Full text: Festschrift zum 80. Geburtstage des Herrn Geheimen Regierungsrats Prof. Dr. Karl Möbius in Berlin

Zoogeographische Beziehungen Südamerikas . 
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das Alter der sogenannten Kreide Patagoniens auch verschiedentlich bestimmen , so steht doch fest , daß die Gattung Trionyx Nord - und Südamerika bereits bewohnte vor der Trennung beider tinente . 
Die Geschichte der Chelonia zeigt aufs deutlichste drei große Blütezeiten , die zur subuniversalen Verbreitung je einer der drei großen Superfamilien führten . Das Ausbreitungsmaximum der Pleurodira fällt in die Zeit vor der obern Kreide ; sie dehnten sich deshalb auch über sämtliche Südkontinente , einschließlich Neuseelands , aus ; die erdgeschichtlich lange Abschließung der Südkontinente ließ sie verschont bleiben von den großen die Familie im Norden völlig nichtenden Verbreitungswellen der Trionychidae und noch mehr der Testudinidae . Die paläontologischen Funde bestätigen die aus der Zoogeographie gewonnenen Betrachtungen . — Das Ausbreitungsmaxi - mum der Trionychiden beginnt in der letzten Kreidezeit , nämlich in der Zeit nach der Abtrennung von Australien und vor der trennung von Südamerika ; sie erreichten deshalb Südamerika ; daß sie Madagascar nicht erreichten , hat an besondern Ursachen legen . — Die Cryptodira sind geologisch fast ebenso alt wie die Pleurodira : die Chelydridae sind bereits aus dem obern . Jura , die Dermatemyidae bereits aus der mittlem Kreide bekannt ; doch scheint zu jenen alten Zeiten der Pleurodiren - Stamm der kräftigere gewesen zu sein ; wenigstens zeigt von den Südkontinenten Australien , gascar , Afrika keiner eine Spur dieser Familien , und in Südamerika kennt man sie nur aus dem Norden . Zugunsten der Cryptodira stellte sich der Kampf um die subuniversale Verbreitung erst mit dem Auftreten der Testudinidae , die freilich Neuseeland und Australien nie erreichten , in Südamerika anscheinend erst postpanamensiscli eindrangen und Afrika ganz allmählich während des Tertiärs oberten . Daß die Testudiniden Madagascar erreichten , spricht dafür , daß die subuniversale Verbreitung der Familie bereits in das Ober - Eocän fällt ; und das würde mit den fossilen Befunden im klang stehen . Die Testudinidae stehen heute noch in ihrem breitungsmaximum . 
Für die zoogeographischen Beziehungen Südamerikas zu Afrika , Madagascar und Australien kann ein Erklärungsgrund nicht gut anders als in der heutzutage bzw . früher subuniversalen \ erbreitung der betreffenden Gruppen gefunden werden .
	        

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