Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch. Giebel—Glockeninschriften. 
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ein Giebelfeld ziert 317, 4. s e i t e, die Seite 
eines Gebäudes, auf welcher es seine Giebel 
zeigt 540, 23. — -türm s. v. a. -reiter. 
Giessgefäss 2,519: Metallgefäss zum Aufgiessen 
des Waschwassers, bes. für den kirchlichen 
Gebrauch. 
Giesszeichen das auf den Giesser hinweisende 
Zeichen, das viele alte Giesswerke tragen. 
Abb. 27 f. 1031. 1604. 
Gilde S 131 s. auch Brandgilde. 
Gildehaus das einer Gilde gehörige oder die 
Räumlichkeiten der Gilde enthaltende Haus 
< 546, 9. — -gerät S 117. — -stab S 131. 
Gipsdecke : verschalte und mit Gips verputzte 
Balkendecke 567,28. guss 566,30 s. v. a. 
Gipsabguss. — -grund 2, 185,33 s - v - a - 
Kreidegrund. — -stuck S 68: Stuck, 
Putz, Stückarbeiten aus Gips. Dieser wird 
seit den ältesten Zeiten zu Segeberg ge 
wonnen und dient seitdem auch als Mörtel 
oder als Zusatz dazu. 
Gitter S 117 s. Chor-, Kanzel-, Oberlichtgitter. 
gestühl, Gestühl mit Oeffnungen in der 
Umfassung, welche durch Gitter verschlossen 
werden können oder welche den Durchblick 
gestattende Gitter statt Füllungen haben 
292,24. — -schrank, -Schrein 428,14 
Schrank mit Gittertüren. 
Glacis der Festung: der sich nach aussen 
schwach abschrägende breite glatte Streif vor 
dem Hauptgraben. 
Glasbilder S 126. — - kanneSi 16. kelch 
S 113. krön leucht er S 109. male- 
rei S 126. 
Glasurstein, -zie gel ein glasierter Stein, 
Ziegel S 69. 
gleichbreit ist ein Chor oder ein Turm, wenn 
er gleiche Breite mit dem Schiffe hat. 
Gleichnisartiges S 159—61. 
Glied, Gliederung. Glieder heissen eigentlich die 
Teile, welche zur Bildung des antiken Ge 
simses gehören und einzeln oder zu mehreren 
gebraucht werden, um ein Gebäude oder 
einen andern nach den Regeln der Baukunst 
geschaffenen Gegenstand zu gliedern (s. ge 
gliedert) d. i. zu teilen und abzuschliessen. 
An Backsteinbauten sind sie bisweilen glasiert, 
bestehen bisweilen auch aus Haustein. In 
weiterem Sinne kann man von der Gliede 
rung eines jeden nicht einförmigen oder 
formlosen Gegenstandes reden. 
Glocke S118—120. S. Betglocke. Klingelglocke, 
Messglöckchen, Schlagglocke, Stundenglocke, 
Sturmglocke, Viertelglocke, Vollschlagglocke, 
Wachtglocke, Zeichenglocke. — Die auf 
einander von unten folgenden Teile der 
Glocke sind : Schlagring, Schweifung, langes 
Feld, Kranz, Henkel. — Angegebene Glocken 
masse beziehen sich auf den Durchmesser, 
die innen gemessene senkrechte und die äussere 
schräge Höhe. — -ngerüste als besonderes 
Bauwerk neben der Kirche S 64. — -haus 
S 62 f., Holz- oder Fachwerkgebäude, in 
welchem die Glocken aufgehängt sind. Bis 
weilen sind die Gl. turmartig. Das Gl. zu 
Schleswig (Abb. 1188) ist aus Stein ; es steht, 
wie die Gl. oft, abgesondert von der Kirche. 
— - inschriften S 119. — - nlinienprofil 
wird (12, 29) das Profil Abb. 11.43, entstanden 
aus Kehle u. Stab, genannt S 70. nn ame n 
S 120. — -nzeichen s. Giesszeichen. 
Glockeninschriften (G. G.). 
Als für die Kunstarchäologie nicht von Wich 
tigkeit sind im Werke die Inschriften der 
seit der Reformation gegossenen Glocken nur 
nebensächlich behandelt, bisweilen sind sie 
teilweise in der ursprünglichen Sprache abge 
druckt, oder es ist sogleich und in der Regel 
das auf den Ursprungsort und Giesser Bezüg 
liche in neuhochdeutscher Sprache mitgeteilt. 
In ihrem genauen Wortlaute sind dagegen die 
vorreformatorischen Inschriften wiedergegeben; 
höchstens sind mitunter die Namen der Kirch- 
geschworenen fortgelassen, weil ihre Angabe 
keine allgemeine Bedeutung hatte und sie nur 
für die Ortsgeschichte Wert haben. Vgl. unten 
F. Die Inschriften sind entweder in la 
teinischer oder mittelniederdeutscher Sprache 
oder aus beiden gemischt abgefasst. Manche 
stehen auf der Glocke verkehrt und können 
nur mit Hülfe eines Spiegels gelesen werden 
(vgl. Spiegelschrift). Die meisten dieser In 
schriften geben Auskunft über das Jahr, den 
Giesser und den Glockennamen, viele Gl. sind 
ausserdem geziert mit Sprüchen, welche sich 
auf die Bestimmung der Glocken beziehen, 
mehrfach in Versen, mit Bibelstellen oder all 
gemeineren Sprüchen, besonders zur Verherr 
lichung Gottes, Christi, Marias, ferner mit 
heiligen Namen, hauptsächlich Christi, mit 
Gebetsweisen und Anrufungen Gottes, Christi, 
Marias, der Heiligen, endlich mit Spruchartigem 
(Weiheangaben, Giessaufträgen, Giesserbe 
merkungen und -wünschen) und Angaben der 
Kirchherren, Kirchgeschworenen u. Aehnlichem. 
Alles diess kommt entweder nur teilweise oder 
bei einigen vereint in mannigfachster Verbindung 
vor. Im Folgenden ist das Bedeutungsvolle 
davon übersichtlich zusammengestellt. 
A. Sprüche über die Bestimmung der Glocken. 
1. Während ich einen Ton gebe (d. h. läute), 
möge alles Böse fern weichen (105). 
2. Wenn ich, die Glocke, geschlagen werde 
(ertöne), so verkündige ich niemals Eitles 
(Nichtiges), sondern ich zeige heilige Dinge 
aller Art (d. i. Gottesdienst und dazu Ge 
höriges) an und Gebet, den Feind, Leichen 
begängnis, Feuer (182). 
3. Den Lebendigen rufe ich, den Toten kl a g e 
ich nach (235).
	        

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