Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch. Glockeninschriften — Gotischer Stil. 
I8 5 
11. Hilf, Jesu und Maria und Jungfrau Ka 
tharina (2, 436, 3). 
12. Hilf, Maria (208). — Sei gegrüsst Maria, 
Himmelskönigin (2, 537). 
13. Hilf, Mutter heilige Anna selbdritt (2, 269). 
14. Hilf, Johannes (2, 252). 
15. O heiliger Dominicus, bitte für uns (526. 
559. 4 Olaus). 
E. Spruchartiges. 
I. Weiheangaben. 
Die Glocken sind meistens dem oder der Schutz 
heiligen der Kirche geweiht. Oft ist besonders 
angegeben, wem die Glocke geweiht ward, 
und zwar gewöhnlich mit der Formel ‘in de 
ere’ = zu Ehren. 
161 unten (Unserer Lieben Frauen und des 
heil. Nicolaus). 193, 1 (Gottes und Unserer 
Lieben Frauen). 208 (Gott zu Lobe und 
Ehren). 278 (der heil. Katharina zu Flens 
burg). 310, 4 (der hl. Katharina). 366/7 
(des hl. Nicolaus). 409 (Glocke der, heiligen 
Maria Magdalena zu Lintorp). 559, 6 (Gott 
zu Lobe). 
2, 51 (der heil. Jungfrau Maria). 70 (des heil. 
Johannes und aller Gottesheiligen). 81, 2 
(des hl. Georg). 148, 2 (Marias). 269 (Gott 
zu Lobe und allen Gottesheiligen und dem 
heil. Andreas). 273 (hl. Johannes, Schutzhl. 
zu Töstrup). 
II. Giessauftrag. 
Diese Formel enthält das Jahr, den Namen der 
Glocke und die Angabe derjenigen, welche sie 
giessen Hessen, z. B. 152: Im Jahre des Herrn 
1453. Maria bin ich geheissen, das Kirchspiel 
zu Oldensworden Hess mich (oder: hat mich 
lassen) giessen. 
20 (1490. Die Vermögenden in Garyp). 117 
(die alte Inschrift wol mit dieser Formel). 
118 (1453. Hemmingstedt). 161 (Lass mich 
des geniessen, das K. zu Bonstorf —). 208 
(1487. Maria Magdalena. K. zu Kathen). 213 
(1467. Kotzenbüll). 217 (1465. Aldensword). 
246 (i 569. Hausleute und Kirchengeschworene 
zu Welt). 310,4 (1471. Katharina. K. von 
dem Grossenbrode). 366/7 (1476. Hoptrup). 
449 (vermutlich). 477, 1 (1569. Susanna. 
Middelstedt). 477, 2 (1563. Lambertus. Mid- 
delstedt). 483 (1507. Vinzenz. Die von Oden- 
büll). 489 (1507. Petrus. Die von Ostenfeld). 
500 (Anna. Die von Pellworm 1783, wol 
nach einer älteren Glocke). 
2, 79 (1462. Magdalena ich heisse. K. zur 
Burg). 123 (1482. Barkau). 269 (1412. Anna. 
Strukdrup). 273 (1499- Hl.Johannes,Schutzhl. 
zu Töstrup). 469, 1 (1471. Katharina. Bar 
kau). 470,2 (1471. Die von Herzhorn). 
529, 4 (1591. Stundenglocke. Peter Ranzau). 
580 (1475. Herpstedt). 673 (1475. Die von 
Stuntebüll). 684 (1462. Anna. Stedesand). 
III. Glockenname, 
in einem Verse angegeben. 
Hl. Gangolf ist mein Name, mein Geläut sei 
Gott angenehm. 5(1518). 2,497,2(1506. 
Hl. Antonius). Beidemal von den Giessern 
Wou und Schonenberg. 
IV. Giessername, formelhaft angegeben, 
a) Mittelalterlich: 
(Osana) heiss ich, Kort der goss mich. 161 
unten. 275. — Jasper 288. 2, 632. — Meister 
Siegfried 310,3. 317. 
b) Nachmittelalterlich: 
1. Aus dem Feuer bin ich geflossen, Melchior 
Lucas Brant hat mich gegossen in Gottes 
Namen. Amen. 458, 5. 477, 1 u. 2 (Her 
mann Grapengiesser). 2, 208, 5 (Heinrich 
Bonstede). 
2. Im 1566. Jahre goss mich Michel Dibler, 
das ist wahr. 25. 369 (1590). 458,3. 2, 
416, 1. 579. — Jones Kramp 35 (1595). 
V. Giesserwunsch, 
gewöhnlich am Schlüsse der Inschriften. 
a) (Giessername) hat mich gegossen (goss mich, 
der mich gegossen hat); Gott trage für 
seine Seele Sorge. 
193, I und 208 (Marquart Krul). 213 und 
217 (Hermann Klinge). 310, 4 (Gerd 
Klinge). 
2,123,1 (Peter Hu?). 469,1 (Marquart 
Krul). 470, 2 (Hermann Klinge). 673 
(Heinrich Klinge. Gott sei ihm gnädig). 
b) Gott trage für seine Seele Sorge; Hermann 
Klinge, der mich gegossen hat. 152. 366/7. 
— 2, 580 (ohne Giesser). 
F. Angabe von Namen derjenigen, welche zur 
Zeit des Glockengusses ein Gemeindeamt inne 
hatten. 
Diese findet sich in den reicheren Inschriften 
seit dem 15. und 16. Jahrh., ist im Werke aber 
nicht überall mitgeteilt, in nachreformatorischen 
Inschriften regelmässig weggelassen. 
a) Kirchherren: 208. 366/7. 2,469, 1. 673(1). 
b) Vikare: 2, 123, 1. 469, 1. 
c) K irchenvögte: 20. 
d) Kirchgeschworene: 161. 223. 366/7. 559, 7. 
2, 123, 1. 469, 1. 470, 2 (aus der daselbst 
mitgeteilten Inschrift der Glocke ist »Det- 
lefsen« zu streichen!). 555, 1. 673(?). 
Glorie, Heiligenschein; auch s. v. a. Strahlen 
kranz. 
Gobelin S 122 Teppich aus Wolle oder Seide 
mit eingewirkten bildlichen Darstellungen. 
Göding 536, 30. 2, 360, 16 Gauding s. Ding. 
Goldarbeiten S 117. — -glede 3, 15 Gold 
glätte, eine Art Bleiglätte. 
Gotischer Stil. Kirchen desselben S57f. Für 
die Plastik vgl. »altgotisch«. — Die Zeit der 
Gotik folgt auf die des Uebergangsstils (s. d.).
	        

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