Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

536 Kr . Kiel . Grossenaspe . Neumünster . 
Stelle eine neue , und zwar auf Kosten der Kaiserin Katharina . Als diese später hieher kam , soll sie gesagt haben , sie habe eine Kirche bezahlt und finde einen Stall ; denn die aufgewandten Summen seien unverhältnismässig gewesen und grosse Unterschleife hätten stattgefunden . In der That ist die Kirche zwar stattlich angelegt : ein Achteck mit Kuppeldeckung und mit reizendem im geschoss eine offene Halle bildendem Turme ( h 28 m ) , und ist durch hübsche Gliederung der Wände ein würdiges Beispiel der damaligen Richtung ; aber das Innere ist ohne Verhältnis kahl und wie unfertig . Die Decke zeigt nur ein paar Rippen , weder Ornament noch Bemalung , und in der Ausstattung ist einzig der an sich unschöne , auch die Kanzel enthaltende , aber mit den Seitenbauten ähnlich wie es in Kappeln ( Schl . 2 ) der Fall ist , doch ein anziehendes Ganzes bildende Altar zu beachten . 
Crucifixe auf dem Boden , höchst schadhaft , 1 ) gegen ' / 3 lebensgross , gotisch um 1300 . Vortreffliche Arbeit ; das Tuch ist besonders reich und schön ausgebildet . Das mit Kreisen besetzte Kreuz , auf das ein zweites einfach als Rippe aufgelegt erscheint , ist sehr gross und breit . 2 ) lebensgross , Mitte des 15 J . ? mit ganz kahlem Kopfe , zwistigem Barte und höchst fremdartigen Zügen ; ein sehr merkwürdiges Stück , das nur in dem kleinen in Meldorf ( S . 133 ) ein Gegenbild hat . 
Noch aus der alten Kirche : Kelch 1 ) samt Patene 1734 , hübsch . St . : DW . 2 ) gestiftet vom Herzog , gross , unschön . Die Dose 1735 ist sehr hübsch . 
Glocke 1754 , J . H . Armowitz , Lybeck . 
Pastorenbild 1698 , mit etwas Barockornament am einfachen Rahmen . 
Neumünster , Flecken , jetzt Stadt , 30 km s . s . w . von Kiel ; 32 km s . ö . von Rendsburg . 
Lappenberg , St . Mag . 9 , 18 . Kuss , Chorherren Stifter ( das . 8 , 264—93 ) . Ders . N . st . Mag . 6 , 106 ff . Jensen - Michelsen 2 , 61 ff . Dittmann , a . d . alten münster . Kruse , letzte Predigt . Ders . , Topogr . von Neumünster . Haupt , kirchen ( hieraus sind beide Abbildungen ) . 
Wippendorf , in dem von den Slaven Faldera genannten Gau ( Kuss , Prov . Ber . 1822 , 3 , 32—39 ) , war in früher Zeit Ort eines angesehenen Gödings und bisweilen Versammlungsplatz der holsteinischen Landtage . Es erhielt ohne Zweifel Christentum und Kirche so früh als das Holstenland überhaupt . Das sehr grosse Kirchspiel , das , bis nach Kiel hinab und östlich an den Ploener See reichend , den ganzen Faldergau umfasste , war den Wenden zunächst gesetzt , und litt sehr in der Zeit ihrer Uebermacht ( 1066 bis um 1106 ) . Die gerade erledigte Wippendorfer Kirche ward 1126 auf Ansuchen des im Ksp . eingesessenen Landesältesten Marcrad neu besetzt , und zwar ward Vizelin Pfarrer . Die Angaben , dass sie eine hölzerne kleine Kapelle gewesen , dass sie damals ganz verwüstet gewesen sei , entbehren der Grundlage ; dagegen’ hatte der Priester mit nicht minderem Rechte als irgend wann über Verwilderung der Herde , Roheit und Sittenlosigkeit der Namenchristen zu klagen . Es bildete sich um ihn eine seine Missionsthätigkeit befördernde klösterliche Vereinigung , und
	        
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