Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch. Chorherren— Knollen. 
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nach St. Augustins Regel verbunden haben 
(nur uneigentlich, und in späterer Zeit, Mönche 
genannt). Der Vorsteher eines solchen Col- 
legiatstiftes heisst Probst (zuletzt hatte Bordes 
holm bloss einen Prior). — -kirche heisst 
93, 3 der Ostteil der Kirche zu Lunden, 
weil er sehr lang war, oder weil er sehr 
viele Bühnen (»Chöre«) enthielt; 2, 169 zu 
Preetz der zum Chore gezogene, jetzt allein 
dem Gottesdienst dienende Teil der Kirche. 
— -Schluss einseitig (grade, platt) oder 
mehrseitig (aus dem Sechs-, Acht- u. Zehn- 
Eck). Selten trifft die Mittellinie auf eine 
Ecke, Abb. 132. 209,9. — -schranken 
S 94. 100 (Chorverschränkung 196, 36); vgl. 
gitter. — -Stuhl s. Chorgestühl — Die 
-winkel sind aussen am Zusammenstosse der 
Chorwände und der Ostmauer des Schiffes, 
wenn letzteres breiter ist als der Chor. 
Christus in Bildwerken S 138—47. 150. 
Ciborium 1) 526, 3 Gefäss für die geweihten Ho 
stien , auch in der evangel. Kirche im Ge 
brauch als »Dose«. Abb. 1005. 2) Baldachin 
artiger Aufsatz über dem Altartische, von 
dessen Decke das Speisegefäss selbst herab- 
hieng. Die Gestalt eines solchen C i b o ri e n - 
altars zeigt in Annäherung der zu Schles 
wig (Abb. zu 2, 256). 
Kilde, Quelle (dänisch) 50,13. 
cimbalum , cymbalum, Glocke des Refectoriums, 
Speiseglocke; 278 einfach Glocke? 
Cimber 2, 482, 32 Bewohner der Cimbrischen 
Halbinsel, oder daher stammend. 
Kinderfries s. Fries. — -Stuhl, Gestühl für 
Kinder s. Gestühl. — -haus 2, 511, 38 s. 
v. a. Vorhaus, Frauenhaus. 
Kirche vgl. Kapelle. — Kirchburgturm, ein 
Kirchturm, der zugleich als Burgturm dient, 
vgl. Wehrkirche. geschworene s. Kerk- 
svaren. hofpforten S 54 messe, 
ein Markt, der bei der Kirche, gewöhnlich 
am Jahrestage der Kirchweihe, dem Tage 
des Schutzpatrons, gehalten wird, 285,32. 
2, 109, 32. 150, 3. spielskirche 2, 541, 
Gegensatz zu Klosterkirche. — -werf, die 
für eine Kirche aufgeworfene Werft 452, 43. 
Kirchenausstattung S 89. — - buch S 136 (vgl. 
auch Missale), heilige S 82 ff. — 
-hauptmann 3,43, w T ol einer der Kirch- 
geschworenen. lade 3, 14 dient zur Auf 
bewahrung der Urkunden und Wertsachen 
der Kirche. — -modell, Nachbildung einer 
K., ist häufiges Beiwerk und Kennzeichen 
von Heiligen, besonders der hl. Gertrud 
(Abb. 196). — -lehrer. Die 4 grossen 
lateinischen sind Hieronymus, Gregor d. Gr., 
Ambrosius, Augustinus. patrone S 82 ff. 
Vorsteher s. provisor, sluter. 
cireumstantiis (cum-martyrii) 2, 521,7, Apostel 
mit den Umständen (Kennzeichen) ihres 
Martertums. 
ciselieren s. ausciseliert. 
Kisten und Kasten S 106. 
Cisterzienserorden, 1098 gestiftet, geregelt 1113 
durch den hl. Bernhard, daher auch Bern 
hardinerorden genannt S81. 
eivitas 2, 44. 494, Stadt. 
Klafter 2, 225, 21, sechs Fuss. 
Klappöffnung in einer Türe S 75. sitze s. 
Misericordien. 
Klauencapitäl s. Kapital. 
Klause S 81. 288, 16. 2, 156, 9 : einem Kloster 
gehörende Wohnung, welche Gelegenheit 
gibt, zeitweilig einzelne Mönche in die Ein 
samkeit zu senden. 
Kleeblattdienst hat die Form dreier zusammen 
gebündelter Wulste, das Kleeblattprofil (den 
-querschnitt) S78. — -enden am Kreuze 
sind kleeblattförmig ausgebildet. — -bogen, 
auch Kleebogen, Abb. 439. 1645; ge 
spitzter Abb. 665. 
Kleinodien eines Gotteshauses 2, 506, 19, gottes 
dienstliche Geräte aus edlem Metall. 
Kleriker 2, 156, 6, Geistliche. 
Klima, Einflüsse desselben s. Nordseite. 
Klingelbeutel S 117. 122. — -glocke 75, 21. 
82,27. Klingglocke 2, 319, I, eine kleine 
Glocke. — Klingelzug S 117. 
Klinker sehr hartgebrannte kleine Backsteine, 
in der Marsch und in den Niederlanden viel 
im Gebrauche. 
Klöppeln S 122. 
Kloster (S 81) vgl. Kartäuser, Oratorienbritder. 
— -gewölbe 106,11. 302,25, ein über 
quadratischem Raume aus zwei sich gleich- 
mässig entgegenkommenden Tonnengewölben 
gebildetes Gewölbe; die Wangen neigen sich, 
von den 4 Seiten aufsteigend, einander ent 
gegen. 
Kluft: in Ditmarschen Zweig eines Geschlechts. 
Knagge 1) ein Stück Holz, da untergesetzt, 
wo eine Stütze u. dergl. am Abgleiten ver 
hindert werden soll, 2) eine Console, Abb. 
207. 809 ff. 
Knauf, vgl.Capitäl. Kanzelknauf. Kn.amKelche, 
Leuchter: die Verstärkung in der Mitte des 
Ständers; Rotelknauf, wenn er mit Röteln, 
Blümchenknauf, wenn er mit Blümchen ge 
ziert ist. An einer Kanne der Knopf über 
dem Deckel oder über dem Scharnier (Schar 
nierknauf 107, 27). 
Knick: durch Knicken gedichtete Hecke (Ge- 
bttck), Scheide der Koppeln. gewan 
dt: ng, geknitterte Gewandung. — Knik- 
k u n g 355,37 s. Ausknickung. 
Kniebänke, -Schemel S 94. gal gen, ein 
Galgen der gewöhnlichen Form; die meisten 
bestanden aus einem bis drei Querbalken 
über Stützen. — -stück 2, 268, 40, bildliche 
Darstellung eines Menschen vom Knie auf. 
knitterig s. geknittert. 
Knollen an einem Kreuze 350, 2, wie Abb. 
I I330-
	        

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