Full text: Lebenserinnerungen von Christoph Heinrich Pfaff, Doctor der Philosophie und Medicin ...

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damals herrschende Verfolgungsgeist gegen liberal gesinnte Männer und liberale Ideen bedachte nicht , daß bloße Jünglinge doch keine gefährliche Verschwörer seien , daß unter solchen Schwärmern sich grade die Talentvollsten befinden , daß der spätere Eintritt >n das wirkliche Leben einen wesentlichen Umschwung ihrer Ge - sinnung oft bewirkt und darum durch solche harte Maaßregeln die tüchtigsten und wahrhaft konservativen Männer von den Staatsämtern ausgeschlossen bleiben , ein Loos , das glücklicher Weise jene Mitglieder unseres Clubs , weil er unentdeckt blieb , nicht getroffen hat , die später die höchsten Würden im Staate bekleideten , in welcher Hinsicht ich nur den nachmaligen nassaui - Ichen Staatsminister v . Marschall und den Präsidenten des Ober - Konsistoriums in München v . Seckendorf anzuführen mich be - gnüge . Aus meinem Briefe vom September 1792 an meinen Bruder in' Halle sehe ich deutlich , wie ejcallirt ; meine lige Stimmung war , die sogar den Vorsatz in mir erzeugte , nach meiner nahe bevorstehenden Promotion mein Glück in Paris KU suchen , und wie ernst es mir zu der Zeit um Angewöhnung an spartanisch republikanische Sitten gewesen , mag der Umstand beweisen , daß ich im Bunde mit meinem Freunde Biber mich wehre Wochen hindurch auf Nahrung aus bloßer Milch und Brod beschränkte und meine bessere Chevalierkost unberührt ließ . 
Fußreise» in den Ferien . 
Ich darf hier die verschiedenen Fußreisen nicht unerwähnt lassen , die ich in den Oster - und Herbstferien in verschiedenen Dichtungen durch mein schönes Vaterland vorzüglich auch zur Erweiterung meiner Naturkenntnisse machte . Hierzu gab einiger - waßen den ersten Anstoß Cuvier , der in Gesellschaft mit v . Mar - schall in den Herbstferien von 1787 eine solche Fußreise durch ^nen Theil der würtembergischcn Alp gemacht und zugleich eine Ht lehrreiche und unterhaltende Beschreibung derselben , geschmückt wit hübschen Zeichnungen , mir zum Andenken hinterlassen hatte . 
Meine erste Fußreise unternahm ich allein in den Herbst - Serien des Jahres 1789 . Sie ging in das sogenannte würtem - bergische Unterland , über Heilbronn , Bruchsal , nach dem vater - ländischen Rhein und Speier ihrem äußersten Puncte , und über 
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