 44- 
Positiv 3, 2T: Orgel, vgl. Doppelorgel. 
Postament, Fussgestell, Untersatz einer Säule, 
Figur u. dgl. 
Prädicant 97,33. 115,26.473,6: Prediger d.h. 
Geistlicher, der den Gottesdienst zu halten, 
aber nicht die Sacramente zu verwalten das 
Recht hat. Anfangs hiessen vielfach die 
luth. Geistlichen überhaupt so, im Gegensätze 
gegen die katholischen Priester. 
Prälat (Vorgesetzter), hoher Geistlicher. 
Pranger s. Kaak. 
Predella s. Altarstaffel; Staffel. 
Predigerorden = Dominikanerorden. 
Predigertafel: Pastorentafel. — -gestühl: 
Pastorengestühl. 
Predigtstuhl im Niederdeutschen und besonders 
Dänischen s. v. a. Kanzel. 
Priechen 555, 12: Emporbühnen. 
Priore sind Vorsteher der Klöster, welche 
keinen Abt haben. 
Privilegienlade 2, 174. 
Probst, Propst : praepositus, Name des Vor 
stehers eines Stiftes. 
produx Cimbricus Statthalter in Holstein 2, 129. 
Profanes S 117 f. 129 ff. — Profanbauten 
s. auch S 77. 
Profil die Linie, welche ein Durchschnitt, be 
sonders ein Querschnitt, senkrecht auf die 
Achse des Gegenstandes, ergibt. 
hohl profiliert: mit einer oder mehreren Kehlen 
(s. Hohlkehle) gegliedert; unprofiliert sind 
diejenigen Gegenstände, an welchen die 
Kanten ungebrochen erscheinen; — fein- 
profiliert (527,29) z. B. eine Platte, deren 
Kanten sämtlich oder zum Teile durch eine 
feine Gliederung ersetzt sind; ähnlich: reich 
profiliert; weich u. s. w. — Profilleiste, 
-rahmen, -streif: eine Leiste, ein 
Rahmen, Streif mit der Länge nach durch 
laufender charakteristischer Gliederung. 
Profilsteine die an einem Profil zur Verwendung 
kommenden, seine Gliederung zum Ausdruck 
bringenden Steine. 
Propheten S 159. 
propugnaculum 547, 22 Bollwerk, Turm. 
Prove 2, 62, 2 wendische Gottheit. 
provete 2, 640 Prophet. 
provisor 555- 2 i 44 Schaffner, Kirchen Vor 
steher; vgl. sluter. 
Prozessionsfahne bei P. gebrauchte Fahne 
524, 6. — -geräte 176, 3. — -bahre 
S 126. 
Puckel N. 15 Buckel. 
Puhsche 2, 362 für busse, Büchse, Dose. 
Pulsglocke Läute- (Tret-)glocke 3, 40. 
Pultdach, pultartiges, also einseitig geneigtes 
Dach 233, 7. 
pussieren in Wachs N. 16 für bosseln, formen, 
aus weichem Stoffe gestalten. 
Putten 205, 10 Kindergestalten, als Zier ver 
wandt. 
Putz vgl. angeputzt, s. geputzt, vgl. Stuck S 68. 
Pyramide S 121 — -dach = Zeltdach. 
Quader ein Stein, der so bearbeitet ist, dass 
seine Stirnfläche als Rechteck erscheint, dass 
also ordentliche Stoss- und Lagerflächen an 
ihm vorhanden sind. 
Quadratenden am Kreuze Abb. 1340. 
Quast der grosse Pinsel der Tüncher. 
Quellen hl. S 53. 
quer in den Winkel 174,19: diagonal einen 
Teil des Winkels überspannend, daher quer 
zur Richtung der in den Winkel strebenden 
Rippe. 
Querbänder 72, 5 quer durchlaufende band 
förmige Gesimse. — -dach 37, 35 ein Dach, 
dessen Richtung senkrecht auf die Achse des 
Hauptbaues geht. — -füllung 514,32 
rechteckige Füllung, die nicht hoch steht,
	        

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