Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 3)

Vorrede und Nachwort. 
XIII 
und anders entstandenen Mängel und Irrtümer der Trost, dass, wer Angst vor 
dem Irrtum hat und ihn unter allen Umständen vermeiden, jedem Tadel entgehen 
will, solche Arbeiten zu übernehmen untauglich ist, wie der selige von Dehn- 
Rotfelser, bei seiner steten Mahnung zum Vorwärtsgehn, und seinem Spruche, 
dass das Bessere hier der verderbliche Feind des zu erstrebenden Guten sei, 
immer und immer wieder hervorzuheben nicht versäumte. Und so ist mir denn 
August Reichenspergers Ausspruch, dass er in unserem Buche auch das minder 
Gelungene nicht missen möchte (Zeitschr. f. christl. Kunst 1888, S. 291), zwar 
durchaus kein Grund, auf das Ungelungene stolz zu sein, aber er zeigt doch, 
dass der Landesconservator Recht hatte mit seinem steten Drängen auf Beschleuni 
gung ; wäre ich ihm nicht gefolgt, so würde diese Arbeit wahrscheinlich nie fertig 
geworden sein. 
Zwar das Zurückblicken ziemt dem Pflüger nicht, sagt die heilige Schrift. 
Doch bin ichs nun nicht mehr; ich lege das Werkzeug nieder. Mögen nun die 
neuen Arbeiter kommen, und dann die Drescher und auch die Sichter. Manches 
Unkraut wird auszujäten sein und manche Pflanze umzusetzen. Des Tages wird 
man sich freuen, wo von dem jetzt frisch bereiteten Felde die Früchte, ge 
reift und gesondert, jegliches Korn nahrhaft und gesund, zu ihrer Art eingeheimst 
werden in die Scheunen. Da denkt man nicht mehr der Tage, wo das Feld 
umgebrochen ward und dann in Blüten gestanden hat, nicht mehr der Feld 
blumen dazwischen und des Regens und Sonnenscheines, der erforderlich war 
zu begiessen und wachsen zu lassen, auch nicht der Mühe und Sorgfalt der 
Herren des Feldes, die nötig war, es zu hüten, schmarotzende Vögel wegzu 
jagen oder das Getier des Feldes, das die Saat zertreten oder verderben wollte. 
So schliesse ich mit der Hoffnung, dass sich ein reiches Leben auf dem Ge 
biete und aus demselben entwickeln möge, mit dem Wunsche, es mögen auf 
dem Acker, wüst, als ich ihn betrat, nun aber, Dank zumeist den Besitzern und 
Pflegern des Feldes, urbar und gangbar und, wenn auch nur dem Fleissigen 
lohnend, so doch auch dem nur Geniessenden einiges versprechend, bald neue 
Saaten aufspriessen, reich, üppig und dicht, geordnet und echt, zur Freude und 
Ehre dieses schönen Landes und zu seinem Ruhme im grossen Vaterlande. 
Ploen, im Winter 1888/89. 
Rieh. Haupt.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.