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pittoresken Theil des Erzgebirges nach Carlsbad , dessen Natur - Merkwürdigkeiten namentlich dem Sprudel und seiner romanti - Ichen Umgebung wir leider nur einen Tag widmen konnten .
Bei dem Zustande meiner Augen konnte ich die Schönheiten der Gegend von Marienbad leider nur wenig genießen . Dage - gen machten auf meine Frau das von Tannenhöhen umgebene romantische Thal mit seinen rauschenden Quellen und Strömen , sowie das schöne Musikchor in der Brunnenallee , Morgens früh , und der Besuch von Königswart — Landsitz des Fürsten Metter - nich — einen bleibenden Eindruck .
Einen wahren Genuß verschaffte mir der Aufenthalt in Töplitz sowohl durch Ercursionen in seine reizenden Um - gedungen , namentlich durch eine Fahrt nach Aussig , und von dort über die Elbe nach dem Schreckenstein , sowie durch den geselligen Verkehr von interessanten Personen , unter denen ich besonders den Professor Aatke hervorhebe , dessen Unterhaltung mir eben so lehrreich als anziehend war . Unfern Rückweg nahmen wir über Dresden , wo wir uns einige Tage aufhielten . Das neuerbaute prachtvolle Theater , für uns eine neue Er - scheinung , war ein besonderer Gegenstand der Anziehung , und nachdem ich mit meiner Frau , die mir noch von Paris her in angenehmer Erinnerung lebende , durch ihre einfache Musik so ansprechende Oper > - Der Wasserträger« , gesehen hatte , überließ ich es ihr , den folgenden Abend in anderer Begleitung , der Auf - führung der neuen Oper «Rienzi« beizuwohnen , von wo sie — wäh - rend einer langen Reihe von Stunden , nämlich von 9—11 Uhr durch die rauschende , fast betäubende Musik , aber eben so sehr durch die beständig wechselnden immer wiederkehrenden glänzen - den Aufzüge endlich ganz erschöpft und abgespannt — zurück - kehrte . Mir war inzwischen der lange Abend sehr angenehm durch den Besuch und die Unterhaltung des am polytechnischen Institute angestellten Professors Jekel verstrichen . Ich hatte seine Bekanntschaft schon im Jahre 1829 in Paris gemacht , wo er sich besonders in der technischen Chemie practisch ausbildete .
Das polytechnische Institut war im Jahr 1844 noch ziem - lich beschränkt und hatte seinen bescheidenen Sitz in einem früher

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