Full text: Festschrift zum 80. Geburtstage des Herrn Geheimen Regierungsrats Prof. Dr. Karl Möbius in Berlin

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Karl Krabpelin , 
und die von mir1 ) aufgeführten Fälle von S colo p endr i den - schleppungen in Hamburg zur Genüge beweisen . Nicht minder könnte man geneigt sein , die weite Verbreitung der meisten Genera und die fast universelle Verbreitung mancher Arten , wie Scolopendra morsitans und subspinipes , auf solche Verschleppungen in prähistorischer und neuerer Zeit zurückzuführen . Bei genauerer Betrachtung lieren indes diese Argumente vieles von ihrer Beweiskräftigkeit . Kann auch nicht in Abrede gestellt werden , daß namentlich der moderne Transport von lebenden Pflanzen mit daran haftenden ballen , von unbearbeiteten Nutz - und Farbhölzern etc . die schleppung der Scolopender durch den Schiffsverkehr vielfach führt , so ist doch nicht zu vergessen , daß es sich im Grunde um eine ziemlich seßhafte , weil flügellose Arthropodengruppe handelt , die namentlich gegen einen längeren Aufenthalt im süßen oder gar salzigen Wasser recht empfindlich sein dürfte und daher schwerlich in nennenswerter Weise durch die für frühere Zeiten fast allein in Betracht kommenden natürlichen Verschleppungsmittel , wie treibende Baumstämme u . dgl . , verbreitet sein wird . Die ordentliche Formenarmut der Südseeinseln an Scolopendern bietet hierfür ein nicht zu unterschätzendes Argument . Noch werter erscheint mir , daß eine genauere Statistik über die breitung der einzelnen Scolopendridenarten durchaus nicht auf eine in größerem Umfange stattgehabte Verschleppung hinweist , indem von 209 in meiner „ Revision der Scolopendriden " * ) unterschiedenen Arten nicht weniger als 188 endemisch , d . h . auf eine einzige der von Wallace angenommenen Hauptregionen beschränkt sind und nur 8 Arten gleichzeitig in der alten und neuen Welt troffen werden . Im Angesicht dieser Tatsache kann zunächst die ungemein weite , fast kosmopolitische Verbreitung vieler Gattungen gewiß nicht durch Verschleppungen während der gegenwärtigen epoche erklärt werden ; vielmehr kommen wir mit Notwendigkeit zu dem bereits von Pocock 3 ) inbezug auf die Scorpione und Pedipalpen gezogenen Schluß , daß diese universelle Verbreitung der Genera auf ein ungewöhnlich hohes Alter derselben hinweise und zugleich 
1 ) K . Kraepklin , lieber die durch den Schiffsverkehr in Hamburg eingeschleppten Tiere , in : Hitt . Mus . Hamburg , V . 18 , p . 201 . 
2 ) K . Kraepelin , Revision der Scolopendriden , in : Mitt . Mus . burg , V . 20 . 
3 ) R . J . PoCOCK , Scorpions and their geogr . distribution , in : Nat . Sc . , V . 4 , 1894 , p . 356 .
	        
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