Full text: Lebenserinnerungen von Christoph Heinrich Pfaff, Doctor der Philosophie und Medicin ...

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Übersetzung von Brown's System der Medicin , und später nach meiner Anstellung in Kiel vereinigten wir uns zur Herausgabe des nordischen Archivs für Natur - und Arzneiwissenschaft . So - wohl seine vielen Freunde als die gelehrte Welt haben einen großen Verlust durch seinen frühen Tod an der Schwindsucht erlitten . Unser inniger Freundschaftsbund wurde brieflich fort - gesetzt . Während des Sommers meines Aufenthaltes in Copen - Hägen wurde die Stadt von einem furchtbaren Brande heim - gesucht . Ich kehrte den Nachmittag von einem Mittagsessen in Friedrichsberg bei dem Prediger Marezoll in Gesellschaft von Madame Schulze zurück , als wir dicke Rauchwolken aus einer Localität , die auf den alten Holm hinwies , aufsteigen sahen - Bei der Voraussetzung der Vortrefflichkeit der Feuerlöschanstalten in Kopenhagen , besonders nach dem furchtbaren Schloßbrande , der im Jahre vorher stattgefunden , und der als eine Warnung dienen mußte , überließen wir uns keiner Beforgniß . Doch wir täuschten uns sehr ; das Feuer griff bald mehr um sich , und als durch vom Sturme fortgetragene Funken der Thurm der Nicolai - kirche ergriffen wurde , die sich in einem Quartiere vieler engen Straßen befand und zusammenstürzte , erhielt das Feuer eine neue außerordentliche Nahrung und verzehrte einen großen Theil der Stadt , darin viele ansehnliche öffentliche Gebäude , wie die Frauenkirche , die Universitäts - Gebäude , das Rathhaus u . f . w . Viele Einwohner mußten zwei , ja dreimal mit ihren Effecten flüchten , weil Quartiere der Stadt später ergriffen wurden , in welchen sie glaubten , eine sichere Zuflucht gesunden zu haben . 
Chaufepie und ich hatten glücklicherweise einige Wochen vor - her unsere Wohnung in einer der Straßen , welche von dem Brande am frühesten ergriffen wurden , aufgegeben , da wir einen Platz im Accouchir - Hospital , welcher für fremde Doctoren refervirt war , erhalten . Da unser neues Quartier ganz außer - halb der Richtung des Feuers lag , so konnten wir um so unge - hinderter unsern Freunden zu Hülse kommen . Hier galt es nun vor Allem , unserm gemeinschaftlichen Freund Manthey beizustehen , dessen herrliche Apotheke zwar nicht mehr zu retten war , da die ganze eine Reihe der Häuser der Straßen , an deren Ende
	        

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