Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

Kr . Norder - Ditmarschen . Ditmarsche Landesbefestigung . 
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überall . Der in Hemme ward 1508 so benutzt . Ein Dorf bei Hemme »Hemmerwurth« war mit 2 Pforten »gleichsam befestigt« . — 
Die westliche Landschaft schützte im Osten eine günstige Linie . Ein nur beim A u k r u g überschreitbarer Moorstrich voll Graben und Seen zieht östlich des Kirchspieles Lunden von der Eider nach Süden , die Geest spaltend , bis gegen Nordhastedt , sogleich südlich dieses Ortes liegt ein Moor und der Fieler See , bei Hemmingstedt die Marsch erreichend . Schanzen bei Aubrücke und die Hamme bei Hastedt sperrten den Zugang . 
Die Geestlandschaft nordöstlich dieser Linie war abgetrennt . Die Eider und ihre Marsch , die Gieselau mit den Sümpfen sichern diese , an allen Uebergängen bewehrt , so im Delver Koog , bei Bargen , Tielenburg , Tielenhemme , Hohenlieth , Dörpling und wol Lexfähre ; noch dahinter waren ganze züge angelegt . 
Im Süden schützen die südliche Geest die Marsch , der Kudensee , die untere Holstenau vollständig . Die Schwäche lag , wie bemerkt , zwischen den Sümpfen der Holsten - und der Gieselau , bei Albersdorf und südlicher . Die Strecken von Beidorf bis nach Schafstedt hin , wüst , menschenarm , weg - und steglos , von der Befestigung nicht genug beachtet , blieben stets gefährlich . Ebenso unterliess man um so eher , die Albersdorfer Gegend selber , wo die Heerstrasse herein kommt , genügend zu sichern' ) , wobei auch die Gegnerschaft der Nord - und Südlandschaft , die da zusammenstossen , mitwirkte . In Folge dessen konnte die Tellingstedter Gegend im Rücken gefasst werden , und man verwahrte sich seit dem Krieg von 1500 so gut es gieng durch einen wärtigen Schanzenzug . Hätte jedoch der Krieg 1559 einen anderen Ausgang genommen , so wäre man wol auch zur völligen Sicherung der Mittelgegend schritten . Anfänge fehlten nicht : Schafstedt hatte ein »Schloss« , bei Frestedt - Quickborn sind 3fache Schanzenlinien , der Albersdorfer Kirchhof mit hohem Turm war fest ; nach Meldorf sichert den Weg eine Menge vereinzelter Punkte , Mel - dorf selbst war noch 1511 als Landesfestung gedacht , und bildete , wie im Norden die Heide , ein umschanztes Lager . 
Die einzelnen Werke . Böckel zeichnet für 1559 an der Elbe den »Holstengraben« als 3 fachen Grenzschutz , mit Geschützbelegung . Inder Dack - wiese am Kudensee war ein Burgplatz auf Pfählen . Burg , auf der Ecke der Geest , eine wahre Landesburg , hat rings hohe feste Punkte und Schonwaldungen , auch einen »Hammberg« . Vor Meldorf ist schon auf den Höhen bei Oed - derrade und Sarzbüttel ein »Schloss« , bei Tensbüttel Schanzen »Königsgraben« , eine Stelle Wellen ( = an den Wällen ) . Bildeten diese lagen ein System , so war der Zugang von Holstein aus Osten gesperrt . Die zwei Wege nach Meldorf vereinigen sich vor der D elf brücke und ihren festigungen , wo die Holsteinischen Grafen 1403 die Marienburg anlegten , 1 
1 ) Da waren nur bei Wennbüttel , dem Kukswall gegenüber , einige Veranstaltungen , ferner weiter hinein das Hammholt und etliche Wälle bei Albersdorf ; weiterhin lag zwischen Ksp . Albersdorf , Nordhastedt und Tellingstedt eine gefriedete Gegend , der Riesewohld , heiliger Wald und gemeinschaftlicher Landesbesitz . 
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