Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 2)

Kr. Oldenburg. I. Cismar. 
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zugeschärft-wulstig zwischen Platten. Die Schlusssteine sind rund, durchbohrt. 
Die Wandpfeiler sind aus 5 runden Gliedern zusammengesetzt; das Gewölbe liegt 
nicht überall ganz organisch auf den Stützen. Den altertümlichen Eindruck der 
schweren Glieder und oft recht schwach gespitzten Bogen erhöhen die Kapitelle, 
welche (Fig. 850) sehr hübsches frei geschnittenes Laubwerk, im Osten nur 
einzelne Blätter, Wein, Ahorn, doch auch Weinlaub mit Trauben, enthalten, 
westlicher ist auch ein Kopf, dessen 2 Arme Ranken halten. Das Kapital im N.-W. 
ist verwittert, sein Stoff, wie wol bei allen, ist Stuck. Das grosse Joch, in welchem 
Fig. 849. Sockel, wol aus dem Kreuzgang. Knauf und Sockel, jetzt Taufstein. 
jedesfalls ein Lettnerbau war, hat auf beiden Seiten je 3 spitzbogige Blenden 
unten, und rechteckig profilierte, sich am Bogen gerade wie in Neustadt im 
Schiffe verdoppelnde Schildbogen. — In den alten Westjochen fehlen Wand 
glieder, Rippen und Gurte sind gleich. In der Südwestecke ist eine mit Steig 
tonne gedeckte Wendeltreppe. 
Altar. 13. Ber. vat. Alt. 63—66. Münzenberger, Altäre 45 f. Abb. im 
Kieler Museum; ohne Sculpturen: Statz und Ungewitter Taf. 214 f. S. Ldr. 
Mensa aus Ziegeln, die Platte ist 2,85 br, 2 m tief, dick 0,07 ohne Kreuze. 
Der Aufsatz ist aus dem Ende des 13. oder Anf. des 14. J. Der Schrein, fast 
0,50 tief, sitzt ohne Staffel auf ihr. Er ist mehr lang als hoch (innen 1,68 : 3,22), 
mit 5 Wimpergen geziert (h samt diesen 2,22). Masswerkscheidewände trennen 
das Innere in 5 Abteilungen, deren jede quer in 2 Fächer zerfiel, zur Auf 
stellung von Reliquien u. dgl. Auf dem Schrein erheben sich über dem nach 
hinten fallenden Pultdache 3 viereckige Türme, der mittelste bis zu 6,60 m über 
die mensa, welche unter von schlanken eisernen Säulen getragenen Tabernakeln
	        

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