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werde fortleben . Diese zwei Familien waren mir von allen , die ich in Kiel kennen lernte , die interessantesten . — . Wollte ich Ihnen erst noch die Gegend malen , den Weg nach Kiel , das große Schauspiel , das Hamburg gewährt , die Vorspiele des Meers , die auf der Reise durch Holstein die weitausgebreiteten Landseen in ihrer stillen Majestät geben , die Meeresbucht bei Kiel , die Aussicht , die Haine umher , die glücklichen Dörfer ; ach , Freund , Sie würden gewiß nicht lange säumen , dieses Paradies aufzusuchen , und wenn Sie selbst Ihre friedliche Behausung hoch über dem Schlamme von Göttingen verlassen müßten . Und so bin ich denn wieder bey Ihnen eingekehrt , und befinde mich sowohl in der Erinnerung an die frohen Stunden , die ich mit Ihnen verlebte . Hier in Kiel wurde mir einigermaßen dieser Verlust ersetzt , aber gewiß lange nicht ganz vergütet . Sie sind unersetzlich . Wenn Sic nach Kiel reisen , so gehen Sic im Früh - jähre dahin , damit ich doch ja gewiß die Wonne , Sic in Copcn - Hägen bey mir zu sehen , genießen kann . Wie bald ich dort hinkommen werde , das weiß der liebe Himmel . Ich licge nun fünf volle Tage hier , und erwarte immer noch ein Packetboot , und zu Lande möchte ich doch auch nicht die Reise machen . — . Gedeihen Ihren Arbeiten , Frieden Ihrer Seele , mir Ihre Freund - schaft . Dieses sind die herzlichen Wünsche
Ihres treuen
C . H . Pfaff .
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Gl ; r . H , Pfaff an seinen Bruder 3 . Fr , Pfaff ,
Pfaff begleitete die Frau Frcdenkc Brun und dcrc» kranken Haus - leher nach Kiel . Vergl . S . 84 .
Kiel , den 5 . Mai 1795 .
Theuerster Bruder .
Du hast wohl nicht von hier aus Antwort auf Deinen lieben Brief erwartet . Abcr so kann man schncll seinen Ausent - halt verändern , wenn man die Flügel des Windes zu Hülse nimmt Ich habe eine kleine Seereise von Copenhagen hieher

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