Full text: Festschrift zum 80. Geburtstage des Herrn Geheimen Regierungsrats Prof. Dr. Karl Möbius in Berlin

Die Entwicklungsstufen der Steinläufer , Lithobiiden . 
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kurz vor der Häutung stehenden Individuen volle Sicherheit . Solche besitzen nämlich die stärkste Darmschleife , welche in dem betreffenden Stadium überhaupt vorkommt , und daraus erkennen wir , daß der Enddarm in jeder Stufe gegen deren Ende sich folge des Wachstums des Verdauungsrohrs drückt und eine Schleife bildet , damit der Darm nach der Häutung der Vergrößerung des Körpers in der Längsrichtung gewachsen ist . Die schleifenartige Ein - knickung des Enddarms ist gerade so groß , daß der Darm reckt im nächsten Stadium mit der Körperverlängerung übereinkommen kann . Sie ist daher auch noch in den epimorphotischen Stadien vorhanden , entsprechend dem weiterhin noch erfolgenden bedeutenden Wachstums des ganzen Körpers . Hinsichtlich der Histiologie des Darms verweise ich auf die Angaben von Vogt u . Yung sowie 0 . Duboscq in seinen „ Recherches sur les Chilopodes " , Paris 1899 . 
14 . Ein Fall von Kannibalismus . 
In seinem Buche über „ Die Entwicklungsgeschichte der Skolo - pender " schreibt Heymons auf p . 3 : „ Nach den Erfahrungen , die ich an gefangenen Scolopendern gewonnen habe , kann ich übrigens die Meinung nicht unterdrücken , daß die kriegerischen und raublustigen Eigenschaften dieser Chilopoden bisher in übertriebener Weise gestellt worden sind . Bei genügender Fütterung ist der Kannibalismus bei den Scolopendern ausgeschlossen und die Tiere leben verträglich beisammen . Als Beuteobjekte wählen die Scolopender mit Vorliebe weichhäutige , leicht zu überwältigende Tiere wie Lumbriciden und weiche Insectenlarven , auch gehen sie tote Kerftiere an . " Ferner schildert er die Furchtsamkeit der Scolopendra dalmatica und cingu - lata und meint , daß sie nur durch irgend einen Zufall zu einem Kampfe untereinander veranlaßt würden . — Die Lithobien sind im allgemeinen schneller und raublustiger als die S c o 1 o p e n d r i d e n , doch habe ich bisher auch keinen Fall beobachtet , daß gleichaltrige Individuen derselben Art einander bekämpft hätten , vielmehr sah ich einmal 2 Lithobius forfkatus in einem Glase sterben , ohne sich gegenseitig angefallen zu haben . Um so bemerkenswerter ist eine Erscheinung , welche ich bei einem weiblichen IÂthobius grossipes ( fasciatus ) aus Griechenland feststellen konnte . Derselbe war kommen ausgewachsen und besaß in seinen Receptacula demen , außerdem ist er im Freien gesammelt und in Alkohol bracht worden . Der Mitteldarm dieses ? war vollgepfropft von einer
	        
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