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Sein Gang sowie seine Bewegung von der größten Raschheit . Bei seinem ihm verzehrenden Eifer war es ein besonderes Glück , daß zu jeder Tageszeit er sich durch Schlaf wieder erholen konnte . Er war ein Feind jeder Schlemmerei und auch in die - ser Hinsicht seinem Character ganz getreu .
Einen interessanten Kontrast mit Kerner bildete der mit ihm gleichzeitige Chevalier von Wolzogen , mit dem ich gleich - falls durch enge Freundschaft verbunden war . Von ansehnlichem Wüchse contrastirte er in seinem mehr blonden Haare mit dem dunkelbraunen Kerner . Nie war sein blaues Auge sprühend wie das von Kerner und unterschied sich durch seinen klugen , freund - wichen , mitunter ironischen Blick . Dabei war er zum Scherz geneigt , ein Feind aller Ueberspannung . Er hatte die Gewohn - heit , sich im größten Negligee unter uns zu präfentiren . Da feine Familie wenig vermögend war , so pflegte er , frei vom Adelstolze , über den reichsunmittelbaren Ritter von der Rhön und Werra , und Erbherrn auf Bauerbach , jenem als Zufluchts - ort von Schiller so berühmt gewordenen Gute , zu scherzen . Wolzogen war freilich nur als der Dritte ein solcher Erbherr , da zwei ältere Brüder ihm vorangingen , aber , was ihm ein Erbgut entbehrlich machte , waren seine seltenen Fähigkeiten und seine außerordentliche Application , durch die er zu einer Bildung emporstrebte , die im Militairstande seltener ist , und durch die er jene glänzende Carriere vollbrachte , die aus seiner eigenen Feder ^ anziehend und besonders sür einen Militair so lehrreich in seinen Memoiren dargestellt ist . Mit einer trefflichen Rede , die >eine vielseitige Bildung bewährte und die er in dem großen Hörsaale der Academie hielt , nahm er von dieser Abschied am April 1792 , und trat als Lieutenant in Würtembergische Kriegsdienste . Sein fernerer höchst merkwürdiger Lebensweg entfernte ihn gänzlich aus meinem Gesichtskreise und jeder bindung mit ihm , bis ich nach 15 Jahren , im Sommer 1807 auf's Angenehmste von ihm in Kiel überrascht wurde , und in 'hm den alten treuen Freund wiederfand . Es stritt gegen sein Gefühl , im Dienste des Königs von Würtemberg unter Napoleon's Fahne gegen Deutsche zu kämpfen , besonders gegen Preußen , in dessen Dienste er eine Zeitlang gewesen war , und er gab die

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