Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

54 
Kr . Norder - Ditmarschen . Die Landschaft Ditmarschen . 
stücke . Viel ist 1559 geraubt1 ) . Die Malerei , wie überall im Lande ganz unter niederländischem Einfluss , in der Ren . - Zeit der italisierenden Manier , dann der holländischen sich anschliessend , hat bedeutend gewirkt . Vgl . Einl . zu Kr . Eiderstedt . Neocorus nennt einen Maler Nie . Matthiä , der sich im Bild - wie Bildnismalen ausgezeichnet und es vielen Conterfeyern in Lübeck und Hamburg zuvorgethan habe . 
Wichtig ist die Befestigung des Landes . Die Kirchen , ihre vorzüglichsten Stützpunkte , erhielten zum Teil runde Wehrtürme . Das städtische Wesen hat in dieser Hinsicht keinen Vorzug , wie denn überhaupt in Ditmarschen zwischen Stadt und Land so gut wie kein Unterschied ist . 
Die Häuser ( s . Neoc . 1 , 161 ff . , Henning 26 ff . , Wolf u . H . 199 f . ) , welche man »vor wenig hundert Jahren« statt der Lehmstaken mit Ziegeln begann zierlich zu bauen , — so sagt Neocorus um 1600 ( s . Büsum ) — waren im 16 . J . oft reich geziert , die Gemächer mit Panneei , ja Schnitzwerk und stattlichen Gemälden ; die Dächer wurden mit Ziegeln , selbst mit Kupfer gedeckt . stuben , Küchen und Schornsteine gab es auf Büsum erst spät im 16 . J . Am Aeusseren ist eine Belebung der Giebel durch einfache Horizontalgesimse beliebt . In der Marsch ruhen die Giebel , obwol ganz aus Ziegeln , fast immer auf einer starken , das Untergeschoss abschliessenden Holzschwelle . Vgl . Wilster ( Ste . ) . Beispiele einer reichen Blendengliederung gibt es in Meldorf , nirgend aber Giebelhäuser der Lübecker Art . 
Für die Ditmarsche Geschichte und die Altertümer sind Neocorus’ , reichs , Viethens , Boltens Werke eine so reiche und stetige Quelle , dass im Folgenden ihre Anführung nur bei besonderen Fällen zu geschehen braucht . 
Ditmarsche Landesbefestigung . 
»Ditmarschen war ein festes Land . Im Innern , wo die Marschen sind , ist es voller Gräben . An der Elbe , der flachen Küste und der Eider wird es von den Wassern und deren wechselnder Höhe beschützt ; an der Tielenburg , wo Ebbe und Flut in der Eider aufhört , beginnen Moräste , die sich bis nach Albersdorf ziehen , und jenseit einer Lücke folgen wieder solche , durch die nur ein enger Weg hindurchführte , bis zum Anschluss an die Elbe . Der einzige gute und trockene Heerweg war bei Albersdorf . Dieser eröffnete allerdings den Feinden die Geeststriche ; aber de gantze gewählt und schir dat gantze herte des landes is im Nordstrande ( der Marsch von Meldorf und Büsum bis Hemme ) . Allmählich sicherte sich das Land durch die Hammen , Graben und Wälle , und befestigte auch Meldorf« ( S . ausf . Petersen , Holsten - Chron . 13 . 14 . Presb . Brem . Neoc . 1 , 190 ff . Ueber die vorgeschichtlichen Befestigungen s . mann , 38 . Ber . vat . Alt . 5 ) . 
Diese Werke sind von grossem Interesse . In der Marsch war jede Wurt eine Art Festung ( s . . Wöhrden , Wesselburen , Brunsbüttel , Büsum ) , die Kirchhöfe 
1 ) In Kopenhagen ist eine kunstvolle Silberkanne mit Schmelz - und Grabarbeit und der Inschrift : lgepne 25oIC3£n ; Kelch und Patene sind in der Kirche zu Helsingör ; auf der Patene steht 1333 ( 1 ) s . Ant . Tidskr . 1852 , 39 .
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.