Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch. Geschoss — Giebel. 
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Abteilungen über einander gliedert. Bau 
werke von mehr als zwei Geschossen (Haupt- 
und Obergeschoss) sind in diesen Landen 
sehr selten. 
geschrägt. Oben geschrägte Platte 140, 21 : 
Platte mit schräger Oberfläche. — Profil eines 
Sockels S 71. Abb. 11. Kuppe eines 
Taufsteins, unten geschrägt (106, 42). 
Abb. 1365. 
geschuppt, mit Ornamenten in Form von 
Schuppen oder Dachziegeln gedeckt 309, 23. 
Geschütze S 136. 
geschweift s. ausgeschweift: Giebel Abb. 1233. 
1272. e Kuppe eines Kelches: eine 
solche, die sich unter dem Rande nach aussen 
ausbiegt 340, 10; wie Abb. 380. 
geschwellt 88, 2 Lichthalter s. v. a. gebaucht, 
vgl. Abb. zu 466. Säulen Abb. 71. 118. 
645. Ren.-Säuien sind an der Schwellung, 
Wi nn sie unten ist, gewöhnlich mit Akanth 
verziert. 
geschwungen und infolge einer zur Ueberliefe- 
rung und Gewohnheit gewordenen Kunst 
richtung »manieriert geschwungen« sind 
Figuren, deren Linien mehr oder weniger 
auffällig den Zug der Schönheitslinie dar 
stellen 39, 2. 42, 8. Abb. 737. Sonst auch 
s. v. a. geschweift, nicht gradlinig, z. B. 
Stützen Abb. 1400. Giebel Abb. 1387. Hohl 
geschwungener Giebel ein G., dessen Seiten 
konkav sind. 
Gesims S 71—73 : die Gliederung, welche einen 
oberen horizontalen, Abschluss bildet. Neben 
dem Hauptgesims, Dachgesims (oft auch ein 
fach: Gesims) unterscheidet man Sockel- 
gesims über dem Sockel, Gurtgesims 
zur Umgürtung eines Bauwerkes, Trennung 
der Geschosse, äusserlicher Gliederung (Sohl- 
bankgesims), in gotischen Gebäuden 
Kaffsims zu nennen, wenn in ihm die 
Sohlbänke der Fenster liegen, auch Tür-, 
Fenstergesims und überhaupt Deck 
gesims. Von dem Hauptgliede erhält es 
anderweit Namen als Rundbogen-, Kon 
solen-, Triglyphengesims u. s. w., 
wenn eine Rundbogen- oder Konsolenreihe 
u. dergl. den Charakter des Ganzen bestimmt. 
— gehäuftes Gesims s. gehäuft. 
Gestäbe von Fenstern S 76. 
gestabt ist eine Balkenkante, wenn sie als 
Rundstab ausgebildet ist, eine Kehle, wenn 
in ihr ein Rundstab liegt 2, 216, 33. 
gestelzt 502, 18 ist ein Bogen, dessen Schenkel, 
ehe sie sich zu krümmen beginnen, erst senk 
recht aufsteigen. Kurze Vorlagen unter den 
Bogenanfangen, die denselben Zweck haben, 
wie die Stelzung der Bogen, nämlich diese 
zu überhöhen, heissen Stelzen 273,2. 
gestempelte Ziegel s 69. 
Gestühl S 98f. Vgl. Stuhlkopf. Wange. Brü 
stung. Chorgestühl, Beichtstuhl, Frauenstuhl, 
Küsterstuhl. Romanisierend Abb. 1230. Go 
tisch Abb. 1045. 1203. Ren. Abb. 316 f. 
— -köpf spg. 396. 435. sptstgot.'599. fr. 
Ren. Abb. 94. 121 ff. sp. Ren. 422. — 
-bilder, Täfelungsbilder, 
gestumpft, gestutzt, des Oberteiles beraubt 
(vgl. geköpft), Turm 17, 16; Gestühl 86,9. 
Getäfel die eine Brüstung bildenden oder eine 
Fläche bekleidenden Füllungen mit 
den sie umgebenden Friesen. Getäfelte Decke 
S89. 
Gethsemane S 140. 
getreppt s. ausgekantet, 
getrieben s. Treibarbeit; hoch — flach — 
sagt man nach der Höhe und Kraft des er 
zielten Reliefs (s. d.). — getr. Taufen S 103; 
Leuchter S 113. 
getüncht, mit einer weissen oder weisslichen 
Erdfarbe angestrichen 449, 20. 
getuscht, mit Tusche gezeichnet. 
Gewände, die Seitenteile einer Tür- oder 
Fenstereinfassung unter dem Beginne der 
Abdeckung. Ihre Gliederung besteht meist 
in Profilierungen; in der Ren. ist ihre Innen 
seite (Leibung) bisweilen mit Ornament be 
deckt (2, 524, 4), die Vorderseite aber manig- 
faltig umrahmt. 
Gewänder, Gew'andung s. geknittert, 
gewandet z. B. schräg-: mit Gewänden versehen, 
z. B. schrägen. 
Gewändstein, ein von einem Gewände stam 
mender oder dazu gehöriger Stein 436, 30. 
Geweih S 108. — -leuchter, Hängeleuchter, 
dessen wesentlichster Bestandteil ein Geweih 
ist S 108. 
Gewichte S 131. 
gewirtelte Säule s. gegürtet. 
Gewölbe S 77—79. Vgl. Kreuzgewölbe, Kloster 
gewölbe, Tonnengewölbe, Spiegelgewölbe, 
achtrippig, achtteilig. Rippe. Fach. Kappe. 
Joch. — -bauten, profane S 134. — -be- 
malung S123. Schluss hangend S 79. 
Stützungen S 79. 
gezackter Bogen, Zackenbogen in der Früh 
renaissance häufig an Gestühl und Kanzeln. 
Abb. 980. 1478. 1607. Gotisch: 1205. 1547. 
gezinnt, vgl. gelocht. 
Giebel, die lotrechte Abschluss wand eines 
Sattel- oder Pultdaches; -— gebrochener, ge 
schwungener (s. d.). — Den Uebergang zum 
Giebel von einem unteren breiteren Geschoss 
vermitteln in Frührenaissance-Weise nebenge 
setzte Voluten oder Anläufe 316, 34. Gotische 
Giebel haben gewöhnlich Staffeln (Staffel 
giebel) oder sind nur durch Blenden S 73 
gegliedert. figuren, die auf dem Giebel 
stehenden oder im Giebel angebrachten 
Figuren. — -förmig, in Form eines nach 
oben geschlossenen Winkels 427, 6. — 
-häuser: Häuser, die den Giebel der Strasse 
zuwenden.— -nase Abb. 1452.— -reiter 
s. Dachreiter 221, 8. 363, 38. Abb. 772. 
916. 941. — -relief, ein Reh, welches
	        

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