Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

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W öi terbuch. Fältelgewand — Flachtonnendecke. 
Fältelgewand 2, 639, 5, gefälteltes Gewand. 
Faltenkapitäl S 80. 
Falz, eine gewöhnlich rechtwinklige (spitzwinklig 
Abb. 58) Rinne, welche an Stelle einer Kante 
tritt (Auskantung), doch auch als Einsprung 
in schrägen Flächen (Fasen) vorkommt. Ein 
»ausgekanteter«, ein »mit Falz versehener« 
Bogen kann auch vielfach als ein »mit einem 
Blendbogen umgebener« Bogen bezeichnet 
werden. So besonders in der Umrahmung 
der Dreierfenster. 
Familie, hl., S125. — Familienbilder S 162. 
Fangelturm, Treppenturm zu Petersdorf 2, 91, 
24; nach Otte heissen an der Ostseeküste die 
Warttürme so. 
fanum, Heiligtum, Tempel 223, 15. 
Färbung und Bemalung S 123—6. 
Faschine, Reisiggeflecht, Hürde 2, 226, 12. 
Fase == Abschrägung einer Kante; gefast = 
abgeschrägt. Gefast ist ein Balken , Türe, 
Fenster, wenn die Kanten weggeschrägt sind. 
Fassade, Schauseite eines Gebäudes, auch z. B. 
einer Orgel 229, :6. 
Fayence S68. 116. 121, Steingut, Thongeschirr 
mit weisser Glasur überzogen. — -ofen, 
Ofen aus solchem Stoffe hergestellt, so 183, 
23- 
Feld 2,5, 11 = Fach eines Fachwerkhauses. — 
Portalfeld = Bogenfeld. — Felder der 
Kanzel, die Flächen der Seiten zwischen der 
Gliederung der Kanten, des Sockels und des 
Frieses. — -decke, in Felder geteilte Decke 
2, 17,40. 632, 14, vgl. Kassettendecke. — 
-kreuz S 121. — -Schlange s. Falkaune. 
— -stein , auch »Fels« (Felsenmauer 2, 226, 
6), wird in Schlesw.-Holst. der als Findling 
fast allenthalben ausser in der Marsch vor 
kommende nordische Granit (gewöhnlich 
Syenit) genannt. — -steinbau S 54. 65. 
Vgl. »Verband«. 
Fenster S 7S f. 273, 14 s. V. a. Fensterscheibe. 
Die Knäufe gotischer Kelche sind gewöhn 
lich mit blinden oder offenen Fenstern ver 
ziert. — -blende, eine Blende von Form 
und Aussehen eines Fensters 96, 39. — 
-bogen, der Bogen, welcher das Fenster 
deckt 44, 18. — -entlastungsbogen s. 
entlasten. — -ge wände s. Bogen. — 
-leibung s. Leibung. — -lucht 264,7, 
die Verglasung eines Fensters. — -paare 
{rom. u. Uebergangsstil) S 75. profil, 
die Gliederung der Fensterumgebung, insbe 
sondere der Gewände. sohle = Sohl 
bank s. d. — -stabe, die die Lichter des 
F. von einander scheidenden Pfosten. — 
-stürz s. Sturz. 
feria, Wochentag. 
ferreae quinquipedae , eine Art Geschütze, 5 
Fuss lang, aus Eisen. 
Festungen, feste Plätze Sl29f. 
Feuerkorb S118. — -gabel S 135. luke 
3,21. 
Fiale, Ziertürmchen (Abb. 332. 596. 599. 1535) 
in durchgebildeten hochgotischen Bauten den 
Abschluss der Strebepfeiler bildend. In der 
schlesw.-holst. Baukunst haben sie keinen 
Platz (s. Gotik), finden sich aber am Gestühl 
und an Altären oft gebraucht; auch gebogen 
20 °, 35, und ihre Gestalt lebt in den An 
fängen der Ren. noch fort; bes. in Gestühlen 
381,3. Abb. 1163. 
Fibel, fibula, Spange zum Heften der Gewänder 
.139,9- 
Fides, Glaube, s. Haupttugenden. 
Figurenornament 140,45, figürliche Stuccatur, 
figürliche Bemalung, Ornament und andere 
Darstellungen, in denen Figürliches vor 
kommt. 
Filiale (= Tochterkirche) 220, 36. 420% 10 
Kirche mit eigenem Kirchspiel, aber ohne 
eigenen Geistlichen und unter dem einer 
anderen Kirche (der Mutterkirche) stehend. 
Filigranarbeit S 116: Edelmetallarbeit, bei 
welcher feiner Draht den Stoff der Ver 
zierungen bildet. 
Finstern Stern, Kapelle zum 183. 158, 2; 
Name entstanden aus finis terrae? 
First des Daches, die Linie, in der sich die 
Dachflächen eines Satteldaches schneiden. 
Firstwalmdach, ein Satteldach, dessen beide 
Enden abgewalmt sind (Abb. 535). Die 
Richtung der First folgt gewöhnlich der Achse 
des Gebäudes (О.-W.); bisweilen weicht sie 
ab (N.-S.). 
Fisch, goldener S 117. 
Fischblase , eine im Masswerk der Spätgotik 
vorherrschende Figur, in Abb. 1204. 1524. 
1535; zu 2, 138. In Schlesw.-Holst. ist sie 
im Ganzen weit seltener und bescheidener 
aufgetreten als anderswo; in der Baukunst 
fehlte es dem Backsteinbau an Gelegenheit 
zur Anwendung, und die Holzschneidekunst 
griff lieber zu dem leichten und schwung 
haften Laubwerk. Am häufigsten finden sich 
F. gebraucht in Masswerkfriesen, die an 
Altaraufsätzen Quergliederungen bilden. 
Fischgrätenverband s. ährenförmig. 
Fischmann (Wassermann), männliche Figur, 
deren Unterteil in einen Fisch ausläuft 260, 
42. engel, ein so gebildeter Engel. 
fl. rh. == Gulden rheinisch 1, 714 Mark. 
flachbogig'. in flacher gedrückter Linie ge 
sprengter Bogen 68,24.443,9; flachspitz 
310,37: ein sehr gedrückter Spitzbogen. 
Flachornament der Ren. Abb. !9of. 1384. 
1461. 1609. Gegensatz: Reliefornament. 
Flachrelief 419,14, flaches Relief 316, 7 (Gegen 
satz : hohes Relief, runde oder fast runde Ar 
beit) : erhabene Arbeit von geringer Erhebung 
des Einzelnen über den Grund. 
flachrundbogig s. flachbogig. 
Flachtonnendecke: Decke mit einem flachrund- 
bogigen Tonnengewölbe 1,2,15.
	        

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