Full text: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein (Bd. 1)

KREIS HADERSLEBEN . II . 
( Törninglehn . ) 
DAS TÖRNINGLEHN . 
Das Törninglehn , ein Bezirk , der im Wesentlichen die Besitzungen der Inhaber von Törning ( Had . i ) begreift , blieb bis 1864 unter dem Bischof von Ripen und ist noch heute eine kirchliche Einheit , nur sind 1864 fünf Kirchspiele davon an Dänemark abgetreten . Die Bischofsstadt , von der seit 948 die kirchliche Ordnung ausgieng , übte auf den Kirchenbau einen um so kräftigeren Einfluss , als sie schon frühe gross und bei Weitem die bedeutendste der küste gewesen ist . Die Einteilung des Landes in die fast durchweg jetzt noch so bestehenden Kirchspiele fällt am wahrscheinlichsten in die Zeit nach 1065 , in welchem Jahre das Bistum selber geteilt worden ist . Der Sprachgebrauch nennt auch hier kleine oder irgendwie unselbständige Kirchen gerne Kapellen . 
Die Kirchenbauten bilden 2 Gruppen . Die erste folgt der lichen Gestalt der Schleswiger Landkirchen , die zweite zeigt den Einfluss des Domes zu Ripen . Jene ist ohne Zweifel im Ganzen die ältere , aber es gehn die verschiedenen Formen und Stoffe durcheinander , und eine feste bestimmung ist nirgends gegeben ( vgl . indes Helms , Tuffkirchen S . 39 ff . ) . 
Die erste Form ist aus Granit . Sie entbehrt oft der Apsis , selbst bei den , im übrigen wie im Haderslebischen ( S . 339 ) behandelten Hausteinkirchen . Es sind meist kleine Bauten , öfters ist der Chorbogen winzig und greift über ( s . Hjerting ) . Die Portale sind bisweilen mit Säulen geziert . Die Sockel haben hie und da zweierlei Profil , wie aus 2 verschiedenen Bauzeiten . Helms hält ohne Zweifel mit Recht ( S . 50 f . ) die Feldsteinbauten für die älteren , und für deren ältestes Beispiel Hjerting , während die Quaderbauten frühstens in die 1 . Hälfte des l2 - J . hinaufreichten . Die zweite Richtung schliesst sich an rheinische Vorbilder und pflegt nicht nur zum Schein den Hausteinbau . Den unmittelbaren sammenhang mit dem Rhein bezeugt auch der Stoff , Trass ( so nannte man ihn auch hier ) , oder Tuff aus dem Brohlthale , und Einzelnes , wie der Taufstein 
Haupt , Baudenkmäler d . Prov . Schl . - Holstein . 26
	        
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