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Zu einem so großen Aufschwung gelangt ist , ferner das reizende Murgthal und das berühmte Baden - Baden . Won diesem erin - nere ich mich nur , von der Badefrau , die mich herum führte , als auf etwas sehr Merkwürdiges aufmerksam gemacht worden zu fein , daß man beim Kosten des Wassers der Quelle sich nicht so verbrenne , wie vom gewöhnlichen Brunnenwasser bei gleicher Wärme . Ich überzeugte mich hiervon nur oberflächlich , und glaube , daß der Grund dieser Erscheinung in der größeren spe - cisifchen Wärme des reineren Wassers liegt . Auf dieser kleinen « Fußreise kam ich auch an den Rhein , und hatte Gelegenheit , weinen Gruß den Franzmännern auf dem entgegengesetzten Ufer zuzurufen , die ihn leicht sehr unhöflich hätten erwidern können , da mir von meinem academifchen Freunde Veizhans , der als Arzt bei dem Kreismilitair angestellt war , versichert wurde , daß die Herren Franzosen auf unfern deutschen Posten am Rheine nicht selten ihre Gewehre abfeuerten .
Bei der Wendung , welche die Angelegenheiten in Frankreich Int dem Jahre 1792 und besonders 1793 genommen hatten , wußte ich meinen früher gefaßten Plan , mein Glück in Paris zu suchen , aufgeben , und ich ergriff mit lebhaftem Eifer den wir von meinem gütigen Bater bewilligten Besuch fremder Universitäten zu meiner weiteren Ausbildung und zwar zuerst Böttingens , das mich durch feine trefflichen ärztlichen Institute und berühmte Lehrer , und auch noch besonders dadurch anzog , daß es mich in die Nähe meines Bruders in Helmstädt brachte , der in so mancher Hinsicht bisher mein Mentor gewesen war . So trat ich nuh im Herbste die Reise dahin an . Auf dem Wege besuchte ich zuerst meinen Freund v . Marschall , der , wenn 'ch nicht irre , nur noch als Cavalier bei dem Herzog von Nassau Angestellt war , und mit ihm machte ich einen Ausflug nach Mainz , ich zum erstenmal durch eigenen Anblick die traurigen Folgen des Krieges in der Zerstörung dieser Stadt , mehrerer ihrer an - ähnlichsten Gebäude , namentlich ihrer Kathedrale und der Wer - Rüstungen ihrer Umgebungen , besonders der so berühmten Fa - k°nte , jenes reizenden Lustschlosses des Chursürsten , kennen ^rnte , aber auch mit Bewunderung über die Energie erfüllt wurde , wit welcher die Franzosen , der Stadt Mainz gegenüber , Kastell
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