Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Wörterbuch, ausgespart—Barock. 
171 
ausgespart: im Mauerwerk leer gelassen, 
ausgetreppt s. ausgekantet, 
ausgetrieben: in Treibarbeit hergestellt, 
ausgewechselt 2,651,26, ausgelöst 2,39, 
3 sind die Rippen durch eine Kreisrippe in 
Abb. 1625. 
Ausgründung, Bearbeitung des Holzes in der 
Weise (vgl. dagegen Auflagearbeit), dass die 
flachen Gründe durch Wegnehmen am Holze 
gewonnen werden, während alles darüber 
Erhöhte stehen bleibt. Hier wird also weder 
aufgeleimt noch aufgenagelt. 
Ausgusssteine, Piscinen S 105. 
Auskantung s. ausgekantet, 
ausknicken (sich ausknicken 277, 15), vor 
knicken 551,8: statt in regelmässiger Linie 
an der Wand auszuschiessen oder auf Stützen 
zu entstehen, kommen Rippen auch wol in 
stumpfem Winkel hervor und wenden sich 
dann mit einem Knick nach oben; vgl. Abb. 
902. 
auskragen s. ausgekragt. 
Auskröpfung eines Sockels 129, 39 s. Kropf 
Abb. 728. 731. 
sich auskröpfen = verkröpft sein, 
ausladen. Ein Gefäss lädt oben aus, erweitert 
sich durch Ueberkragen oberer über die 
unteren Teile z. B. Abb. 1399. Aus 
ladung eines Gesimses ist das Mass seines 
Ueberstandes über die überdeckte Wandfläche. 
Unter den »Ausladungen« eines Kunstwerkes 
(117,12. 404, 18) ist besonders die Weite des 
Uebergreifens der Gesimse zu verstehen, 
auslösen s. ausgewechselt. 
Auslucht 1, 16. s. 2, 490, 35. S 134. erker 
artiger Vorsprung am Hause mit kleinen 
Seitenfenstern. 
Ausschwingen (Flattern, vgl. d.) des Lenden 
tuches Christi, in der spätesten Gotik sehr 
beliebt 334, 8. Abb. zu 2, 272. 
aussetzen 2, 39, 2 (Grate) 2, 90, 2 (Kaffsims) : 
aufhören, nicht weiterhin vorhanden sein. 
aUSStaffieren N. 14 s. staffieren. 
Ausstattung von Kirchen S 89. Profane A. 
S 135- 
Austiefung s. Ausgründung. 
Austreppung s. ausgekantet. 
Austritt an einer Kanzel Abb. 892, eine ausser 
dem Kanzelpolygon und dem Auftritt vor 
der Treppe bei den Kanzeln des reichen 
Grundrisses vorhandene, gewöhnlich recht 
eckige Erweiterung. 
Austritterker 2,341,3 vorgekragter Abtritt. 
Auswachsen von Rippen oder Bogen findet da 
statt, wo diese ohne Kragstein oder sonstige 
Unterscheidung aus einer Wand hervor- 
schiessen. 
Aussen -deich , das vom Seedeich nicht mit 
eingeschlossene Marschland. — -bilderdes 
Altarschreines, die Bilder auf den Aussen- 
seiten der Flügel, der Gemeinde sichtbar, 
wenn jener geschlossen ist. — -blenden 
in den 3 Fehmarschen Hauptkirchen s. Abb. 
921. 932. 942. — -flügel hat ein Altar 
schrein, wenn er ausser dem inneren Flügel 
paare noch ein weiteres besitzt; s. Doppel 
flügel. 
ave maria, der englische Gruss, auf Glocken 
und als Taufinschrift häufig. 
Bacchanal 467, 10, heiteres, den Freuden des 
Bacchus geweihtes Gelage. 
Backstein S69. bau S66. giebel 
auf Holzschwellen 2, 525, 18. 
Baldachin, Pracht-, Prunkhimmel; das Dach 
oder die Verdachung über einer Statue (Abb. 
1645), dann s. v. a. Tabernakel (2, 13, 23) ; 
über einem Grabmale (dann in älterer Sprache 
»Himmel«) 2, 222, 30. 308, 3; über einem 
Altarwerke (2, 303, 7) oder auch im Inneren 
eines Altares die Ueberdeckung einzelner Ge 
stalten und Gruppen (Abb. 722) s. Ueber- 
hänge. Weniger gut heisst so (auch Hohl 
baldachin 2,210,38) auch wol die sich von 
der Rückwand der Gestühlreihe oder des 
Altarwerkes (Abb. 882. Zu 524) Vortragende 
Ueberdeckung S98. Auch die Taufdeckel 
bilden im Oberteile bisweilen Baldachine 
Abb. 1590. 
Ballhaus 2, 337, 4 = Ballspielhaus 2, 447, 3. 
Bailistenwurfweite 61,32, die Weite, in der 
das bekannte Belagerungsgeschütz der Alten 
und des Mittelalters die Geschosse schleudern 
konnte. 
Baluster 566, 34 d. i. Docke, vgl. Candelaber.— 
Balustrade, Reihe voll solchen Docken 2, 344, 
41. 
Band. Bandförmige Kämpfer, Band 
kämpfer haben die Form einer hohen, 
schwach vortretenden Platte (Abb. 898. 1271. 
daher Bandkapitelle). — Deutsches Band 
S 71, eine Lage von über Eck gelegten 
Ziegeln, auch »Stromschicht« Abb. 834t'. 
1501. Ornament 15, 24 = Bandrolle, 
fliegendes Band; das in der Spätgotik nicht 
seltene Ornament in der Form fliegender, 
sich verschlingender Bänder. — Bänder im 
Geschmack des Empire: naturalistische Band 
schleife mit wehenden Enden 2, 588, 28. 
barbarlsiert: barbarisch behandelt durch Ver 
derben der Kunstformen. 
Barock. Der Barockstil ist für uns wesentlich 
ein verzierender Stil. Er entspringt der Spät 
renaissance und zeigt sich zuerst im An 
schwellen und Fett- oder Knorpeligwerden 
mancher Ornamente, besonders der Voluten 
an Knäufen, und im selbständiger werdenden 
und sich vom Architektonischen loszulösen 
strebenden Leben der Ornamente, der Glieder 
und des Figürlichen, welches zugleich sehr 
schlank zu werden beginnt. Er beginnt so 
zum Teile schon (beginnender Barock) um 
1610, behält dabei jedoch den Aufbau der 
Ren. bei (früher Barock), wird dann ent 
wickelt, charakteristisch, indem das Ornament
	        

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