Full text: Lebenserinnerungen von Christoph Heinrich Pfaff, Doctor der Philosophie und Medicin ...

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heit , einen bleibenden Eindruck von unfern schönen Seelandschaf - ten nach dem kontinente zurückzubringen ; leider mußte ich auch diesem Genüsse entsagen . Uebrigens verweise ich den Leser , der sich eine Kunde von den Verhandlungen der Gesellschaft ver - schaffen will , auf den unter dem Titel : »Amtlicher Bericht über die 24 . Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Kiel , im September 1846 . Herausgegeben von den Geschäftsführern derselben , Professor G . A . Michaelis , und Etatsrath Prof . Doctor H . F . Scherk« gedruckten interessanten Bericht . 
Im Jahre 1847 wollte ich einen neuen Versuch mit dem Gebrauch des besonders von Himly gegen manche Augenübel so sehr gepriesenen Kissingen machen , und zugleich einen Abschieds - besuch in meinem alten Vaterlande Würtemberg damit verbinden . Diesesmal wurde uns die Reise durch die seitdem in's Leben ge - tretene Thüringer Eisenbahn sehr erleichtert , die uns bis Gotha brachte , von wo wir über das romantische Thüringer Waldge - birge an dem malerischen Reinhardsbrunn vorbei , auf der tress - lichsten Chaussee über Meiningen in kurzer Zeit in Kissingen an - langten . Hier war mir nun der Contrast mit meinem früheren Aufenthalte im Jahre 1832 daselbst höchst auffallend . Wie an - sprechend damals , freilich als Folge' der späteren Saison , das ge - müthliche Zusammenleben mit der kleineren Gesellschaft war , um so lästiger war mir nun das Gedränge in den Alleen , durch welches man sich kaum hindurch winden konnte ; zu einiger Entschädigung zeichnete sich aber diesmal Kissingen durch den Glanz der vielen hohen Herrschaften aus , welche die Aufmerksamkeit der Brunnengäste fesselten . Vor allen die imposante Gestalt des russischen Großfürsten - Thronfolgers mit dem Herrscherblicke , an seiner Seite die hohe schlanke Erscheinung seiner Gemahlin , von zarter Physiognomie , einer Lilie gleich , das Haupt leicht gesenkt , nicht selten die kleine Großfürstin an der Hand des Großfürsten . Sie schienen dem Gedränge einsamere Spaziergänge vorzuziehen , auf denen wir ihnen so oft begegneten . Dann die in seltener Schönheit , An - muth und Hoheit strahlende Schwester desselben , Großfürstin Olga . Kronprinzessin von Würtemberg , mit ihrem Gemahl , dem Kronprinzen . Ferner der nach allen Seiten freundlich grüßende
	        

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