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Kronprinzen von Schweden . Damalige Lage des Landes . Reise im Jahre 1814 nach Stuttgart und München . Jacobi , Sömmering und Gehlen .
Ein wichtiges Ereigniß des Jahres 1811 für mich , das eine nähere Erwähnung verdient , war eine sehr nahe , freund - schastliche , nachhaltige Verbindung mit dem berühmten Dichter Baggesen , in welche ich auf eine diesen eigentümlichen Mann ganz charakterisirende Weise gleichsam wider meinen Willen hineingerissen wurde .
Baggesen hatte vor meiner Uebersiedelung nach Kiel eine längere Zeit daselbst zugebracht , war mit Reinhold innigst freundet worden , und hatte hier auch den Verlust seiner ersten Gattin , einer Enkelin des berühmten Haller , zu beklagen , die auf unserem Kirchhofe ruht . In den ersten Jahren meines Aufent - Haltes in Kiel traf ich einigemal mit ihm in Gesellschaften , namentlich bei Reinhold zusammen , und hatte Gelegenheit , sein großes Talent in Unterhaltung der Gesellschaft durch den ihm besonders gelingenden Vortrag einzelner seiner Gedichte , lich seines bekannten Scheerenschleifer - Liedes zu bewundern und mich daran zu ergötzen . Er erschien mir dabei als ein Rhapsodist , doch kam ich ihm auf keine Weise nahe . Einige Jahre später kam er wieder durch Kiel , machte wiederholt seine Aufwartung bei Hofe und im Hauptquartier ; ich kam aber noch immer in keine weitere Berührung mit ihm . Da erhielten wir im Jahre 1810 die Kunde , daß Baggesen , der bisher in Deutschland und Frankreich sich aufgehalten , zum Professor der dänischen Literatur und Sprache an der Universität zu Kiel ernannt worden sei . Ich wurde bei meiner lebhaften Natur durch diese Anordnung von einem gewissen Schrecken ergriffen . Die Erinnerung an die Auflösung des deutschen Reichs , die traurige Lage Deutschlands , die Aufhebung mehrerer deutschen Universitäten und manche da - malige literarische Erscheinungen erregten mich aus wunderbare

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