Full text: Lebenserinnerungen von Christoph Heinrich Pfaff, Doctor der Philosophie und Medicin ...

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Reise nach Aschaffenburg . Geheimerath Hoffmann . ' Kleines Abentheuer ans der Reise dahin . Reise nach Italien und Aufenthalt daselbst in den Jahren 1795 , 1796 , 1707 . 
Im September 1795 verließ ich Copenhagen , in angenehmer Erinnerung der dort verlebten Zeit , um mit meinen gräflichen Reisenden , die ich bis dahin noch nicht hatte kennen lernen , zu - erst in Aschaffenburg am Main zusammenzutreffen , wohin sie vorausgereist waren , weil Graf Reventlow daselbst einen berühmten Arzt seiner Gesundheit wegen consultiren wollte . Hieher war gerade der Rückzug der Oesterreicher unter ihrem Feld - Herrn Clairfait vor den Franzosen erfolgt , die ihnen unter dem General Jourdan auf dem Fuße nachfolgten . 
Ich traf auf meiner Reise mit den Republikanern noch inner - halb der bekannten , den Reisenden Sicherheit gewährenden , De - warcationslinie zusammen , und um ein Andenken von denselben mir zu verschaffen , tauschte ich ein Assignat gegen baares Geld ein , welches , im Credit völlig gesunkene Papier , der Franzose willig auslieferte . 
Da ich in Frankfurt bei der allgemeinen Flucht keinen Wagen erhalten konnte , mußte ich mich entschließen , den Weg nach Aschaffenburg allein zu Fuß zu machen , welches durch die auf dem linken Ufer des Mains besonders um Aschaffenburg herum stationirten österreichischen Truppen in dieser Kriegszeit etwas bedenklich , um so mehr , da die Sitte der Pässe , durch die man sich legitimiren konnte , damals noch nicht eingeführt , und ich also ohne Legitimation war . Indem ich mich auf dem Wege beinahe in den Main verirrt hatte , da ich einen Richtweg einschlug , langte ich spät Abends in Aschaffenburg an . Weil alle guten Wirthshäuser bei dem Rückzug der Armee besetzt waren , so mußte ich in einer für Soldaten bestimmten Kneipe wein Unterkommen suchen . Nachdem ich der gräflichen Fa - wilie den folgenden Morgen meine Ankunft angezeigt , um ihr weine Aufwartung zu machen , ward ich , auf einer hölzernen Bank vor meinem Frühstück unter den Soldaten sitzend , durch den Eintritt eines Herrn überrascht , der nach dem l ) r . Pfaff
	        

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