Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

Kr . Hadersleben . II . ( Törninglehn . ) 
391 
erhielten Tuffbauten öfters nachträglich wegen der Dauerhaftigkeit Glieder aus Ziegeln . Gern nimmt man auch den Tuff zur Hintermauerung hinter Quadern , oder braucht ihn an Kanten oder Aussenseiten und hintermauert ihn mit steinen ; auch finden sich einzelne , dann aber schwerlich gleichzeitig errichtete Bauteile ganz aus Trass neben anderem Stoff ( so z . B . in Arild , die Chöre in Wodder und Randrup To . i ) . 
Wann eigentlich die sicherlich nicht lange Zeit der grossartigen Tuffeinfuhr war , die für die gleichzeitig errichteten stattlichen Kirchen Flotten von Schiffen erforderte , ist nirgend ausdrücklich überliefert . Helms setzt den Anfang in die erste Hälfte des 12 . J . , von der Gründung des Riper Domes an , das Ende in den Anfang des 13 . J . Die Bauwerke weisen in spätromanische Zeit , besonders in die 2 . Hälfte des 12 . J . , Bröns und Roager ziemlich entschieden bis gegen und um 1200 . Länger als die Tuffeinfuhr von Brohl nach Holland hin währte , und man den Tuff als Haustein da fand , kann ohnehin die Ausfuhr nach land nicht gedauert haben . Manche Kirchen kämpfen schon mit Mangel an diesem Stoffe und suchen ihn zu ersetzen . 
Wie es kam , dass man gerade in diesen 100 Jahren fast alle Kirchen der Kalslund - und Wittingharde neu baute , weiss man noch nicht . Doch ist liefert ( s . Terpager Rip . 76 ) , dass Waldemar I . ( Mitte des 12 . J . ) es zu seiner gabe machte , da , wo die Kirchen noch aus Holz und Lehm ( d . i . Fachwerk ) waren , steinerne zu bauen . Diese Gegenden aber sind an Steinen arm . Der nun so gestärkte Bautrieb griff auch weiter und veranlasste Um - oder Neubauten für schon vorhandene steinerne . Der Taufstein der Hügumer Kirche deutet auf ein etwas jüngeres Alter ( um 1200 ) als die der anderen Kirchen , der Bau selbst schliesst sich , in Granithaustein , an die Gruppe möglichst nahe an , wenn nicht , worauf die auffällige Verwandtschaft mit der Kirche zu Sörup ( Fl . 2 ) führt , sich hier ein Neues , von aussen Hereingebrachtes , geltend macht . Den Ziegelbau1 ) hat man in diesen Gegenden , obwol man den Gebrauch der Ziegel früh kannte , nie besonders gefördert ; doch machte man nur aus Ziegeln die Gewölbe und Zubauten späterer Zeit . 
Ausgezeichnet wurden sehr vielfach die Kirchen in spätgotischer Zeit durch Türme eigentümlicher schmucker Form . Um den 4 seifigen Helm sind 4 Giebel angeordnet , wie' es auch beim Riper Domturm der Fall war , bis die Spitze ( 1594 ) einstürzte . Die Giebel zeigen Stichbogenfenster und angemessenen 
Schmuck . Das Gemach ist mit der Kirche in Verbindung und gewölbt über vier 
' ) Spandet ist das einzige Beispiel . S . Helms 42 ff . Dadurch , dass aber ( S . 8 ff . ) brocken im Gusswerk selten fehlen , und auch sonst , als Hintermauerung oder in Binnenwänden Ziegel fast stets Vorkommen , ist es unzweifelhaft , dass man zur Zeit der Tuffbauten Ziegel kannte und benutzte , bis man , nach Helms , statt nur den edlen Stoff des Tuffes für die stellung des Aeusseren geeignet zu halten , zur Erkenntnis kam , dass der Ziegel auch da eine güte und sogar zweckmässigere Verwendung erfahren konnte . Dass man jedoch überhaupt ( ausser zu Lügumkloster und im Friesland ) hier nirgend eigentliche reine Ziegelbauten findet , hat ohne Zweifel einfach darin seinen Grund , dass seit dem 13 . J . keine Kirchen neu gebaut stnd . Helms’ Annahme S . 54 , dass hier Quaderbauten auch im 13 . und 14 . J . errichtet seien , ■st ohne Beweis ; alle bekannten sind romanisch .
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.