Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

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Wörterbuch. Kreuzgewölbe — Küsterstuhl. 
kreuzenden Rippen bedingt, Abb. 945. 
Öfters werden diese noch weiter gekreuzt 
durch quer- oder auch längsgehende Rippen ; 
man redet deshalb auch von sechs-, acht 
teiligen Kreuzgewölben. Letztere waren in 
spätgotischer Zeit im Schleswigischen sehr 
beliebt. — Das »Einfachste Krg.« zeigt 4 
Fächer mit rundlichen, hier meist auch von 
der Wand ansteigenden, dieselbe also nicht 
in scharfem Winkel treffenden, schild- 
bogenlosen (vgl. d.) Kappen und 4 Rippen 
ohne Profilierung, die ohne Stützung aus den 
Ecken kommen 347,9. gitter, Gitter 
aus sich kreuzenden Eisenstäben 71, 8. — 
-gruppe, igungsgruppe S 142, Cru- 
cifix mit den Nebenfiguren Johannes und 
Maria. — -igung S 141fr. — -kirche, 
Kirche von -förmigem Grundriss. — -lamm 
S 160. — -lehn, Lehn, das einem -altar 
gehört. — -linien der Gewölbe, die Linien, 
in denen sich in einem rippenlosen -gewölbe 
die Kappen begrenzen. ivebenfiguren 
s. -gruppe. — -nimbus, Heiligenschein 
mit eingezeichneter Kreuzform (217, 18. 252. 
316), nur den 3 Personen der Gottheit zu 
kommend vgl. 419, 25. panier, Standarte 
mit dem Kreuze; oft hält eine solche der 
Auferstandene in jüngeren Bildern und Reliefs. 
— - rippen, die Diagonalrippen in einem, 
besonders mehr als vierteiligen, Kreuzgewölbe. 
— -stab 396, 17, Stab in Kreuzform, Er 
kennungszeichen mancher Heiliger. In Fen 
stern s.v.a.Kreuzstock 2,540,1, — -streben 
s. Streben. — -tragung S 141. ver 
band s. Verband. — -vicarie, Vicarie an 
einem -altar. 
Kriechblumen s. v. a Krabben. 
Kring (Kreis) 78, 4 des Kirchspiels: der Platz, 
wo das Kirchspiel zu Beschlüssen im Kreise 
Zusammentritt. — -berg 506, 14, wol ein 
von einem Ringwall eingeschlossener Berg. 
Krone S 108 ff. 117, Lichtkrone, Kronleuchter. 
— geter 3,40. N. 5. 17, Messing-, Gelb- 
giesser. 
Krönung der den oberen Abschluss bildende 
Teil eines Epitaphs, Altares, Gitters u. dgl. 
— Mariä S 150. 
Kropf, Kröpfung, sich umkröpfen, Aus 
kröpfung, Verkröpfung. Kröpfen 
heisst: ein Gesims um eine Ecke herum 
führen; Kropf ist sowol die Stelle, wo es 
sich bricht, als auch das Gesims selbst, wo 
es sich um eine vortretende Stelle vor-, daran 
her- und zurückzieht. 
Krucifix S 143 ff. Vgl. Altar-, Fuss-, Triumph- 
(s. auch Chorbalken), Vortragkreuz. Mit 
vier Nägeln Abb. 438. 441. 443. Schlank 
romanisch und frgot. Abb. 220. 252. 510. 
519; verkrümmt, roman. und frgot. 515; 
gotisch, steif 105; spgot. 320; spätestgot. 
717; mild 22. 193; Ren. 95; spbarock 91. 
350. Crucifixus der Gekreuzigte, vom 
Kreuz abgesehen; crucifixi die 3 Gekreuzigten 
(in figurenreicher Darstellung der Kreuzigung). 
Krug S 122. 
Krummstab S117 Hirtenstab, Bischofsstab. Auch 
Aebte tragen ihn. 
krumpelig 2, 644, 39 unordentlich geknittert. 
Crypta 2, 383, 14. Krypta 357, 34 unter 
irdischer, zum Gottesdienst geeigneter Raum 
unter dem Chor einer Kirche; Gruftkapelle. 
Kugelknospen in Abb. 605. 849. 928. — -stab 
228, 41 Stab wie aus Kugeln gebildet (vgl. 
Perl-, Kornstab). 
Culissenbild s. Riffelbild. 
Kumme (cucuma, Kessel) der obere Teil (Becken) 
des Taufsteines. 
Kunstkammer 2, 345, 43. Sieh 2, 355, 26. — 
-meister N 12 Anm. — -Sammlungen 
S 137. — -schrank 2,29,7 kunstvoll ge 
arbeiteter kleiner Schrank mit vielen Fächern 
und Schubladen. 
Künstlerbildnisse S 161. 
Kupferdach S 67. — -schlänge S 159 die 
kupferne (Luther »eherne«) Schlange des 
Moses, Vorbild von Christi Kreuzestode. 
Kuppe: am Taufsteine und Kelche der Oberteil 
(lat. cuppa, Kufe, Tonne, Becher). Walzig 
Abb. 1299; stramm 310. 953 f.; eiförmig zu 
2, 112; flach halbkuglig 140 und zu 2, 442. 
Kuppel. Hier hat nur die Kirche zu Warder 
(2, 387, vgl. 110, 9) in dem aus dem 10. oder 
11. Jahrh. stammenden Westteile eine wirk 
liche Kuppel über rundem Grundriss, oder 
alle Apsiden haben Halbkugeln. Alle anderen 
Kuppeln sind Platzl- (böhmische) Gewölbe 
über viereckigem Grundriss; auch in den 
aussen runden Türmen der Vizelinskirchen. 
So 126, 8. Hölzernes scheinbares vieleckiges 
-gewölbe 536,5. — -Säulen 116, 19 s. ge 
kuppelt. 
Curia Rathaus (scherzhafte Ableitung von cura 
282). Curien heissen dieEinzel-Behausungen 
der Stiftsherren, besonders wenn mit dem 
Amte Gerichtshaltung verbunden war. Curie 
des Preetzer Klosterpropsten 2, 174, 1. 
currules (wol von currus) eine Art fahrbarer? 
Geschütze 2, 447. 
Curtinen die zwischen zwei Basteien zurück 
liegenden gradlinigen Teile des Hauptwalles 
einer Festung. 
Kusstafel, Pacem, edelverziertes Täfelchen, hinten 
mit einer Handhabe, das vor der Communion 
seit dem Abkommen des Friedenskusses den 
Geistlichen, und später überhaupt den Gläu 
bigen zum Kusse dargereicht ward. 
KUsterstuhl 311 das für den Küster (der gewöhn 
lich auch erster Lehrer ist und dessen Stellung 
besonders im Schleswigschen sehr angesehen 
ist) bestimmte Gestühl, in Kirchen, wo Orgeln 
fehlen, zur Leitung des Gesanges gewöhnlich 
in der Nähe des Altars.
	        

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