Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

Kr . Norder - Ditmarschen . Ditmarschens Landesverteidigung . 
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( Henninges ed . II , 252 ; Neoc . 1 , 642 . 381 ) . Letzteres blieb auch nach der Unterwerfung eine Geissei des Landes ( Neoc . i , 617 ) . Die Tielenburg auf einer Eiderinsel gehörte zu Holstein und war schon 1323 und weiterhin eine Landplage und Gefahr . Den Wohnort bei ihr macht die Ueberlieferung sogar zur Stadt , oder zum Marktflecken ( Bolten Stapelh . 311—23 ) . Nach der Hemming - stedter Schlacht , 1500 , stürmten die Nordmannen , unter besonderer Auszeichnung der Hennstedter , die Burg , zerstörten sie und das Dorf , später deichte man den diesseitigen Eiderarm zu . Der Burgplatz , den Hennstedtern damals geschenkt , bildet eine fast viereckige Anhöhe , rings sind weitere Wallreste . Drei kleine eiserne Mörser , 1613 in der Erde gefunden , sind später nach Husum gebracht worden ( Vieth 40 ; Neoc . 2 , 403 ; vgl . 1 , 249 ) . 
Wenn die vorstehende Behandlung , die sich wesentlich auf die Angaben der Topographie stützt , wegen der beigebrachten Einzelheiten nicht unwillkommen sein wird , können wir im folgenden zu unserer Freude auch eine Abhandlung über denselben Gegenstand mitteilen , in welcher der auf diesem Gebiete ständigste , Prof . Dr . Heinr . Handelmann in Kiel , zusammenfassend , in allgemeinen und übersichtlichen Zügen ein Bild davon entwirft . Hier etwas ausführlicher und vollständiger zu Werke zu gehen , erschien bei der Wichtigkeit des seither unbeachteten Gegenstandes geboten oder wenigstens erwünscht . 
DITMARS CHENS LANDE SVERTE IDIGUNG . 
Von H . Handelmann . 
Die historische Sonderstellung Ditmarschens erklärt sich nicht zum desten aus den physisch - topographischen Verhältnissen . Bevor die modernen Chausseen und Eisenbahnen die Landschaft mit den anderen schleswig - steinischen Gauen zusammenschmiedeten , war die Verbindung mit der Aussen - welt zu allen Zeiten auf dem Wasserwege leichter und erspriesslicher als zu Lande . Von jenseits der Elbe kam die christliche Mission ; Atrebanus , der erste Märtyrer im »Dietmarsgau« ( 782 ) , war ein Schüler des nachmaligen Bremer Bischofs Willehad . Und seit der Zeit Karls des Grossen gehörte Dit - marschen zusammen mit dem südlichen Ufer der Elbemündung : in geistlicher Hinsicht zum Sprengel des Bischofs von Bremen , in weltlicher zum Amtsbezirk des Grafen von Stade . Der damalige Hafenplatz ^Meldorf , auf dem westlichen Rande der Geest , wo derzeit die Miele in die Elbe mündete , wurde der liche und kirchliche Mittelpunkt . Hier ist die erste Kirche erbaut , welche lange die einzige Taufkirche für ganz Ditmarschen blieb ; hier stand die Burg der Grafen , von welcher die Geschichte allerdings nichts zu melden weiss , deren Andenken aber in den Namen der »Burgstrasse« und des »Burgviertels« fortlebt .
	        

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