Full text: (Bd. 1)

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Kiel . Stadt . St . Nicolai . 
Rat , der schon 1572 vielfach erlaubt hatte , Häuser an die Mauer zu legen , sorgte noch bis ins 18 . J . einigermassen für die Erhaltung der Geschlossenheit . Die Lage war allerdings einer ordentlichen neuen Befestigung hinderlich ( Schwarze 7 ) . Das Brücktor , das später den in der Holstenstadt wenig passenden Namen Holstentor erhielt , hatte den grössten Verkehr . Es war 1444 gebaut ( 422 M . ) , dem Flensburger Nordertor ähnlich , doch höher , 3 Geschosse mit einstöckigem Nebenbau . Bis etwa 1670 hatte es jenseit der Brücke ein um 1560 gebautes Vortor , das sich ans Wasser durch einen Zwinger geschlossen haben mag , in dem Platz für etliche Häuser war ( s . Volb . 45 ) . Die Zugbrücke und ein »Wachthaus« bildeten 1702 den Abschluss der Stadt ( Vernon 317 ff . ) ; ganz geöffnet ward sie hier 1783 , und 1784—91 ward die Holzbrücke mit einer steinernen vertauscht . Das Dänische d . i . Schleswiger Tor war auch ein Doppeltor , das innere wol dem Brücktor ähnlich . Das äussere lag jenseit eines 1536 vom kleinen Kiel nach dem Hafen gezogenen Grabens , den man um 1687 unter Zerstörung des Tores wieder fast ganz zuschüttete ; ein 1689 neugebautes Tor , nicht genau an der alten Stelle ( St . Mag . 4 , 202 ) erhielt sich bis 1830 , ein Rest bis 1869 . Der hohe Turm am Kütertor , von 1470 , sollte eine mühle tragen . Er ward 1700 abgerissen . Die Grundmauern fand man ( 1877 ) 1 , 40 stark , mit einem Innendurchmesser von 3 , 72 . Das Tor selbst ist 1785 zerstört worden ; die Reste des Hass tores 1855 ; dessen runder Turm enthielt Gefängnisse und Folterkammer . Im Kloster war das Klostertor , an der Kehdenstrasse war ein Turm . Das Papentor , 1821 zerstört , hatte einen Giebel über der Mitte , und Quersatteldach ; es lag hinter der Flucht der Stadtmauer in der Häuserreihe ; das Schumachertor von 1410 ( 158 M . ) , bis 1840 , stiess ans Hafenhaus ; das vlämische mit hohem Turme ist 1732 umgebaut worden ; es ist zerstört 1845 , schon früher das Fischer - und Kattentor ; von den 4 Türmen der Hafenseite die »Windmühle« 1728 , der Schuldturni 1860 , der Brunsturm 1782 . 
Zwei Kriegerköpfe aus Sandstein im Museum ( Kat . S . 3 ) sind »vielleicht von der Stadtmauer« . 
Nicolaikirche . Schwarze 66 ff . Volbehr , Beiträge . G . Martens Beschreibung , Hds . beim Kunstverein . Beschr . in den Jahrb . f . L . - K . 1861 . Lotz . Posselt , kirchl . Kunst 308—10 . — Denkelbuch der Kirche 1487—1601 hist . Ztschr . 10 , 217 ff . ; ein Auszug bei Westph . 4 , 3324 ; ein Stück abgedruckt Westph . 2 , 1586 . ( Becker ) die Nicolaikirche , ein Gedenkblatt . t 
Einer Kirche , die es vermutlich in der Zeit vor den Wendenzerstörungen ( 1066 ) gegeben hat , wird im 13 . J . erwähnt . Ihr Platz war beim Holstentor gewesen ( vgl . Kuss , Falks Archiv 2 , 121 . 128 . Junghans 20 . Volb . 78 . 
Lucht , Progr . Weinhold , Jahrb . f . L . - K . 9 , 30 . Haupt , Vizelinskirchen 109 ) . Da es an einer Kirche fehlte , ward die Gegend von Kiel 1233 dem Hemminghestorper Kirchspiel bestimmt . Schnell aber ward dann die Kirche in Kiel gebaut . An ihr trug ein Backstein die Inschrift MCCXXXXI - »by der osterdoehr der karken bym ingang thor rechten utwendig an de chor muhr , iss noch in sten ingehauet tho sehen AI . CC . XXXI ( Druckf . ) vn ys glofflich dat g . reff alff disse kark glick dem Kloster gebuvet hat« ( Westph . 2 , 1586 ) — und der Pleban kommt 1242 als Zeuge des
	        
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