Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

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Kr . Apenrade . Grawenstein . 
An den Langseiten ziehen Bühnen , getragen von glatten korinthischen Säulen und die Decke mit solchen tragend , in der Mitte für den herrschaftlichen Stuhl ausgebuchtet , und gegenüber , wo die Kanzel ( sehr nüchternes Roccoco , um 1760 ) steht , unterbrochen . Der Altar nimmt die ganze Ostwand ein . Die Decke des Hauptraumes hat in drei Spiegeln , oval und rund , die Verkündigung , 
Dreieinigkeit und das Gericht , mit viel Figuren , deren manche von prächtig hafter Bildung . gleich der weisse Stuck mit schwarzen Punkten auf dunkelblauem Grunde hart und angenehm wirkt , ist die Decke doch ein licher Schmuck . Teile derselben sind mit Distelwerk , dem ment des spätesten Barock , ganz zogen , welches auch der Altar und die Bühnen zeigen . An letzteren ist in jeder Füllung ein misgestal - ter Engel . Der grosse Altar ( Fig . 53 ) , im Aufbau nicht haft , wirkt prachtvoll ; er hat gute figuren und höchst effectvolle Bilder ( chenpflege , nach van Dyck , Auferstehung , Himmelfahrt ) . DerGraf »unterhielt lange und Fig . 53 . Altar . mit vielen Kosten einen 
berühmten italischen 
Meister« für die Arbeiten . Eine Unmasse von Bildern ist sonst vorhanden . Sie sind vielfach fabrikmässig nur so hin gemalt , oft nach bekannten Vorbildern , aber in gleichen Ton gebracht , der ermüdend wirkt , und sie sind jämmerlich zugerichtet , aber sie bilden doch auch , sowol als Ganzes wie durch viele einzelne Schönheiten , einen wertvollen Schatz . An den Decken im Untergeschoss herrscht das alte , im oberen das neue Testament ; an den Wänden sind unten zwölf Bilder aus der Leidensgeschichte , oben vierzehn Erzväter und Propheten .
	        

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