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ober ein Stillstand ein . Die gelehrte Welt hat es mir zunächst zu verdanken , daß seine vortreffliche Rede : „ Ueber die Verhältnisse der organischen Kräfte unter einander in der Reihe der ver - fchtebenen Organisationen , die Gesetze und Folgen dieser Ver - Hältnisse . Eine Rede , den 11 . Februar 1793 , am Geburtstage des regierenden Herzogs Carl von Würtemberg , im großen acade - tischen Hörsaale , gehalten von Dr . C . F . Kielmeyer , Prof . an der hohen Carls - Schule " im Drucke erschien . Ich war von derselben ganz degeistert und ich konnte seine Trägheit zu ihrer Herausgabe nur dadurch besiegen , daß er mir dieselbe vom Katheder aus , rend ich gleichsam als Schüler auf der Bank saß , zum Behuf eines revidirten rein geschriebenen Manuscripts dictirte , wobei Zu unserer Stärkung eine Flasche Burgunder nebst einer Bisquit - Torte gespendet wurde . Als ich mit Kielmeyer zwei Jahre spä - ter wieder in Göttingen zusammentraf , vermochte ich ihn , mit ^ttst Hand an die Herausgabe seiner Vorlesungen über ver - Deichende Anatomie zu legen , verschaffte ihm auch an Herrn ^rusius in Leipzig einen Verleger dasür . Zwanzig Bogen einer Anleitung in dieselben waren bereits gedruckt , als Kielmeyer , v°n seiner Arbeit nicht ganz befriedigt , sie cassirte . Er gab zwar " i der Folge auch nie den Gedanken auf , diese Vorlesungen dem drucke zu übergeben , und zu diesem Zweck mußte ich , wie ich schon oben bemerkt , ihm meine sorgfältig nachgeschriebenen , in ^ Quartbänden bestehenden Hefte überlassen . Wie ich vernom - men , soll Cotta eine außerordentlich große Summe für die Heraus - gäbe feiner Werke geboten haben ; theils eine gewisse practifche ^Nentfchlossenheit , vielleicht auch das nie ganz befriedigte Streben Nach höchster Vollkommenheit und , bei der dadurch veranlaßten >Mmer größeren Verspätung , die Furcht , daß seine Ideen nicht ^ehr den Reiz der Neuheit und Originalität haben möchten , wie sie denn auch zum Theil von einigen seiner Schüler aus - gebeutet waren , erklären es , daß Kielmeyer den Ruhm und das Ansehen eines Schriftstellers beim größeren Publicum , die ihm unfehlbar zu Theil geworden wären , entbehrte , während er , in der warmen Anerkennung und dankbaren Erinnerung feiner zahl - Zeichen Schüler fortlebte , und in reichen Früchten durch sie fort - wirkte . Zu derselben Zeit , als Kielmeyer jene Vorlesungen

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