Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

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Wörterbuch. Armenblock—ausgeschweift. 
sind öfters früher Behälter für die Kirchen 
kasse oder andere Wertgegenstände gewesen. 
— -Stift 2, 330,21 vgl. Spital. 
Armschiene, der Teil der Plattenrüstung, der 
die Arme deckt. 
Asarotmosaik 2, 447, 41, eine Art Mosaik, 
deren Zeichnung den Fussboden als unge- 
fegt, mit Resten allerhand Art bedeckt er 
scheinen lässt. 
assumptionis mariae (Mariä Himmelfahrt) 
15. Aug. 
Astanfänge an einem Kreuze: oft ist das Kreuz 
als Stamm ausgebildet und an ihm schein 
bare Anfänge von abgebrochenen oder ab- 
geschuittenen Aesten dargestellt 18.252. 558. 
— -werk. Eine in der spätesten Gotik 
eindringende, als gotischer Zopf zu be 
zeichnende Liebhaberei verwendete an Stelle 
der architektonischen Masswerke und Profile 
solche, welche wie aus abgestorbenen Aesten 
gebildet erscheinen 43, 3. 200, 36. Abb. 324. 
Zu 2, 640. 
Asyl 63,44 deutsch Freiberg: Zufluchtsort für 
Verfolgte; recht, das Recht der Kirchen 
und Klöster, Verfolgte aufzunehmen und zu 
schützen. 
Atlas (Mz. Atlanten), kraftvolle männliche 
Figur, die statt einer Säule als Stütze ver 
wandt wird 2,29,4. Der Hermen atlas 
2,351,10 ist im Unterteile ein viereckiger 
Hermpfeiler. 
atria 566 Anm. vgl. 2, 446, 18 »Hof«, adeliges 
städtisches Wohnhaus. 
Attisch S71, ist ein Sockelprofil, in dem auf 
einen Wulst eine Kehle, darüber wieder ein 
Wulst, mit den nötigen Plättchen dazwischen, 
folgt Abb. 477 a. Auch an Kämpfern findet 
sich diess Profil Abb. 474. 636. 
Attribute der Heiligen, die von ihnen geführten 
Kennzeichen, gewöhnlich auf die Art ihrer 
Marter deutend.— der Tugenden s. Abb. 1209 ff. 
Auferstehung S 146. 
Aufführungen, dramatische S 138. 
Aufgelöst 542,17 sind architektonische Formen, 
wenn die Glieder nicht in der ihnen zu 
kommenden Bedeutung und im Zusammen 
hänge mit einander, sondern willkürlich um 
gebildet und vereinzelt angewandt sind. 
Auflagearbeit Abb. 1520 ist eine Verzierungs 
art, die sich von einfacher Einlagearbeit da 
durch unterscheidet, dass hier das Ornament 
nicht in den Grund eingelegt, sondern als 
dünne Platte aufgeleimt wird. 
Auflösung vgl. aufgelöst: der Uebergang einer 
Gliederung in eine sich aus ihr ergebende 
feinere 2,205,19. 525,24. 
Aufreiter 2, 499, 4 s. v. a. Dachreiter. 
Aufsatz s. v. a. Altaraufsatz. So wird auch 
der einigermassen selbständige Oberteil eines 
architektonischen Werkes, Kanzeldeckels, 
Kronleuchters genannt, ausser welchem, wenn 
er in der Mitte steht (Mittelaufsatz), auch 
Nebenaufsätze vorhanden sein können. 
Abb. 319. 
Aufsteigsteine für Reiter S 135. 
Aufzugerker, -nase, Abb. 1452. 
Augustinerorden S81 1) ein Bettelorden für 
Männer um 1150 gestiftet, für Frauen 1177; 
2) regulierteChorherren des Augustiner-Ordens 
s. Chorherren. 
auratus eques 526 ist vom Kaiser zum Ritter 
geschlagen. 
Aureole, ein Heiligenschein, Strahlenkranz um 
Haupt oder Körper. Besonders auch die 
mandelförmige, auch als Mandorla oder 
Osterei bezeichnete Umfassung, wie in 
Abb. 281. 1522. 
ausciseliert 301, 39 ist ein Gusswerk, wenn es 
nach dem Guss noch mit Werkzeugen, besonders 
dem Meissei, verfeinernd überarbeitet ist. 
ausgebuchtet, mit Ausbuchtungen versehen, 
wie z. B. Abb. 1288 a. Kelche der Barock 
zeit haben oft in Vielpassart ausgebuchtete 
Füsse, doch von nicht gleich kräftiger und 
strenger Bildung. 
ausgegründet (davon: Ausgründung) sind 
Ornamente, Figuren 2, 252, 20. 353, 36. 672, 
1, wenn sie durch Vertiefung des Grundes aus 
dem vollen Holze gewonnen, in dasselbe 
hineingetieft sind. 
ausgekantet ist eine Kante (ein Bogen, Bogen 
fries 102, 36), wenn statt der Kante ein, in 
der Regel rechteckiger, Einsprung erscheint. 
Sind der Einsprünge mehrere, so erscheint 
die Kante (das Gewände, der Pfeiler) als 
ausgetreppt, eingetreppt, mehrfach 
abgesetzt; solche Austreppung kann also 
drei- und mehrkantig sein. 
ausgekeilt sind Gewölbe 549,4, deren Risse 
unter Anwendung von Keilen gebessert und 
gefüllt werden. 
ausgekragt, auskragen, Auskragung. 
Stützende Steine, die aus der Wandfläche 
hervorstehen, einzeln als Kragsteine, Abb. 
74. 1125, odereine vorkragende, ausgekragte 
Schicht bildend, sind erforderlich, wenn ein 
Mauerkörper über die Flucht eines anderen 
herüber ausladen soll. Auch steinerne Erker 
und Erkertürmchen pflegen (Abb. 772. 793) 
mit mehreren über einander immer weiter 
ausladenden Schichten auszukragen oder 
(Abb. 2) auf einzelnen Kragsteinen zu ruhen. 
Einzelne Bauglieder, Kopfbänder , Rippen, 
Bogenansätze kragen aus, wenn sie nicht 
unmittelbar aus ihrer Unterlage entstehen 
Abb. 1544 c. 
ausgeleert (Altarschrein): Der Schnitzerei be 
raubt, dass der leere Kasten übrig ist 326, 17. 
ausgelöst s. ausgewechselt. 
ausgeschabt in Mustern 2,435,35 auch »da- 
masciert«. 
ausgeschweift, vgl. geschweift: nicht gradlinig, 
sondern in unregelmässiger, mehr oder weniger 
willkürlicher Weise behandelt.
	        

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